Bei der feierlichen Eröffnung des Neubaus der Kindertagesstätte Löwenzahn erinnerte Bürgermeister Tobias Benz an den alten „Löwenzahn“, bei heute älteren Grenzachern noch gut in Erinnerung.

Viele verbrachten in den 50er und 60er Jahren darin ihre Kindheit. Bis 2015 wurde das aus den dreißiger Jahren stammende Gebäude genutzt, doch bauliche Mängel und eine ungeeignete Raumanordnung ließen selbst die umfangreichste Sanierung als nicht mehr lohnenswert erscheinen. Vor etwa zwei Wochen zogen die Kindergruppen aus dem Provisorium in der Bärenfelsschule zurück ins neue Haus. Nach dem Abriss 2016 wurde 2017 schließlich mit dem Bau begonnen.

Gebäude nach modernen Richtlinien

Für 5,9 Millionen Euro entstand das nach moderne Richtlinien ausgeführte Gebäude. Zwar wurden die Baukosten um zehn Prozent überzogen, doch angesichts der Hochkonjunktur und der damit verbundenen Kostensteigerung im Baugewerbe sei dies eine durchaus vertretbare Größe, meinte der Bürgermeister. „Dennoch ist dies kein Prunkbau,“ meinte Benz.

„Wir haben das vom Land vorgegebene Raumprogramm eingehalten. Leider erhielten wir nur 248 000 Euro Zuschuss, aber ehrlicherweise muss ich auch sagen, dass dieser Anteil für künftige Bauten höher sei wird.“ Mit der neuen Tagesstätte kann das Angebot der Gemeinde deutlich erweitert werden.

Raum für zusätzliche Gruppen

Zwei Gruppen werden für Kinder zwischen ein und drei Jahren eingerichtet, vier Gruppen für Kinder von drei Jahren bis zum Schulbeginn. Je die Hälfte der Gruppen bietet verlängerte Öffnungszeiten, die andere wird als Ganztagsgruppe eingerichtet. Die Belegung allerdings kann nur schrittweise erfolgen, weil die 16 Betreuerstellen noch nicht vollständig besetzt sind.

Eine Kindergruppe eröffnete mit fröhlichem Gesang die kleine Feierstunde.
Eine Kindergruppe eröffnete mit fröhlichem Gesang die kleine Feierstunde. | Bild: Rolf Reißmann

Leiterin Annette Westendorf erklärte, dass bei der Planung das pädagogische Konzept voll umgesetzt wurde. So erhielten alle Gruppen neue Namen nach Tieren wie Frösche, Libellen und Grashüpfer, was den Kindern Freude bereite. Während die „Großen“ sich bereits eingelebt haben, ist die Eröffnung der Kinderkrippe für den 1. Juni vorgesehen. Architekt Friedemann Roller verwies auf die an der komplexen Aufgabe Beteiligten. Rund 50 Planer und Fachfirmen arbeiteten mit.

Inspirationen von Astrid Lindgren

Das Gebäude bietet 1900 Quadratmeter Geschossfläche. Für die Fassade wurde Douglasienholz gewählt und damit auch heimatbezogen die Nähe zum Schwarzwald demonstriert. „Bei der Innenplanung haben wir uns von Astrid Lindgren leiten lassen, sie formulierte in ihren Geschichten die Erwartungen von Kindern, bezeichnet damit auch Anforderungen,“ sagte er. „So sahen wir bei aller notwendigen Verbundenheit der Räume die ebenfalls erforderlichen Abtrennungen, damit Ruhebereiche entstehen, in die sich Kinder aus dem gemeinsamen Spiel zurückziehen können.“

Für die Nutzung wurden alle Räume von innen nach außen gedacht. Durch große, bis zum Boden reichende Fenster besteht vielfach Sichtverbindung ins Freie. Fenster im Innenbereich lassen die Beobachtung auch aus anderen Räumen zu. Der große Spielgarten mit über 1000 Quadratmetern ist ein weiterer Vorzug dieser Einrichtung. Bürgermeister Benz wies darauf hin, dass erfreulicherweise die drei großen Bäume erhalten werden konnten und nun großflächige Schattenbereiche bieten. Für das Architekturbüro Roller (Breisach und Kassel) war dies der erste Kindergartenbau in Süddeutschland.