Rheinfelden/Grenzach-Wyhlen – Bis Ende September sollen die Probleme mit den Triebzügen der Baureihe 612 gelöst sein, damit es keine technisch begründeten Zugausfälle mehr gibt. Das war die Zusicherung, die DB-Konzernbeauftragter Sven Hantel und David Weltzien, Vorsitzender von DB Regio im Land, vorige Woche beim Bahngipfel abgaben.

Für den Betrieb des Dieselnetzes Ost, zu dem auch die Interregio-Expresslinie Basel – Ulm gehört, sind 34 Züge notwendig, um die Umläufe in der geplanten Bestückung abzusichern. Um auch bei Ausfällen die Betriebssicherheit zu erlangen, beschaffte die Deutsche Bahn als Betreiber des Netzes, sieben Züge mehr. Die Modernisierung der vor etwa 15 bis 18 Jahren gebauten Triebzüge sei wesentlich umfangreicher geworden, als ursprünglich vorgesehen war, deshalb gab es Verzögerungen. Neben der unerwarteten Asbestentsorgung habe sich die DB entschlossen, in einigen Zügen die gesamte Elektrik auszutauschen, um damit die Betriebsfähigkeit bis zum Ende der Laufzeit zu erreichen.

Das Eisenbahnbundesamt habe dies als bedeutenden Umbau eingeordnet und eine Neuzulassung der Züge verfügt. Wegen der andauernden Werkstattaufenthalte können derzeit nicht alle dafür vorgesehenen Umläufe mit zwei Triebzügen gefahren werden, was oftmals bereits in Rheinfelden als zweiter Station in Richtung Ulm zu starkem Gedränge in den Zügen führt. Sowohl Sven Hantel als auch Uwe Lahl aus dem Verkehrsministerium in Stuttgart bekräftigten, dass andere Züge nicht möglich waren, weil es nur diese Baureihe als Neigezüge gibt. „Wenn diese Züge stabil fahren, sind es gute Fahrzeuge,“ bekräftigt Sven Hantel. Bis zum Ende der Dieseltraktion sollen die IRE hier fahren.

Dies allerdings wird wohl im Kreis Lörrach anders gesehen. Erst vor wenigen Wochen teilte der 1. Landesbeamte, Urich Höhler, bei einer Gemeinderatssitzung in Schwörstadt mit, dass die schnellen Züge nur noch etwa drei Jahre lang bis Ulm verkehren würden. Leider kamen die von vielen Fahrgästen kritisierten Lösungen bei der Modernisierung nicht zur Sprache. Auf Bestellung des Landes wurde unter anderem das 1. Klasse-Abteil auf acht Sitze verkleinert und inmitten das Fahrzeuge eingeordnet, so dass es besonders eng wirkt. Auch gelang es nicht, einen einfach zu bedienenden Hublift für Rollstühle einzubauen. Ebenso wurde nicht über die Ursachen der massiven Unpünktlichkeit gesprochen.

Vor allem auf der eingleisigen und sehr stark befahrenen Bodenseegürtelbahn erlangen die schnellen Züge nachmittags zwischen Friedrichshafen bis Singen Verspätung. Bis Waldhut sind die Verzögerungen nicht mehr aufzuholen, auch wegen der Eingleisigkeit von Erzingen bis Waldhut. Kommen dort die Züge zu spät an, muss entweder die Regionalbahn warten und zu spät abfahren oder der IRE fährt der langsamen Regionalbahn hinterher. Da nach 2000 zwischen Waldshut und Rheinfelden zur Kosteneinsparung alle Überholgleise ausgebaut wurden, kann erst hier wieder der schnell IRE nach vorn gelangen. Rheinfelden ist deshalb besonders von den nachmittäglichen Verspätungen geplagt. Silke Vetter von Roche Pharma Grenzach bemängelte die anhaltende erhebliche Unpünktlichkeit, zahlreiche Beschäftige des Unternehmens erreichen dadurch vielfach vorgesehene Termine nicht rechtzeitig. Bettina Schöttle wies als Fahrgastvertreterin noch auf unzureichende Information hin.

„Wenn es schon zu Verspätungen kommt, sollte doch durch die Bahn ausreichend Information sowohl auf den Bahnhöfen als auch in den Züge gegeben werden,“ forderte sie ein. „Leider sind aber viele Züge nicht mit Zugbegleitern besetzt, so dass sich die Fahrgäste verlassen vorkommen.“ Gerade für Berufspendler eine unmögliche Situation.