Grenzach-Wyhlen – In 100 Metern Höhe die Aussicht über Grenzach-Wyhlen genießen. Das geht sogar, ohne dafür den sicheren Boden zu verlassen – mit einer Drohne. Seit knapp anderthalb Jahren ist Benjamin Kappler aus Wyhlen mit einer solchen unterwegs. In seinem Heimatort hat er jeden Winkel erkundet und auch in der Schweiz, in Frankreich oder in anderen Teilen Deutschlands hat er seine Drohne schon in die Luft geschickt.

Angefangen hat alles mit seinem neu gefundenen Interesse an der Fotografie, vor etwa fünf Jahren. Irgendwann wollte er der Fotografie eine andere Perspektive geben und ist auf das Drohnenfliegen gekommen. Vor allem Burgen landen oft auf seinen Fotos. „Burgen geben einfach immer ein tolles Motiv“, erklärt er. Nach dem Einstieg mit einer günstigen Variante hat er vor etwa einem Jahr etwa 1500 Euro in seine neue Drohne, eine DJI Mavic Pro, investiert. Sein Tipp an Anfänger: „Man sollte sich gleich eine bessere Drohne zulegen. An den günstigen Varianten hat man keinen Spaß, weil sie zu wenig Funktionen haben.“ Außerdem empfiehlt er eine Haftpflichtversicherung und eine Versicherung für die Drohne abzuschließen.

Schnell auseinander geklappt und auf dem Boden platziert, braucht es nicht lange, bis die Drohne startbereit ist. Nach ein paar akustischen Piep-Signalen startet sie mit einem hörbaren Summen ihre Rotoren und hebt ab. Benjamin Kapplers neue Drohne hält von selbst die Flughöhe, stabilisiert die Bild- und Videoaufnahmen und ist kompakt zusammenfaltbar. Je nach Wetterlage kann man bis zu 16 Kilometer in die Ferne schauen. „Ich finde es faszinierend, wie ruhig das Bild ist, wenn die Drohne in der Luft ist“, sagt Kappler während er seine Drohne manövriert. 20 bis 25 Minuten hat die kleine Drohne Ausdauer, danach muss der Akku gewechselt und wieder eine Stunde geladen werden.

Die Steuervorrichtung ist simpel. Das Handy wird an einen Controller angeschlossen und die Bilder der Drohne direkt aufs Display übertragen. Mit den zwei Steuerknüppeln werden Höhe und Blickrichtung kontrolliert. Bei niedriger Batterieladung kehrt Kapplers Drohne automatisch zu ihm zurück. Manchmal lässt sich Kappler auch von seiner Drohne verfolgen, zum Beispiel wenn er seinem anderen Hobby nachgeht: Downhill, also mit einem Fahrrad mit Tempo bergab fahren. „Ich finde es schade, dass das Drohnenfliegen hier in Deutschland so reglementiert ist“, erzählt der 28-Jährige. Erlaubt ist eine Flughöhe von 100 Metern, damit man dem Flugverkehr nicht in die Quere kommt. Über Menschenmengen darf man nicht fliegen, ab 22 Uhr ist Nachtflug-Verbot. Für den Flug über Städte braucht man eine Aufstiegserlaubnis, die bei der Gemeinde beantragt werden muss. Das kostet Zeit und Geld. Ohne Erlaubnis ist der Aufstieg nur 100 Meter außerhalb der Ortsgrenze erlaubt. Den Drohnenführerschein absolviert Kappler gerade nebenbei. Er hilft vor allem dabei Entfernungen und Höhen richtig abschätzen zu können.

Ist die Drohne einmal in der Luft, darf sie nur im 250-Meter-Umkreis vom Piloten, also auf Sichtweite, geflogen werden. Aufpassen muss man ebenso bei Vögeln oder anderen Menschen, die den Luftraum mit benutzen. Vor jedem Flug überprüft Kappler auch die Windgeschwindigkeit. „Die Drohne fliegt bis zu 94 Stundenkilometer schnell. Wenn die Windgeschwindigkeit darunter liegt, ist alles okay. In 100 Metern Höhe sind die Winde auch noch einmal stärker“, erklärt Kappler.

Momentan arbeitet Kappler noch im Fenster – und Fassadenbau. Sein Traum ist jedoch, das Drohnenfliegen auch zum Beruf zu machen. Für ein paar Freunde hat er schon „Auftragsflüge“ unternommen. Jeden Tag ist er nach der Arbeit in der Luft. Schon etwa 833 000 Kilometer hat er mit seiner Drohne zurückgelegt und über 20 000 Bilder im vergangenen Jahr geschossen. Er investiert diese Zeit jedoch gerne und ist immer auf der Suche nach neuen Landschaften, die er sich von unten von oben anschauen kann.