Grenzach-Wyhlen - Ein Defibrillator, auch Schockgeber genannt, verbessert die Chancen einer erfolgreichen Herz-Lungen-Wiederbelebung. In der Industrie sind die Sanitäter und Feuerwehrleute mit Defibrillatoren ausgerüstet. Vor zwei Jahren wurden in der Gemeinde auch in öffentlichen Einrichtungen frei zugängliche Geräte aufgehängt. Die Helfer-vor-Ort-Gruppe (HvO) des DRK-Ortsvereins ist ebenfalls mit zwei Geräten im Einsatz.

„Zum Glück ist nicht jeder der über 100 Helfer-vor-Ort-Einsätze im Jahr in Grenzach-Wyhlen eine Reanimation, aber in den vergangenen Jahren sind wir bereits im zweistelligen Bereich der Nutzung angekommen“, erklärt Rolf Rombach, Pressesprecher des Ortsvereins des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Bei einem Radfahrer mussten sogar zwei Defibrillationen zur Wiederbelebung vorgenommen werden, bevor der Rettungsdienst eintraf, erinnert sich Rombach. Die gesetzliche Frist von 15 Minuten bis zum Eintreffen der Rettungsfahrzeuge werde oft erreicht, aber bei einem Herzkreislaufstillstand könne bereits nach zehn Minuten der Hirntod des Patienten eintreten, daher verfüge die HvO-Gruppe über zwei Automatische Externe Defibrillatoren (AED).

Die HvO-Gruppe des Ortsvereins wird von der Leitstelle nach ihrem Ermessen parallel zum Rettungsdienst alarmiert. In der Gruppe sind zehn Sanitäter, Rettungssanitäter, – assistenten und Notfallsanitäter ehrenamtlich aktiv, die mit ihren privaten Autos ohne Sonderrechte anrücken. Eine Garantie, dass sie jeden Einsatz anfahren können, gibt es nicht. „Manchmal ist einer alleine, manchmal sind wir vier oder fünf“, meint Rombach. Er berichtet, dass auf eine Initiative von Bürgermeister Tobias Benz 20 Geräte in Gebäuden der Gemeinde platziert wurden. Dabei hat DRK-Bereitschaftsleiterin Melanie Grauli die Gemeinde beraten. Auch die Feuerwehr und einige Vereine wie der Ruderclub und der Yachtclub verfügen über eigene Geräte.

Zwölf Defibrillatoren sind in Wyhlen aufgehängt und acht Geräte in Grenzach, führt Hauptamtsleiterin Karin Schöttler aus: „Neu kommt einer in den Kindergarten Löwenzahn.“ Mitarbeiter der Verwaltung waren bei einer Ersthelfer-Schulung, aber die Geräte in den öffentlichen Einrichtungen sind selbsterklärend. Bianca Scarpinato, Ersthelferin im Rathaus Grenzach, erklärt, dass den in Wandboxen befindlichen Geräten eine Anleitung beiliegt, ebenso eine Schere, ein Einmalrasierer und die Klebedioden.

Auf deren Verpackungen ist die korrekte Platzierung am Oberkörper dargestellt. Im Einsatz geben die Geräte auch Anweisungen. Die Wartung ist einfach: Über Lichtsignale zeigen die Geräte Funktionsbereitschaft oder Fehler an. „Nach dem Bundesimmissionsgesetz brauchen wir eine Werksfeuerwehr und eine Sanität“, erklärt Udo Binninger, Head of Medical Service, der als Betriebsarzt für die drei Unternehmen Bayer, DSM und Roche zuständig ist. Feuerwehrleute und Sanitäter sind im Einsatz der Defibrillatoren geschult und führen diese in Notfallrucksäcken mit sich. Da sie eine kurze Ausrückzeit haben, können sie am schnellsten Erste Hilfe leisten, führt Binninger aus. Daher habe man in den Werken auch keine stationären Geräte aufgehängt.

Im Werk der BASF gibt es drei Defibrillatoren. Einer befindet sich in der Sanitätsstation des werksärztlichen Dienstes, um direkt bei medizinischen Notfällen reagieren zu können. Auch der BASF-Rettungswagen ist mit einem Defibrillator ausgestattet. „Bei Notfalleinsätzen kann dieser so direkt vor Ort eingesetzt werden“, berichtet Pressesprecher Franz Kuntz. Im Labor- und Verwaltungsgebäude befindet sich ein stationäres Gerät, da dort der größte Personenverkehr herrscht. Bei Erste-Hilfe-Trainings werden die Mitarbeiter auch im Umgang mit Defibrillatoren geschult. Von einem Einsatz im BASF-Werk hat Kuntz allerdings keine Kenntnis.

Auch im Hauptamt im Rathaus ist von einem Einsatz der seit Ende 2016 im Gemeindegebiet installierten Geräte nichts bekannt. Binninger hingegen weiß von Defibrillator-Einsätzen zu berichten, die für die Betroffenen überlebenswichtig waren.