Grenzach-Wyhlen – Nach der Fasnacht ist vor der Fasnacht: An ihrer Mitgliederversammlung blickte die Narrenzunft Grenzach (NZG) auf eine erfolgreiche Fasnachtskampagne zurück. Noch vor den Sommerferien soll eine wichtige Entscheidung für die kommenden fallen. Gemeinsam mit der Narrenzunft Wyhlen und verschiedenen Behörden wird geprüft, ob der Umzug abseits der Bundesstraße laufen kann.

  • Im Blickpunkt: Zunftmeister Stefan Koppetsch streifte das Thema am Freitag nur kurz und erklärte, dass der Umzug auf der Bundesstraße wohl nicht mehr gestattet sein werde. Auf BZ-Nachfrage erklärte Ordnungsamtsleiter Jürgen Käuflin, dass derzeit Gespräche geführt werden. „Die Sperrung der Bundesstraße bedeutet jedes Jahr einen enormen Aufwand.“ Umleitungsstrecken müssten ausgeschildert, Halteverbotsschilder aufgestellt und kontrolliert werden. Hinzukomme, dass die Straße direkt nach dem Umzug gereinigt werden müsse, um sie so schnell wie möglich wieder freizugeben. „Deshalb hat die Polizei uns bei der diesjährigen Nachschau erneut gefragt, ob eine Alternative denkbar wäre“, so Käuflin. An dieser möchte die Gemeinde mit den betroffenen Zünften arbeiten. „Eine gemeinsam erarbeitete Lösung ist besser, als wenn das eine Behörde anordnet“, findet der Ordnungsamtschef. Er nimmt die Haltung der Vereine als positiv und offen war, wenn es auch noch ein paar „kritische Stimmen“ gebe. Auch wenn die Fasnacht noch einige Monate weit weg ist – Käuflin will bis zu den Sommerferien eine Entscheidung haben.
  • Rückblick: Einige Neuerungen gab‘s auch in der vergangenen Saison, wie Stefan Koppetsch in seinem Jahresbericht erinnerte. Für die Bar im Keller des Haus der Begegnung (HdB) wurde eine neue Bartheke angeschafft. Zur Erneuerung der Hallendeko im HdB fand im Januar ein Fototermin mit allen Grenzacher Zünften statt. Nach den Umzügen in den zwei Ortsteilen fand erstmals eine gemeinsame Wagenprämierung mit anschließendem Hock statt. Dabei ging es „teils leicht chaotisch“ zu und eine interne Diskussion darüber steht noch an, führte Koppetsch aus. Dennoch meinte er: „Meiner Meinung war es ein weiterer Schritt beide Zünfte anzunähern und somit auch die Infrastruktur sinnvoller zu nutzen.“

Die Saison hatte am 11.11. ihren Auftakt mit dem traditionellen Familienabend der NZG genommen. Neben den Umzügen in den Ortsteilen fanden auch der Kinderumzug, etwas verkürzt wegen eines drohenden Unwetters, und der Kinderball im HdB statt. Wegen schlechten Wetters musste der Wyhlener Narrenbaum umgelegt werden wie auch der falsche Narrenbaum eines bislang unbekannten Urhebers an der Bahnunterführung, während der besser verankerte Grenzacher Narrenbaum stehen bleiben konnte. Zusammen mit zahlreichen Guggen war das Narrenbaumstellen zum fünften Mal in Grenzach begangen worden. Koppetsch erkannte die große Beliebtheit der Zunftabende darin, dass sie schon zwei Wochen nach Beginn des Vorverkaufs alle sechs Abende ausverkauft waren. Die Zunftspieler lobte er auch für ihren Auftritt beim Altennachmittag der Gemeinde. Die Liste der Aktivitäten der NZG war lang. Zu den Highlights gehören Hemliglunggi, Machtübernahme, Mählsuppelöffle, der Nachtumzug in Wyhlen oder die Teilnahme am Umzug in Ettenheim und Bingen. Koppetsch stellte fest, dass „es dort noch weniger reglementiert zu geht als hier bei uns in Grenzach-Wyhlen.“ An Bürgermeister Tobias Benz gewandt, hielt er fest, dass die Spitze Richtung Ordnungsamt gerichtet sei. Handlungsbedarf erkannte Koppetsch bei der Lautstärke sogenannter „Bumbumwagen“, die die Guggenmusiken zu übertönen drohten. Bürgermeister Tobias Benz lobte die Narrenzunft für ihr Engagement und die erfolgreiche Kampagne, die die Narren mit viel Herzblut gemeistert hatten. Der Kassenbericht fiel positiv aus.

  • Mitglieder: In der NZG sind neun Cliquen mit 217 aktive und 159 passiven Mitgliedern organisiert, davon 344 Erwachsene und 32 Kinder.

Alle Infos im Internet:
http://www.nz-grenzach.de