Grenzach-Wyhlen Das Grundbuchamt ist weg

Das Grundbuch in der Gemeinde Grenzach-Wyhlen wird aufgelöst. Die Grundbücher werden nach Emmendingen verlegt.

Grenzach-Wyhlen – Im ersten Stock des Rathauses in Wyhlen stapeln sich die Kartons. Das Grundbuch in der Gemeinde wird aufgelöst. Die 9000 Grundbücher gehen digital nach Emmendingen, die dazugehörigen Akten in Papierform nach Kornwestheim ins Zentralarchiv. Am 11. Dezember kommen die Lkw.

Ratsschreiberin Jutta Ibert-Polizzi hat 22 Jahre im Grundbuchamt gearbeitet. Man merkt ihr und ihren Mitarbeitern, Lothar Deschler (stellvertretender Ratsschreiber) und Elisabeth Schneider von der Geschäftsstelle an, dass es ihnen nicht ganz leicht gefallen ist, des Grundbuchamt zusammenzupacken.

Von 2004 bis 2012 wurden die Grundbücher bereits neben der laufenden Arbeit digitalisiert. Zu jedem der 9000 Grundbücher gehört aber auch eine Akte, die den gesamten Verlauf der Besitzverhältnisse eines jeden Grundstücks dokumentiert. Diese waren in Ordner sortiert in einem Lagerraum untergebracht. Ein Auflösungsmanager von der Justiz hat die Akten vermessen und herausgefunden, dass in Kornwestheim 210,5 Laufmeter Regalfläche für Grenzach-Wyhlen benötigt werden, 85 Meter für Grenzach und 125,5 Meter für Wyhlen. Seit 1. November sind die drei Mitarbeiter des Grundbuchamts dabei, die Akten zu verpacken. Insgesamt 700 Archivkarton werden dafür benötigt. In Kornwestheim sollen dann auch die Akten digitalisiert werden.

Die werden zuerst im Flur zwischengelagert, bevor sie regelmäßig von Werkhofmitarbeitern ins Gewerbegebiet Fallberg gebracht werden, wo sie in einer Lagerhalle zwischengelagert werden bis zum 11. Dezember. Drei Lkw werden dann benötigt, um die auf 26 Europaletten verteilten Aktenberge ins Zentralarchiv des Landes nach Kornwestheim zu transportieren. „Wir haben dann 17 Tonnen Material bewegt“, sagt Ibert-Polizzi.

Am Dienstag endete die praktische und technische Ära Grundbuchamts in Grenzach-Wyhlen. Das digital vorliegende Grundbuch wurde am Nachmittag von Server zu Server nach Emmendingen übertragen, wo es künftig zentral geführt wird. „Gerade in einer Kommune wie Grenzach-Wyhlen, wo sehr rege Bautätigkeiten bestehen, ist es ein wichtig, dem Bürger im Sinne der Bürgerfreundlichkeit weiterhin auch eine Einsichtnahme vor Ort zu bieten“, sagt Bürgermeister Tobias Benz. Im Laufe des Januars wird eine Einsichtsstelle eingerichtet, wo dann wieder Publikumsverkehr empfangen werden kann. Ibert-Polizzi bestätigt den großen Bedarf für Grenzach-Wyhlen: Der Publikumsverkehr auf dem Grundbuchamt sei vergleichbar mit dem auf dem Bürgerbüro.

Großes Lob sprach Benz bei einem Pressetermin am Mittwochvormittag dem ganzen Team des Grundbuchamts aus. Es sei eine logistische Großaufgabe gewesen, den Betrieb sicherzustellen und gleichzeitig die Auflösung zu planen und zu bearbeiten. Alle Mitarbeiter bleiben bei der Verwaltung. Schon in den letzten beiden Jahren gab es Einarbeitungsprogramme in andere Arbeitsbereiche. Der eingesparte Lagerraum wird nicht lange leerstehen. Im ohnehin engen Rathaus fehlt seit langem ein zweiter Raum für Besprechungen. Der neue Raum soll gleichzeitig auch als Sozialraum dienen, wo Mitarbeiter sich treffen und in Pausen begegnen können.

„Jetzt müssen wir weiterarbeiten“, sagt Ibert-Polizzi mit einem Blick auf die Akten, die noch zu verpacken sind. Trotz aller Traurigkeit im Team, dass es das Grundbuchamt in Grenzach-Wyhlen in seiner alten Form nicht mehr gibt – am Montag, 11. Dezember findet auch die formelle Aufhebung des Amts statt – ist man nun doch auch froh, dass die vielen Archivkisten nun doch bald alle gefüllt und aus dem Rathaus gebracht sind.

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