Grenzach-Wyhlen – Sieben Plätze hat Frieder Baginskis kleiner Bus, alle waren besetzt. Am Donnerstag war der erste Tag der nun wöchentlich geplanten Seniorenfahrt zur Awo Schatzinsel in Wyhlen. Der Bus soll vor allem die Bewohner des Emilienpark in das etwas außerhalb liegende Gewerbegebiet bringen.

Der Linienbus, der zum Gewerbegebiet fährt, hält vor allem für Menschen mit Rollator und Gehbehinderung noch zu weit weg, erklärt Baginski, während er den kleinen Bus, der der Gemeinde gehört, Richtung Wyhlen steuert. Bei der ersten Fahrt zur Schatzinsel sind vor allem Senioren dabei, die Baginski auch regelmäßig auf Einkaufsfahrten zum Hieber begleitet. Seine „Stammfahrgäste“ hat er direkt angefragt, ob sie an der Fahrt zur Schatzinsel interessiert seien. Sein Bus ist aber auch offen für alle anderen Interessierten, wenn sie sich davor bei ihm anmelden.

Es liegt Spannung in der Luft. Für die Senioren in Baginskis Bus ist es das erste Mal, dass sie das Sozialkaufhaus besuchen. Einige wollen sich überraschen lassen, andere haben speziellere Wünsche. „Ich bin auf der Suche nach einem Fernseherschränkchen“, sagt die 84-jährige Irmgard Mainer. Annelise Gröbke, bereits über 90 Jahre alt, ist vor allem dabei, um ihre weiße Rüschenbluse abzugeben: „Dann hat immerhin noch jemand anderes Freude daran.“ Seine Passagiere setzt Baginski direkt vor dem Gebäude im Fallberg 24 ab.

Die Senioren betreten gespannt die Halle der Schatzinsel und werden von Bettina Heitz empfangen. Seit fünf Jahren ist sie bei der Awo tätig, davor vor allem im Schatzkästchen in Rheinfelden. Sie freut sich darüber, dass das angebotene Programm der Seniorenfahrt Anklang findet. „Ich finde es wirklich toll, dass wir so etwas organisieren konnten. Vor allem, dass Herr Baginski sich als Fahrer anbietet, ist einfach super“, sagt Heitz. Seit Mai empfängt die Schatzinsel Menschen, die auf der Suche nach bezahlbaren Möbeln, Büchern, Geschirr, oder Klamotten sind. Auch alte Sachen, die nicht mehr gebraucht werden, können hier abgegeben werden. Durch die Seniorenfahrt erhofft Heitz sich vor allem auch neue Kundschaft für die Schatzinsel.

Bereits nach wenigen Minuten sind die Senioren absolut begeistert, auch wenn nicht alle wussten, was genau sie erwarten würde. „Ich bin wirklich überrascht. Ich hatte mir das irgendwie ganz anders vorgestellt – das es hier eher Lebensmittel gibt und man dann noch dazu einen Kaffee trinkt“, sagt die 88-jährige Antonie Jehle und begutachtet einige der angebotenen Möbel. Der 89-jährige Rolf Gerbel ist der einzige Mann in der Runde. Auch er ist überrascht von dem großen Angebot: „Ich kann gar nicht glauben, dass die ganzen Sachen hier wirklich alle abgegeben wurden.“

Einige der entdeckten Schätze werden direkt gekauft. Mainer und Gröbke finden sofort Gefallen an den bunten Schirmen, die direkt neben dem Eingang in einem Korb präsentiert werden. Außerdem landen eine alte Schirmlampe und goldumrandete Sektgläser auf Mainers Einkaufsliste. Baginski ist die ganze Zeit an der Seite seiner Fahrgäste und lädt die wertvolle Fracht direkt in seinen Bus. Größere Einkäufe, wie Möbelstücke, müssten allerdings von der AWO ins Seniorenheim geliefert werden, sagt Baginski, während er Mainers Schirmlampe zum Bus trägt. Nach und nach landen dort auch Bücher, Tassen und ein Ventilator. Neben dem Einladen der Einkäufe,erklärt sich Baginski auch zum Führer durch die Schatzinsel. Er selbst ist nicht zum ersten Mal hier. „Ich bin ein echter Sessel-Liebhaber und habe hier auch schon zwei wirklich sehr schöne Exemplare gefunden.“

Um vier geht es für Freider Baginskis Passagiere dann wieder zurück ins Wohnheim. Ob mit oder ohne Einkäufe, für die Senioren steht fest, dass die Schatzinsel ihrem Namen alle Ehre macht. Einige wollen auch ganz sicher wiederkommen, um dann vielleicht selbst einige Sachen abzugeben oder nochmal zu stöbern.

Anmeldungen für die Fahrt bei Frieder Baginski unter Telefon 07624/63 19.