Es ist geschafft. Mit dem offiziellen ersten Spatenstich haben die Arbeiten an der Umgehungsstraße B34 neu im Abschnitt Wyhlen begonnen. Bärbel Schäfer, Regierungspräsidentin des Regierungspräsidiums Freiburg, Norbert Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, und Winfried Hermann, Minister für Verkehr in Baden-Württemberg, eröffneten die Baustelle gemeinsam mit Bürgermeister Tobias Benz. Am Rande der Veranstaltung waren auch ein paar kritische Töne zu vernehmen, doch die Freude herrschte deutlich vor.

Rund 200 Bürger, Vertreter des Gemeinderats, der Verwaltung, der Nachbarorte und des Kreisrats waren an die extra planierte Fläche südlich der Bahnlinie an der Südstraße gekommen. Dazu waren Vertreter von Landratsamt und Regierungspräsidium dabei. Nach einer musikalischen Einstimmung durch den Musikverein Wyhlen, begrüßte Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer die Gäste im schattenspendenden Zelt. Es sei bewusst, dass die Infrastrukturentwicklung im Dreiländereck von besonderen Herausforderungen geprägt sei.

Die Umgehung, die Schäfer als „wichtig für den Hochrhein“ bezeichnete, reihe sich ein in die Schaffung notwendiger Strukturen auch für grenzüberschreitenden Verkehr. Der Gemeinde bringe die Umfahrung unmittelbar Erleichterung. Bürgermeister Tobias Benz und der Gemeinderat stünden nun in der Verantwortung, die neue Situation für die Gemeinde zu nutzen.

Auch der parlamentarische Staatssekretär aus dem Bundesverkehrsministerium, Norbert Barthle, sah den Dienstag als „Tag der Freude“. „Für knapp vier Kilometer Umgehungsstraße in Wyhlen geben wir rund 20 Millionen Euro aus“, sagte er und fügte an: „Das ist gut angelegtes Geld.“ Er betonte, dass ohne Infrastruktur kein Wohlstand möglich sei. Die B34 solle aber nicht nur leistungsfähiger gemacht werden, auch Sicherheit und Lebensqualität der Bürger sollten erhöht werden.

Ins gleiche Horn stieß auch Landesminister Winfried Hermann. Auch als Grüner könne man sagen, dass es sich bei der Umgehungsstraße um eine Maßnahme handele, die man machen könne, zumal da neben den Vorteilen für Mensch und Wirtschaft auch für Ausgleich für die Umwelt gesorgt werde. „Für 17 Hektar Flächenverbrauch werden 23 Hektar Ausgleich geboten“, sagte er. In Richtung der Gegner der Umgehungsstraße, die in kleiner Zahl in Trauerkleidung und mit einem Trauerkranz erschienen waren, sagte er, man müsse sich auch einmal der Mehrheit beugen können, wenn diese zu einer Beschlussfassung gekommen sei und eine Planfeststellung stattgefunden habe. „Wir versuchen, schonend für Mensch und Umwelt vorzugehen.“

Auch in der Rede von Bürgermeister Benz nahmen die Gegner Raum ein. Zwar habe er Verständnis für Kritik, aber seit Jahrzehnten hätten alle Weichen in Richtung Umgehung gestanden. „Jede Bürgerin und jeder Bürger hätte die Chance gehabt, sich im Gemeinderat zu engagieren, zu positionieren und für andere Mehrheiten und Beschlüsse zu werben!“ Benz wies die Kritik ab, dass die Planung der B34 neu veraltet sei. Zwar habe man 1937 zum ersten Mal darüber nachgedacht, aber die Planung stammt aus dem Jahr 2007.

Zudem hatte ein Experte bestätigt, dass heute genauso geplant würde. Benz freute sich jetzt über den „historischen Tag“. „Der Spatenstich markiert einen Wendepunkt in der Entwicklung unserer Gemeinde“, sagte er. Jetzt könne man die Zentren im Ort neu planen. „Für Grenzach-Wyhlen bringt die Umgehungsstraße eine große Chance für die innerörtliche Entwicklung mit sich!“ Alleine eine Verkehrsentlastung der Ortsdurchfahrten um laut Gutachten 50 bis 80 Prozent bringe ein deutliches Plus an Lebensqualität. Der Sand flog hoch beim ersten Spatenstich, an dem sich auch Ulrich Hoehler vom Landratsamt und Bundestagsabgeordneter Armin Schuster beteiligten. Schuster habe sich laut Aussage der Redner außerordentlich für die Finanzierungszusage der Umgehungsstraße verdient gemacht.