Grenzach-Wyhlen (eim) Zwar werden die neuen Räume im Wyhlener Kinderhaus bereits seit Februar genutzt, doch am Dienstagabend wurde der Umbau offiziell abgeschlossen. Die einst für die Betreuung der Grundschüler genutzten Räume wurden nun an ihre neue Funktion angepasst.

Somit sind alle Kinder unter drei Jahren im hinteren Teil des Kinderhauses untergebracht, während der Vorderteil nun ausschließlich den Drei- bis Sechsjährigen zur Verfügung steht. Barbara Scheer, Leiterin des Kinderhauses, lobte besonders, dass nichts nach Umbau aussieht, sondern so, als wäre das Haus von Anfang an so angelegt gewesen. Neben der altersgerechten Einrichtung entstand auch eine Spielterrasse.

Architektin Beate Kromer-Piek wies darauf hin, dass es gelungen ist, die nahe stehenden Bäume zu erhalten. Somit besteht neben dem überhängenden Dach noch ein weiterer Schutz vor starker Sonneneinstrahlung. Die Terrasse wurde mit einem speziellen Gummibelag und einem engmaschigen Schutzgeländer ausgestattet, so können dort die Kleinkinder gefahrlos und geschützt spielen. Es habe sich ausgezahlt, dass für die Umbauarbeiten jene Firmen gewonnen werden konnten, die vor sieben Jahren das Kinderhaus errichteten. Insgesamt wurden 330 Quadratmeter umgebaut, jeder der drei Gruppenräume verfügt über einen Ruheraum und eine Nasszelle. Besonders wichtig war die Koordination der Arbeiten, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Kinderhauses. Am Morgen und zur Mittagsstunde musste der Schülerverkehr zur und von der Lindenschule bedacht werden, da konnten keine Fahrzeuge unterwegs sein, und drinnen blieb den Bauarbeitern nichts anderes übrig, als zur Mittagszeit geräuschlos zu arbeiten, denn die Ruhezeit der Kinder musste eingehalten werden. Das war also keine leichte Baustelle.

Scheer verwies auf die immer vielfältiger werdenden Anforderungen an die Erzieherinnen. Die Kinder kommen aus vielfältigen kulturellen Hintergründe, zum Teil mit sehr verschiedenen Kommunikationsvoraussetzungen, das erhöhe ständig die Anforderungen im Umgang mit ihnen. Jedes Kind werde so angenommen wie es ist. Durch die Offenheit im Kinderhaus erlangen die Mädchen und Junge recht schnell Beziehungen zum Gemeinschaftserlebnis.

Bürgermeister Tobias Benz verwies darauf, dass mit den drei neuen Gruppenräumen eine weitere Etappe bei der Umsetzung des Masterplanes der Gemeinde zur Kinderbetreuung erreicht wurde. Nachdem jahrelang dieses Problem nur unzureichend beachtet wurde, seien inzwischen erhebliche Fortschritte sichtbar. Durch den Fachkräftebedarf sowohl auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt als auch bei der heimischen Industrie bestehe hier ein Betreuungsbedarf bei Kindern unter drei Jahren von mehr als 60 Prozent. Damit liege die Gemeinde sehr deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Erfreulich sei, dass Bund und Land inzwischen mit höheren Förderbeträgen den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen unterstützen, 210 000 Euro kamen für dieses Projekt als Förderung an. „Insgesamt waren für den Umbau 730 000 Euro kalkuliert, mit 722 000 Euro blieben die Kosten sogar noch leicht darunter,“ freute sich der Bürgermeister.

Doch die Kosten bringe die Gemeinde auch auf im Wissen, dass hier sehr gute frühkindliche Bildungsarbeit geleistet werde. Die qualifizierten Erzieherinnen zu finden sei nicht leicht gewesen, doch jetzt stehe ein gutes Team bereit, im September soll es vollständig sein.