Ein kleines Fahrzeug fährt ferngesteuert über den Schulhof. Allerdings wohl noch nicht so, wie sein Lenker sich das vorstellt. Gleich daneben stehen Schüler und tippen auf ein Smartphone. Eine weitere Schülergruppe beugt sich über Baupläne und schraubt an einem weiteren Fahrzeug. Die zehn Schülerinnen und Schüler der Robotik-AG an der Schlüchttalschule sind mit großem Eifer und auch Spaß bei der Sache.

Seit Dezember letzten Jahres treffen sich die Mädchen und Jungen aus der siebten Klasse alle zwei Wochen für zwei Stunden mit ihrem Lehrer Markus Koch. Markus Koch, der zunächst Mikrosystemtechnik studierte, bevor er in das Lehramt wechselte, hatte zu Beginn des Schuljahres die Konzeption für eine Robotik-AG bei der Schulleitung der Schlüchttalschule eingereicht.

Gar nicht so einfach – der Zusammenbau des Roboters.
Gar nicht so einfach – der Zusammenbau des Roboters. | Bild: Dorothée Kuhlmann

„Wir sind heute von technischen Geräten umgeben“, so der engagierte Lehrer, „doch leider fehlt allgemein ein Grundverständnis für technische Dinge“, erklärte Markus Koch weiter im Gespräch mit der Zeitung. Dies wolle er mit der Robotik AG verbessern.

Erfreulich schnell stimmte die Schulleitung dem Projekt zu und der Förderverein finanzierte den Kauf von drei Fischertechnik Baukästen (Fischertechnik Robotics: TXT Advanced). „So konnten wir schon im Dezember mit unseren ersten Treffen starten“, berichtete Koch. 18 Schülerinnen und Schüler hatten sich angemeldet, doch leider gab es nur zehn Plätze, sodass das Los entscheiden musste.

„Es hörte sich richtig spannend an, was unser Lehrer uns über die AG erzählt hatte“, berichteten die Schülerinnen und Schüler der AG über ihre Gründe für die Teilnahme. Sehr erfreut äußerte sich Markus Koch über die Tatsache, dass sich gleichermaßen Mädchen wie Jungen für die AG interessieren.

In der AG wird ein selbsthandelnder Roboter entwickelt werden, der auch Hindernisse erkennen und eventuell sogar beiseiteschieben kann. Neben den technischen Arbeiten und der Programmierung lernen die Jugendlichen, im Team zu arbeiten, gemeinsam Probleme zu lösen und dabei unterschiedliche Lösungsansätze zu diskutieren. Im Herbst steht dann sogar noch die Teilnahme an einem Robo-Rave-Wettbewerb auf dem Plan. Die Mädchen und Jungen haben da schon Ehrgeiz entwickelt.

Lehrer Koch sieht das allerdings eher unter dem olympischen Gedanken. „Die Kids sollen Spaß an der gemeinsamen Arbeit und Lösung von technischen Aufgaben haben“, hob Markus Koch hervor. Spaß haben die Schülerinnen und Schüler ganz offensichtlich.

Wenn noch ein vierter Baukasten angeschafft würde, könnten zwölf Jugendliche an der AG teilnehmen, sagte Markus Koch zum Thema Zukunft der AG. Es sollen dann auch Schüler der Klassen acht und neun dazu kommen.