Grenzach-Wyhlen – Die Salbenproduktion am Bayer-Standort Grenzach wird erweitert. Bereits seit Juli läuft die neue Produktionslinie für Canesten im Probebetrieb, am Donnerstag ging sie offiziell in Betrieb. Damit wird die bisher an unterschiedlichen Standorten des Pharmakonzerns produzierte Desinfektionssalbe nun an an einem Standort verpackt.

Ein Teil der Salbe kommt als Zulieferung ins hiesige Werk, teilweise wird sie hier gefertigt. Aber vollständig wird das gesamte Canesten-Sortiment jetzt in Grenzach abgepackt, versandfertig konfektioniert und ausgeliefert. Etwa drei Jahre lang arbeitete ein Projektteam daran, die neue Produktionslinie zu planen und einzurichten. Projektleiterin Valerie Drevell hob beim Pressegespräch hervor, dass weltweit Millionen Patienten, überwiegend Frauen, Bedarf an Canesten haben, in 75 Ländern wird das seit mehreren Jahrzehnten bewährte Produkt geliefert. „Für Bayer war es eine strategische Entscheidung, die neue Salbenherstellung in Grenzach anzusiedeln“, erklärte John Koelink aus der Konzernleitung.

Damit werde einerseits der Standort in seiner Arbeit effizienter, andererseits sei damit für das gesamte Unternehmen ein Vorbild geschaffen worden, wie sich gleichwertige Produktlinien konzentrierten lassen. Der schnelle Aufbau der Produktionslinie sei hervorragende Teamarbeit gewesen, an der Fachleute aus den Standorten Grenzach, Basel und Leverkusen gemeinsam mit Experten anderer Unternehmen zusammen wirkten. Die Salben aus der Canesten-Familie werden nunmehr in Grenzach in ihren Endzustand gebracht und in unterschiedlicher Größen verpackt sowie von hier aus an die Kunden versandt.

Die Unternehmensführung sieht dies als strategische Entscheidung für das Werk in Grenzach. Denn als vor etwa drei Jahren die Lohnproduktion von sterilen Spritzen am Standort wegfiel, führte das zu einer erheblichen Verunsicherung bei den Beschäftigten und auch der Kommune über die weitere Entwicklung des Standortes. Mit der völlig neu eingerichteten Produktionslinie 9 ist aber nun auf lange Zeit die Leistungsfähigkeit von Grenzach GP gesichert. Geschäftsführer Dirk Oebels teilte mit, dass zwölf Millionen Euro dafür eingesetzt wurden. Damit ergebe sich auch die Chance, noch weiter Erzeugnisse hier anzusiedeln. Bereits jetzt ist Grenzach mit der Herstellung des ebenfalls weltweit vertrieben Präparates Bepanthen und dem hinzugekommen Canesten Schwerpunkt der Bayer-Salbenproduktion.

Bürgermeister Tobias Benz bezeichnete die Inbetriebnahme als guten Tag für Grenzach-Wyhlen. Die Produktionsaufnahme sei ein Zeichen für die Zukunft des Standortes. Nach dem Abbau von Arbeitsplätzen vor mehr als drei Jahren gebe es nun eine erfreuliche Aufwärtsentwicklung. „Selbstverständlich haben auch wir unsere Leistung zu erbringen, um den Standort attraktiv zu halten.

Als guten Beginn für neue Zusammenarbeit dabei sehe ich das erste Konzept zur Kinderbetreuung für Beschäftigte“, sagte er. „Nach der bisherigen Vereinbarung stehen fünf Mitarbeiterinnen bevorzugt Plätze in kommunalen Kindertagesstätten zu.“ Solche Kooperation gelte es auszubauen, um Grenzach als hochwertigen Industriestandort zu erhalten.