Wie wurde vor 50 Jahren der Altennachmittag in Grenzach eingeführt?

Die damalige Kreisaltenbetreuerin Ruth Hess hat den Altennachmittag 1969 mit tatkräftiger Unterstützung des Sozialamts der Gemeinde Grenzach ins Leben gerufen. Drei Jahre später wurde er auch in Wyhlen eingeführt. Das war noch vor dem Zusammenschluss der beiden Gemeinden. Bei der ersten Durchführung im evangelischen Gemeindehaus in Grenzach waren schon freiwillige Helferinnen dabei. 1972 ist der Altennachmittag in das Haus der Begegnung umgezogen.

Wie viele Senioren kommen zum Altennachmittag und in welchem Rhythmus findet er statt?

Also im Juni, Juli und August machen wir keinen, ansonsten findet der Altennachmittag alle vier Wochen immer an einem Donnerstag statt. Meistens kommen so 80 bis 90 Personen. Wir hatten aber auch schon einen vollen Saal. Es kommen nur wenige Männer.

Wer trägt den Altennachmittag?

Für die Kuchen haben wir meist Spenden aus Grenzach-Wyhlener Geschäften oder bieten ihn zum Selbstkostenpreis an. Wir hatten auch schon Privatspender, die das Kuchenbuffet übernommen haben, oder bekommen von Vereinen selbstgebackene Kuchen. Die Gemeinde zahlt den Kaffee und stellt den Saal zur Verfügung.

Welche Vorbereitungen braucht es?

Gemeindearbeiter stellen Stühle und Tische für rund 100 Teilnehmer. Wir sind zehn Frauen, die vormittags die Tische schmücken und richten, mittags bedienen und abends dann noch aufräumen. Das Blumeneinkaufen und die Kuchenbestellungen mache ich schon vorher sowie auch die Programmplanung.

Was für ein Programm wird geboten?

Die älteren Leute haben immer gerne etwas Volkstümliches. Wir haben schon viele Theateraufführungen gehabt, und unser Heimatdichter Werner Richter hat früher viel gemacht. Meistens gestalten die Vereine das Programm. Männerchor, Musikverein, Frauenchor, Turnverein, alle Vereine haben schon Auftritte gehabt. Da höre ich nie ein Nein. Seit Jahrzehnten zeigen an Fasnacht die Zunftspieler der Narrenzunft Grenzach gratis ihr Programm und übernehmen Kaffee und Kuchen. Auch Privatpersonen haben schon Diavorträge zu Reisen gehalten oder Filme gezeigt. Wir hatten schon musikalische Einlagen etwa von einer Rentnerband aus Lörrach oder Einzelunterhalter mit besonderem Musikinstrument.

Ist die Programmgestaltung heute schwieriger?

Es war früher leichter ein Programm zusammenzustellen. Viele Vereinsmitglieder sind berufstätig und da geht der Job vor. Den Vereinen fehlt auch der Nachwuchs, aber wir bekommen immer noch ganz tolle Programme durch die Vereine. Dafür sind wir sehr dankbar.

Stellen Senioren heute andere Ansprüche an das Programm?

Eigentlich nicht. Am liebsten haben sie Handorgelmusik oder Volksmusik. Einfach etwas, das in ihre Zeit passt. Auch Kinderprogramme von Schülern oder Kindergartenkindern kommen gut an. Am besten etwas, wo man mitsingen kann. So nach zweieinhalb Stunden ist auch meistens Schluss. Die Älteren sitzen nicht mehr gerne so lange, außer wenn ein wirklich unterhaltsames Programm angeboten wird.

Wie wird das 50. Jubiläum des Altennachmittags begangen?

Das machen wir im Monat Dezember. Da kommt immer der Musikverein und spielt ein Konzert. Da wollen wir auch das Jubiläum feiern und ein besonderes Programm anbieten. Im Dezember ist es einfach festlicher. Auch Ehrungen machen wir deshalb immer im Dezember.

Fragen: Horatio Gollin