Es riecht ein bisschen muffig und Staubkörner kitzeln in der Nase. Tief im Keller des Lise-Meitner-Gymnasiums liegt das Schularchiv. In Blechschränken, Kartons und auf Regalen lagern Unterlagen, die gerade dieser Tage wieder von hohem Interesse sind. Denn die Schule bereitet sich auf ihr Jubiläum vor, das 50-jährige Bestehen wird am 19. Oktober mit einem Festakt und einem anschließenden Ehemaligentreffen gefeiert.

Irgendwo in diesen Unterlagen, zwischen Kursbüchern und Prüfungsheften, hat Direktor Frank Schührer ein wichtige Liste von 1975 gefunden: 19 Namen stehen darauf, es sind die ersten Abiturienten, die in der Gemeinde diesen Abschluss machen konnten. Sie und alle anderen Ehemaligen sind eingeladen, das 50-jährige Bestehen gemeinsam zu feiern und sich auszutauschen. „Wir wollen, dass es ein lockerer Nachmittag mit vielen Gesprächen wird“, so Schührer. Dafür hängen sich viele Kollegen und Schüler ins Zeug. So wurde das Archiv durchforstet, um Bilder und Zeitungsberichte zu finden, die aufgehängt eine Zeitreise ermöglichen sollen.

Auch Direktor Schührer kam bei der Beschäftigung mit der Vergangenheit ins Grübeln. „Eine sehr eindrückliche Erkenntnis für mich war, dass meine Vorgänger viel stärker abhängig waren vom Regierungspräsidium Freiburg.“ Dinge, die er heute autonom entscheiden kann, brauchten früher stets den Segen von oberer Stelle. Auch die Entwicklung der Schülerzahlen sind für ihn interessant. „In den 70er Jahren sind die Zahlen sehr stark angestiegen, in den 90ern gab‘s eine heftige Delle.“ Damals wurde sogar überlegt, das seit 1969 eigenständige Gymnasium wieder zum Progymnasium zu machen – also zu einer Außenstelle. „Man hat sich gefragt, ob das LMG alleine existieren kann“, so Schührer. Heute kann er auf stabile Jahrgangszahlen blicken. „Wir beginnen dreizügig und legen erst später zusammen.“

Die Herausforderung fürs LMG sei immer schon gewesen, dass es einen sehr engen Einzugsbereich habe. „Die Schüler kommen fast ausschließlich aus der Doppelgemeinde, mit wenigen Ausnahmen.“ Das unterscheide das Gymnasium von Einrichtung wie in Bad Säckingen oder Waldshut. „Daher sind Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur immer wahnsinnig bemerkbar.“

Veränderung und Wandel unterliegt auch der pädagogische Ansatz. Dieser Entwicklung wird der geplante Umbau des Gebäudes Rechnung tragen, etwa mit Lerninseln abseits der herkömmlichen Klassenzimmer. In die Gespräche mit Architekten und Bauverwaltungen sind auch die Pädagogen einbezogen. „Die Abstimmungen laufen gut“, so Schührer.

Noch aber präsentiert sich das LMG in weiten Teilen so, wie es schon in den 70er Jahren war – die Ehemaligen dürften sich also recht schnell zurecht finden und Erinnerungen hochkommen.