Grenzach-Whylen (hbk) Dass die Grenzacher Römervilla ein für die Region bedeutendes Museum ist, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Seit der Neugestaltung im Jahr 2011 hat man sich zu Recht den Namen „Regionalmuseum für römische Alltagskultur“ gegeben, eine passende Bezeichnung, da in sehr eindrucksvoller und verständlicher Weise das Alltagsleben zur Römerzeit zwischen 80 und 280 nach Christus beleuchtet wird.

Obwohl man vor über 30 Jahren nur etwa ein Sechstel der Grenzacher Villa ausgraben konnte, faszinieren jeden Besucher die gewaltigen originalen römischen Mauern, die 1984 zum Vorschein kamen. Es ist dem Verein für Heimatgeschichte zu verdanken, dass diese historischen Zeugnisse nicht wieder zugeschüttet wurden, sondern durch eine gelungene Überbauung geschützt werden konnten und so der interessierten Nachwelt sichtbar erhalten geblieben sind. Treibende Kräfte waren damals unter anderem Erhard Richter und der Vorsitzende des damals noch jungen Geschichtsvereins, Bernhard Vogt. Auch wenn von den Archäologen nur ein kleiner Teil dieses herrschaftlichen Anwesens freigelegt werden konnte, das wohl reichen Bürgern von Augusta Raurica gehörte, die es von einem Pächter verwalten ließen, kann man an der makellos gemauerten Südwand des Gebäudes den hohen Standard römischer Bautechnik studieren. Ein kleiner Rest hochwertigen Putzes verweist darauf, dass das Gebäude einst verputzt gewesen sein muss, im unteren Bereich in typischem Pompei-Rot.

„Der aufmerksame Betrachter kann viel über die bauliche Ausstattung der Villa entdecken“, erzählt Helmut Bauckner gerne, der Vorsitzende des Verein für Heimatgeschichte, der den Museumsbetrieb führt. Man kann sogar ein römisches Dach nachbauen, was Kindern viel Spaß macht. Auch über die Marmorartefakte und das Wandfresko gibt es Interessantes zu berichten. Mit anderen Worten, ein Besuch an Sonn- und Feiertagen zwischen 15 und 18 Uhr oder im Juli/August zusätzlich mittwochs zwischen 17 und 19 Uhr lohnt sich immer, gerade auch für Familien mit Kindern.

Gruppen können sich für Führungen unter Tel. 07624/18 13 oder bei maultier@t-online.de melden.