Bürgermeister Tobias Benz respektiert die Sorgen der Einzelhändler und auch ihre Bemühungen, den Standort attraktiv zu halten. Vor „Traumtänzereien“ aber warnt er, wie er im Gespräch mit dieser Zeitung sagte.

Eine Unterführung unter der Bahnlinie würde nicht nur einen zweistelligen Millionenbetrag kosten. Auch die Planungen und Bauzeit würde sehr lange dauern, denn technisch sei das alles andere als einfach. „Wir sprechen hier von Dimensionen, das geht über eine Dekade hinaus.“ Wenn die Ortsumfahrung geschaffen ist, soll die Neue Mitte schon fertig sein (der Bebauungsplan soll bis Frühjahr stehen) und damit auch Frequenzbringer für den Ort. Die Gemeinde führe gute Gespräche mit vielversprechenden Interessenten, darunter auch ein weiterer Lebensmittler. „Das spricht sich schon rum“, so Benz.

Deshalb sei es ein „Horrorszenario“ anzunehmen, dass die B34 neu den gleichen Effekt haben werde wie die Sperrung am Hörnle. „Das ist nicht repräsentativ.“ Was eine weitere Zu- und Einfahrt via Basler Straße angeht, zeigt sich Benz optimistischer. „Das schauen sich die Stadtplaner sehr genau an, und das wäre auch ohne großen Mehraufwand zu machen.“

Auch oberirdische Parkplätze werde es weiterhin geben, schließlich solle aus der Basler Straße keine autofreie Zone gemacht werden. „Wir möchten aber die Aufenthaltsqualität steigern.“ Die sei unter den jetzigen Gegebenheiten nicht da. „Wenn man ehrlich ist, will man sich dort doch nicht lange aufhalten.“ Mit breiten, schön gestalteten Gehwegen, üppigen Pflanzen wie Oleander oder Palmen und eben weniger Verkehr sähe das schon anders aus. „Das wird eine runde Sache“, zeigt sich Benz überzeugt.

Mit Blick auf die weitere Zukunft glaubt Benz indes, dass sich auch das Kundenverhalten ändern wird. „Parken direkt vorm Geschäft ist schon eine Generationenfrage.“ Auch die Quote derjenigen, die gar kein eigenes Auto mehr besitzen wollen, steige.