Das Kreiskulturamt hat Professor Brinkmann ins Hüsli nach Grafenhausen zurückgeholt: Zumindest konnten Besucher beim Open-Air-Kino vor der echten TV-Kulisse bei zwei Folgen der Kultserie „Die Schwarzwaldklinik“ in Nostalgie schwelgen. Rund 175 Fans jeglichen Alters, die im Garten des Museums auf mitgebrachten Stühlen Platz fanden, waren begeistert.

Beim Filmabend waren (von links) Markus Mink, der eine Briefmarke mit Hüsli-Motiv vorgeschlagen hatte, und Harald Wöhrle vom Fanclub der „Schwarzwaldklinik“.
Beim Filmabend waren (von links) Markus Munk, der eine Briefmarke mit Hüsli-Motiv vorgeschlagen hatte, und Harald Wöhrle vom Fanclub der „Schwarzwaldklinik“. | Bild: Wilfried Dieckmann

Wie war die Präsentation? Einen Abend lang im Garten des Wohnhauses von Professor Brinkmann Nostalgie pur zu erleben, war ein besonderes Erlebnis. Und dies alles eintrittsfrei. Um den Genuss perfekt präsentieren zu können, scheuten die Organisatoren weder Kosten noch Mühen. Veranstaltungstechnik-Profis wurden nicht nur für die Präsentation der TV-Folgen „Heimkehr“ (Professor Brinkmann, alias Klausjürgen Wussow, zieht ins Hüsli ein) und „Die falsche Diagnose“ (in dieser Folge heiratet der Professor die Krankenschwester Christa, alias Gabi Dohm), sondern auch zur Ausleuchtung des Gartens engagiert. Sitzgelegenheiten wie Camping- oder Gartenstühle – meist in Kombination mit einer warmen Decke – mussten die Besucher selbst mitbringen. Auch ein mitgebrachtes Picknick-Vesper war erlaubt. Für Getränke sorgte das Hüsli-Team, allen voran Museumsleiterin Anita Müller-Berthold, mit Unterstützung von Mitarbeiterinnen des Kulturamtes. „Fühlen Sie sich einfach wie in ihrem Wohnzimmer“, betonte Susanna Heim, Kulturreferentin des Landkreises, in ihrer Begrüßung und freute sich, dass viele Fans der „Schwarzwaldklinik“ angereist waren.

Auch Rosl Beck (links) und Monika Oberle aus Ühlingen ließen sich das Filmspektakel nicht entgehen. Bilder: Wilfried Dieckmann
Auch Rosl Beck (links) und Monika Oberle aus Ühlingen ließen sich das Filmspektakel nicht entgehen. | Bild: Wilfried Dieckmann

Welche Rolle spielt das Hüsli? In den Jahren 1911 und 1912 ließ Helene Siegfried (1867 bis 1966) „ihr Hüsli“ in Rothaus erbauen. Es wurde „nach eigenen Plänen und Gedanken“ der Berliner Konzertsängerin und Schriftstellerin erstellt, wie Alfred Mallebrein, damaliger Landrat des Landkreises Hochschwarzwald, in einem Text von 1959 schreibt. Die gebürtige Lörracherin nutzte es zunächst als Sommerwohnsitz, später zog sie ganz nach Rothaus. Nach ihrem Tod, im Juni 1966, wurde „ihr Hüsli“ 1968 Heimatmuseum des Landkreises Hochschwarzwald. Seit 1973 gehört das Hüsli dem Landkreis Waldshut. 1984 bis 1988, 2004 und 2005 war das Hüsli Drehort für die 70-teilige ZDF-Fernsehserie „Die Schwarzwaldklinik“ und zwei Fortsetzungen in Spielfilmlänge. Die Kultserie von Autor Herbert Lichtenfeld und Produzent Wolfgang Rademann war ein Erfolg in den 1980er Jahren. Das Hüsli trat vor allem als fiktives Wohnhaus von Professor Dr. Brinkmann (Klausjürgen Wussow) und seiner Familie in Erscheinung.

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Was sagen die Besucher? „Die Schwarzwaldklinik haben wir trotz der vielen Arbeit in der Landwirtschaft immer geschaut“, meinte Rosl Beck, die mit Monika Oberle aus Ühlingen zum Nostalgieabend in den Hüsli-Garten kam. Beide würden es begrüßen, wenn die Serie wieder einmal im Fernsehen gezeigt werden würde. Nicht entgehen lassen wollte sich das Filmspektakel Markus Munk aus Fellbach, der zum 100-jährigen Bestehen des Hüslis dem Bundesministerium für Finanzen vorgeschlagen hatte, diesen Anlass mit einer Sonderbriefmarke zu würdigen (sein Wunsch ging aber nicht in Erfüllung). Ebenfalls angereist war Harald Wöhrle vom bundesweiten Fanclub der „Schwarzwaldklinik“, der stellvertretend für rund 1000 Mitglieder nach Rothaus gekommen war.