Grenzach-Wyhlen (vep) Gegen die von Energiedienst geplante Wasserstoffelektrolyseanlage neben dem Wasserkraftwerk in Wyhlen formiert sich Widerstand: Michael Kempkes hat mit einigen anderen die Bürgerinitiative (BI) gegen Chemie gegründet. Eine Homepage befindet sich im Aufbau, in der kommenden Woche will die BI mit einer Unterschriftenaktion auf ihr Anliegen aufmerksam machen.

Und darum geht: Der Energieversorger möchte auf der Wiese neben dem Kraftwerk in Wyhlen eine Wasserstoffelektrolyseanlage bauen. Bei einer Elektrolyse wird Wasser (H2O) durch elektrischen Strom in seine Bestandteile, also zwei Teile Wasserstoff und ein Teil Sauerstoff, aufgespalten. Ziel der Anlage ist es, zu Zeiten von Überkapazitäten den Strom zur Gewinnung von Wasserstoff zu verwenden, der vorrangig für Mobilitätslösungen eingesetzt werden soll, zum Beispiel für mit Brennstoffzellen angetriebene Autos. Wie Irene Knauber von ED kürzlich im Gemeinderat vortrug, wolle man den Bauantrag Ende Oktober abgeben. Und: Die Anlage sei absolut sicher. Genau das bezweifeln Kempkes und seine Mitstreiter und wollen die Ansiedlung der Anlage verhindern. „Wir halten diesen Standort in der Nähe von Wohnbebauung für absolut ungeeignet“, so Kempkes im Gespräch mit der dieser Zeitung. Er wohne selbst nur 50, 60 Meter vom Kraftwerk entfernt, „bei einer schweren Verpuffung sind wir weg“.

Dass dies sogar bei ausgewiesenen Spezialisten passieren könne, zeige der Fall Linde: Im September 2015 war es bei dem Industriegase-Hersteller im oberbayrischen Burghausen zu einer Verpuffung gekommen, die einen Millionenschaden angerichtet hat. „ED ist ein Energieversorger und kein Experte für Wasserstoff.“ Für die BI passe der Standort auch wegen der Nähe zum Naturschutzgebiet Altrhein nicht. „Diese Anlage wird Verkehr nach sich ziehen, der Erholungsfaktor ist dann hin.“

Besonders verärgert zeigt sich Kempkes über die Informationspolitik von ED. „Für das Frühjahr war eine Informationsveranstaltung angekündigt worden, die nie stattgefunden hat.“ Auf Nachfrage erklärte ED-Sprecher Alexander Lennemann, dass die Infoveranstaltung im November stattfinden werde. Mit der BI werde man Kontakt aufnehmen, um Ängste und Sorgen zu besprechen.

Kontakt: bi-gegen-chemie@gmx.de. Infos im Internet in Kürze:www.bi-gegen-chemie.de