Grenzach-Wyhlen (mar) In der Doppelgemeinde wird es künftig nur noch ein Akkordeon-Orchester geben. In gleichzeitig stattfindenden außerordentlichen Mitgliederversammlungen stimmten beide Vereine einer sogenannten Zusammenführung zu. Zuvor stimmte die Mehrheit der Mitglieder des Akkordeon-Orchesters Wyhlen bei drei Enthaltungen der Auflösung des Vereins und beschloss den Hauptteil des Sach- und Geldvermögens als Spende in das neu gegründete Akkordeon-Orchester Grenzach-Wyhlen einzubringen.

Das restliche sogenannte Liquidationsvermögen soll nach Abrechnung aller Kosten und Gebühren über die Gemeinde zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls dem neuen Akkordeon-Orchester zufließen.

Nach Auskunft von Rechtsanwalt Ralf Straub, der beide ehemals selbständigen Vereine beriet, habe man bewusst auf eine Fusion beider Akkordeon-Orchester verzichtet, da dies auch mit hohen Kosten verbunden gewesen wäre. Außerdem hätte eine Fusion zur Folge gehabt, dass die Mitglieder des ehemaligen Akkordeon-Orchesters Wyhlen dann ganz automatisch im „neuen Verein“ Mitglieder geworden wären. Rein juristisch liege in Bezug auf das bisherige Akkordeon-Orchester Grenzach daher nur eine Namensänderung in Akkordeon-Orchester Grenzach-Wyhlen vor. In der Präambel einer Satzung des „neuen Vereins“ sei indes die Zusammenführung beider ehemals selbständiger Vereine geregelt und es sei auch auf die Historie eingegangen worden. Voraussetzung dafür sei jedoch die vorherige Auflösung des Akkordeon-Orchesters Wyhlen, was so auch geschah. Dass die Zustimmung zu den juristischen Finessen in Bezug auf die „Zusammenführung“ nicht jedem Mitglied leicht fiel, war durchaus zu spüren. Von den Grenzachern stimmten 21 Mitglieder der Zusammenführung der Vereine und der neuen Satzung bei acht Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen zu.

Bei den Wyhlenern bekundete ein langjähriges Mitglied, wie weh ihm die Auflösung seines Akkordeon-Orchesters tue. Tatsächlich wechselt lediglich nur ein aktiver Akkordeonspieler von Wyhlen in das neue Akkordeon-Orchester Grenzach-Wyhlen. Alle übrigen Wyhlener Spieler sind nicht mehr aktiv tätig.

Von Wyhlener Seite war jedoch auch zu hören, dass man sich darüber freue, dass die Jugend und deren Ausbildung durch die Zusammenführung eine neue Perspektive erhalten würden. Bürgermeister Tobias Benz freute sich derweil, dass die Akkordeonmusik auf diese Weise auch bei allen gewachsenen Strukturen in Grenzach-Wyhlen eine Zukunft habe. Dies sei bei aller Trauer und Demut auch ein Zeichen des Aufbruchs. Gleichzeitig gab er seiner Hoffnung Ausdruck, dass nunmehr auch viele ehemalige Wyhlener Mitglieder dem Akkordeon-Orchester Grenzach-Wyhlen beitreten werden. Dazu sei jedoch eine neue Antragstellung erforderlich, wie Rechtsanwalt Straub feststellte.

In der neuen Satzung sei jedoch geregelt, dass ehemalige Ehrungen, langjährige Mitgliedschaften etc. auch beim Eintritt in das AO Grenzach-Wyhlen Berücksichtigung finden werden. Bei einem Glas Sekt und Gugelhupf feierten die Vertreter beider ehemals selbstständiger Vereine ihre Zusammenführung.