Markus Bölle, neuer Dirigent der Trachtenkapelle Rothaus, ist in Grafenhausen angekommen und hat seine Feuertaufe mit Bravour bestanden: Erstmals unter seiner musikalischen Leitung stellten die hoch motivierten Musiker der TK Rothaus am Ostersonntag ihren hohen Leistungsstand unter Beweis. Voll engagiert und mit viel Spielfreude präsentierten sie in der gut besuchten Schwarzwaldhalle ein gelungenes Jahreskonzert auf hohem Niveau.

Händchen für Programm

„Nachdem die Trachtenkapelle Rothaus im vergangenen Jahr äußerst kurzfristig dirigentenlos war, freut es uns sehr, dass wir unter neuer Leitung unser traditionelles Jahreskonzert präsentieren können“, begrüßte Carina Greiner, stellvertretende Vorsitzende, die zahlreichen Konzertbesucher und hieß auch den neuen Dirigenten, der die Kapelle erst zu Jahresbeginn übernommen hat, ganz offiziell willkommen. Offensichtlich hatte Markus Bölle bei der Auswahl der einzelnen Kompositionen ein glückliches, aber auch forderndes Händchen bewiesen, führte er die TK Rothaus doch bis an die Grenzen ihres Leistungsvermögens, verzichtete dabei auf Gastspieler und gab mit dem in relativ kurzer Zeit einstudierten, vielseitig und auf hohem Niveau angelegten Blasmusik-Repertoire ein glänzendes Debüt.

Solistin Alexandra Böhler spielte ein Solo für Altsaxophon.
Solistin Alexandra Böhler spielte ein Solo für Altsaxophon. | Bild: Chris Seifried

Das Publikum nahm regen Anteil, wusste die großartigen Leistungen der TK Rothaus durchaus zu schätzen und sparte nicht mit verdientem Applaus. Dass Jannik Duttlinger in bewährter Weise mehr als gekonnt moderierte und neben viel Information über jeden einzelnen Musiktitel jeweils auch eine humorvolle Geschichte zum Besten gab, trug sicherlich ebenfalls zur guten und stimmungsvollen Unterhaltung des Abends mit bei.

Zuhörer lauschen gespannt

Mit der anspruchsvollen und mehrteiligen Konzertouvertüre „Alpine Inspirations“ von Martin Scharnagl waren die Aktiven der TK Rothaus gleich zu Beginn voll gefordert. Auch das große Operetten-Potpourri von Franz von Suppé verlangte den Musikern einiges an Können ab. Konzertant und schwungvoll ging es weiter mit dem Marsch „Gloria Patri“ von Ernst und Stephan Hutter, und mit dem unbeschwert klingenden Walzer „Ein Abend am Meer“, der aus der Feder des tschechischen Komponisten mit dem schwierigen Namen Václav Vackár stammt. Vor der folgenden Bravour-Polka von Franz Watz „Das ist mein Leben“ erfuhren die gespannt lauschenden Zuhörer, dass Ansager Jannik Duttlinger erst letzte Woche in Paris weilte und unwissentlich einer der letzten Besucher war, die Notre-Dame im Originalzustand gesehen hatte.

Führte gekonnt durchs Programm: Jannik Duttlinger.
Führte gekonnt durchs Programm: Jannik Duttlinger.

Alexandra Böhler beeindruckt am Altsaxophon

Mit dem von der Karwoche inspirierten und allseits bekannten Titel „Jesus Christ Superstar“ von Andrew Lloyd Webber meldete sich die TK Rothaus aus der Pause zurück. Dem strahlenden Trompetenklang bei „Sbandiamo!“ von Jacob de Haan und dem Stück von Udo Lindenberg „Hinterm Horizont“ folgte der flotte „Spider-Rag“ von Kees Vlak. Hier glänzte Alexandra Böhler als Solistin am Altsaxophon. Das Publikum war restlos begeistert von der großartigen musikalischen Leistung der Trachtenkapelle und forderte vehement die Wiederholung des gleichen Stücks. Mit dem fetzigen „Party Dance Mix“ war aber auch noch nicht Schluss, erst nach zwei Zugaben wurden die Kapelle und ihr Dirigent von der Bühne entlassen.