Frau Humburg, das Motto der Wanderung lautet „Jeder Schritt hält fit“. Wie viele Schritte oder Kilometer sind Sie denn schon gegangen?

Oh, das kann ich gar nicht so genau sagen. Ich bin jetzt 70 Jahre alt und bin schon als Kind immer gerne gewandert. Da kam also einiges zusammen.

Warum haben Sie sich zur Gesundheitswanderführerin ausbilden lassen?

Vor etwa zehn Jahren habe ich mich zunächst als Wanderführerin ausbilden lassen. Irgendwann habe ich von einer Zusatzqualifikation zur Gesundheitswanderführerin gehört und bis dafür extra ins Sauerland gefahren. An diesem Kurs, der vom deutschen Wanderverein angeboten wurde, werden Grundlagen der Anatomie vermittelt und spezielle Übungen gezeigt.

Genau solche Übungen erwartet die Teilnehmer an der heutigen Gesundheitswanderung. Wie dürfen wir uns das vorstellen?

Die Übungen werden in die Wanderung integriert, die erste Wanderphase dient sozusagen dem Aufwärmen. Danach folgen verschiedene Gymnastikübungen, etwa für die Arme oder den Rumpf

Danach wird wieder ein Stück gewandert, bis zum nächsten Gymnastik-Stop. Wir haben uns eine Runde in drei Etappen überlegt.

Welche Zielgruppe erreichen Sie damit?

Im Prinzip kann das jeder machen, bis ins hohe Alter. Aber natürlich sollte man körperlich fit sein. Direkt nach einer Hüft-OP würde es sich sicher nicht anbieten. Gesundheitswandern ist keine Krankengymnastik.

Bieten Sie solche Wanderungen auch regelmäßig in der Ortsgruppe Grenzach-Wyhlen an?

Nein, das ist jetzt tatsächlich zum ersten Mal, dass ich das hier mache. Ich wandere viel im Hochschwarzwald, weil meine Lebensgefährte in Hinterzarten wohnt. Für die HTG (Hochschwarzwald Tourismus GmbH) wandere ich mit Gästen.

Für das Gesundheitszentrum Friedborn veranstalte ich darüber hinaus auch Theaterwandern. Ob es eine feste Gruppe für Grenzach-Wyhlen geben wird, weiß ich nicht. Dazu müssen genügend Leute zusammenkommen. Aber vielleicht animiert die Wanderung andere Mitglieder.

Haben Sie einen Tipp für Menschen, die im Alltag nicht die Zeit finden, regelmäßig wandern zu gehen, sich gut zu bewegen?

Ich finde es hilfreich, kleine Bewegungsabläufe in den Alltag zu integrieren, sei es öfter die Treppe statt den Aufzug zu nehmen oder eine Station früher aus dem Bus zu steigen und zu laufen. Ich habe mir angewöhnt, mich morgens nach dem Aufstehen hinzustellen und die Arme über den Kopf zu strecken. Das lockert.

Was ist für Sie ganz persönlich das Schönste am Wandern?

Die Nähe zur Natur, der Aufenthalt im Wald. Und die Erkenntnis, dass man auch Regen und Wind genießen kann (lacht).

Fragen: Verena Pichler