Grenzach-Wyhlen – Es war Liebe auf den ersten Blick: Als Ramona Engel aus Wyhlen im eigenen Garten hübsche Schmetterlinge entdeckte, war sie gleich Feuer und Flamme. Seither beschäftigt sich die 29-Jährige mit der Aufzucht und Arterhaltung. Außerdem hält sie ihr Hobby mit der Kamera fest und teilt die Bilder via Facebook mit anderen.

Der gelb und schwarz gezeichnete Schwalbenschwanz, mit fast neun Zentimeter Flügelspannweite einer der auffälligsten heimischen Tagfalter; das Tagpfauenauge, mit seinen großen blauen Augenflecken oder die Landkärtchen, deren Flügelunterseite mit Linien gezeichnet ist, wie auf einer Straßenkarte – alle diese Arten sind in Engels Garten heimisch.

Vor rund sechs Wochen begann Engel damit, den Lebenszyklus der Schmetterlinge vom Ei bis zum fertigen Flattermann zu dokumentieren, inzwischen sind ihre Mitbewohner davongeflattert.

Die Mutter einer kleinen Tochter weiß, wann und wo die Raupen unterwegs sind und sammelt wenige davon ein. Sie kommen in einen Aufzuchtbehälter, der einem Schrank aus Netzstoff gleicht, und werden mit ihrer jeweiligen Fraßpflanze gefüttert. Das Tagpfauenauge und das Landkärtchen bevorzugen Brennessel, der Schwalbenschwanz hat gerne Fenchel, wilde Möhre und Dill auf dem Speiseplan. Und damit auch alle satt werden, wird das Futter im eigenen Gärtchen angebaut. „Es ist so einfach unseren Schmetterlingen etwas anzubieten. Wenn nur jeder Gartenbesitzer ein kleines Fleckchen im Garten dafür reserviert.“

Das Raupenstadium dauert etwa zwei Wochen, dann erfolgt die Verpuppung. Die Puppenruhe dauert je nach Art weitere zwei bis drei Wochen. Mit dem Schlüpfen des ausgewachsenen Schmetterlings ist die Metamorphose vollendet. Künftig plant Engel, die von Beruf Einzelhandelskauffrau ist, zusätzlich auch die Zucht vom kleinen und großen Ochsenauge, deren Raupen gerne Süßgräser verzehren. Diese Raupen möchte sie noch sammeln, bevor die Arten in die Überwinterung gehen. Diese soll bei Engel in einem sogenannten Aerarium (Fachbegriff für Aufzuchtbehälter) im eigenen Garten stattfinden.

Die Dokumentation hält Engel mit ihrer Spiegelreflexkamera fest, für die beeindruckenden Nahaufnahmen benutzt sie zusätzlich eine Makrolinse. Die Bilder samt Erläuterungen teilt sie im sozialen Netzwerk Facebook, dort hat sie Anfang August eine eigene Seite erstellt und schon 44 Abonnenten gewonnen. Ihr Mann unterstützt sie bei ihrem Hobby und ihren weiteren tierischen Hausgenossen. Als er sie kennenlernte, so erzählt Engel, hatte sie schon einen kleinen Zoo mit Kaninchen und Reptilien. Er begleitet sie auch zu Tagesausflügen in die Region, wo Engel weitere Arten bestaunt, etwa ins schweizerische Kerzers, wo es Papiliorama gibt. Oder auf die Insel Mainau mit dem zweitgrößten Schmetterlingshaus in Deutschland.

Ramona Engel gibt ihre Begeisterung für die Falter auch an Töchterchen Aileen weiter. Die liebt Schmetterlinge auch. Ihre liebsten sind aber aus Stoff und hängen an einem Mobile über ihrem Bettchen.

Informationen im Internet:
www.facebook.com/Garden-of-Butterflies