Grenzach-Wyhlen (vep) Einen ordentlichen Zuwachs an Mitgliedern kann die Freiwillige Feuerwehr verzeichnen. Aktuell stehen 65 Männer und Frauen im ehrenamtlichen aktiven Dienst, laut Kommandant Claus Werner könnte eine Gemeinde dieser Größenordnung ruhig noch 20 Kräfte mehr vertragen. Aber – mehr Leute würde auch mehr Kosten bedeuten.

„Da steckt ja immer ein Riesenblock dahinter“, so Werner in der Sitzung des Technischen Ausschusses, der den Feuerwehrbedarfsplan für die nächsten fünf Jahren beraten hat. „Je mehr wir sind, desto teurer wird’s.“ Der starke Zulauf – auch in der Jugend – freut ihn aber natürlich. Denn die 15 000-Einwohner-Gemeinde bietet genügend potenzielle Orte, zu denen eine leistungsstarke und gut ausgerüstete Feuerwehr im Bedarfsfall ausrücken muss. Dazu zählen etwa 770 angemeldeten Betrieben (darunter auch Störfallbetriebe), 58 Tiefgaragen, sieben Hochhäusern und zwölf Kindertagesstätten. Aber auch die Schulen sowie die Senioren- und Pflegeheime stellen besondere Anforderungen an die Feuerwehr.

Im kommenden Jahr werden zwei Fahrzeuge aus dem Bestand ausgemustert und durch einen HLF 20/20 ersetzt. Die Beschaffung des Hilfeleistung-Löschgruppenfahrzeugs läuft bereits, die Kosten belaufen sich auf 470 000 Euro, Zuschüssen kann die Gemeinde in höhe von rund 92 000 Euro erwarten. Die Auslieferung des Fahrzeugs ist für Ende 2019, Anfang 2020 geplant. Ein dicker Brocken in der mittelfristigen Finanzplanung ist die neue Drehleiter, die laut Plan 2022 beschafft werden soll. Die wird mit 800 000 Euro zu Buche schlagen. Die alte Drehleiter ist Baujahr 1991 und hat die vorgeschriebene Nutzungsdauer von 25 Jahre überschritten. 2013 wurde erstmals ein Bedarfsplan über fünf Jahre erstellt. „Es hat sich bewährt, das langfristig zu planen“, sagte Bürgermeister Tobias Benz.

Seit 2009 allerdings schwirrt ein Posten im Haushaltsplan herum, der bislang nie abgerufen wurde. Diese 30 000 Euro wurden für die landkreisweite Umrüstung auf Digitalfunk eingestellt, wie Werner auf Nachfrage von Siegfried Grether (CDU) erläuterte. „Jetzt kam ein Schreiben vom Landratsamt, dass wir diese Mittel für 2019 nicht einstellen sollen, da die Umrüstung vorerst nicht erfolgt“, so Werner weiter. Insgesamt ist Werner mit der Leistungsstärke seiner Truppe sehr zufrieden. Im Schnitt sind von den 65 aktiven Mitgliedern tagsüber 29 im Ort anwesend, um bei einer Alarmierung sofort handeln zu können. „Die Antrittsstärke bemisst sich je nach Stichwort bei der Alarmierung“, erklärte Werner auf Nachfrage von Alexander Drechsle (CDU). Bei einem Vollalarm mit dem Stichwort „Wohnungsbrand“ etwa können 14 Kräfte unter der Woche antreten, an den Wochenenden und Feiertagen sind es 22. Lautet das Stichwort zum Beispiel „Unrat brennt“ verlassen dafür im Schnitt zehn Kräfte ihren Arbeitsplatz. Karin Lischer (SPD) freute sich über den Zuwachs an Mitgliedern, fragte sich jedoch auch, ob die Größe der Feuerwehr der Gemeindegröße angemessen sei.

Die Feuerwehr Grenzach-Wyhlen hat insgesamt 92 Mitglieder, davon 65 Aktive, neun Jugendliche und 18 in der Altersabteilung.