Grenzach-Wyhlen (eim) Den unternehmensweiten Earthday (Tag der Erde) gibt es seit mehreren Jahren bei DSM – am Standort Grenzach feierte der Tag am Mittwoch im Rheinpark Premiere. Das Gelände zwischen Fluss und Straße dient der Firma zur Wassergewinnung, bleibt aber sonst größtenteils ungenutzt. Nun rückte diese Oase in den Blickpunkt. Knapp zehn Stände waren aufgebaut, an denen vorwiegend Mitarbeiter Anregungen und Ideen zum Klimaschutz präsentierten.

„Die Ideen für die Gestaltung dieses Tages kamen allesamt aus der Belegschaft, da wurde nichts vorgegeben“, sagte Geschäftsführer Martin Häfele. „Wenn ich heute das Treiben im Rheinpark sehe, entspricht das eigentlich meiner Vision, wie ich mir dieses Gelände vorstelle.“ An einem der Stände sprach Matthias Klein seine Kollegen an. Das Unternehmen DSM strebt an, bis zum Jahr 2030 den Ausstoß von Treibhausgasen gemessen am Wert von 2016 um 30 Prozent zu verringern. „Wirksame Lösungen aber finden wir doch am schnellsten, wenn wir in den einzelnen Standorten die Mitarbeiter befragen, sie kennen die Abläufe und damit auch die Möglichkeiten für Veränderungen am besten“, sagte Klein. So blieben dann auch etliche Mitarbeiter stehen und füllten einen Ideenbogen aus.

Drei junge Frauen gaben ihren Kollegen Anregungen, um damit im Alltag vieles zu verändern, was dem Klimaschutz nutzt. „Dass diese kleine Verhaltensänderungen für sich allein genommen keine Riesenwirkung haben, wissen wir“, erklärte Celine Pichler. „Aber wenn viele etwas tun, kommt doch auch etwas Spürbares heraus.“ Da ging es um Vermeidung von Plastik, aber wenn schon, dann nicht nur einmal nutzen, sondern bis Tüte, Flasche oder was auch immer, wirklich nicht mehr verwendbar sind. Gleich nebenan gab Luca Tirendi Anregungen zum Energiesparen. Dafür bestehen doch auch zu Hause etliche Möglichkeiten. DSM leiht seinen Mitarbeitern ein Messgerät für den Energieverbrauch zu Hause aus, so lasse sich wirklich Geld sparen und es nutze der Umwelt, erläuterte er.

Walter Fehrenbach, einer der Beschäftigten bei DSM, stellte sein Hobby vor, die Imkerei. Er hat es vom Vater übernommen, der bereits vom Großvater erlernt. Gerade in diesen Wochen, da viel über Leistung und Nutzen der Bienen gesprochen wird, weckte er mit den Waben und großen Fotos das Interesse vieler Kollegen. Die kleinen Helfer für Bestäubung nahezu aller Nutzpflanzen bleiben unentbehrlich, das war dort erneut zu sehen. Dass dabei auch schmackhafter Honig herauskommt, ist sicherlich für Menschen der Zweck der Imkerei, doch was die Bienen mit ihrer Arbeit so bewirken, ist unverzichtbar für die gesamte Natur. Selbstverständlich standen Honig-Kostproben bereit. Ein anderes Angebot präsentiert der Hof Reinhard aus Fischingen. Der Biolandwirt bietet ab Sommer wöchentliche Familien-Gemüsekisten an, darin wird schadstofffreies und klimaschonend erzeugtes Obst und Gemüse direkt in die Firma geliefert, dort können die Interessierten ihre Kiste mitnehmen. Schließlich wurde auch das Projekt Jobrad vorgestellt. DSM und ein Fahrradhändler bieten ein Radleasing an. Damit sollen noch mehr Mitarbeiter angeregt werden, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu kommen.

Mitarbeiter engagieren sich

Boris Krause vom BUND sieht in der Gestaltung des Earthday einen guten Ansatz. „Wir hatten des Öfteren bereits bei verschiedenen Aktionen Kontakt, alle bisher außerhalb des Firmengeländes. Dabei haben wir gespürt, dass sich Mitarbeiter engagieren und beim Management Bewusstsein für diese globalen Aufgaben besteht. “ Insgesamt wird dieser Tag viele Anregungen für zeitgemäßes Verhalten gebracht haben, Spaß bereitete er den DSM-Beschäftigten sichtlich.