Einmal mehr stand in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Grafenhausen die Neugestaltung eines Ruhebereichs im Eingangsbereich des Friedhofs auf der Tagesordnung. Ging es diesmal um die Auswahl der Bepflanzung, so plädierten die Räte mehrheitlich für die Linde entlang des Weges und einstimmig für den Eisenholzbaum im Bereich der Sitzplätze.

Bereits in seiner letzten Sitzung hatte der Gemeinderat einstimmig beschlossen, dass die Arbeiten für die Gestaltung des Ruhebereichs von der Firma Woll aus Bonndorf zu einem Angebotspreis von etwa 36 900 Euro brutto ausgeführt werden sollen. Nun hatte das Gremium noch zu entscheiden, welche Baumarten im Bereich des betroffenen Friedhofsfeldes gepflanzt werden sollen.

Laut Plan des Landschaftsarchitekten lagen sowohl für den Bereich der Wege – mit Hainbuche oder Linde – als auch für den der Sitzplätze – mit Eisenholzbaum oder Thüringischer Mehlbeere – jeweils zwei Pflanzvorschläge vor. Alternativ und kurzfristig kam für den Wegbereich noch der Ahorn hinzu, mit der Empfehlung, dass dieser nach oben hin geschnitten werden sollte. Dieser Vorschlag kam allerdings nicht zum Tragen und fand beim folgenden Plädoyer für die Linde auch keine Berücksichtigung.

Wurden bei einem früheren Ortstermin auf dem Friedhof hinsichtlich angedachter Linden Befürchtungen laut, dass speziell diese Bäume durch fallendes und klebriges Laub viel Schmutz verursachen könnten, so wollte Gemeinderat Christian Jäger eben für die Linde nochmal eine Lanze brechen. „Jeder Laubbaum verliert Blätter und macht Schmutz“, meinte er und fügte an: „Ich fände die Linde gut.“

Plädoyer für trockenheitsresistente Linde

Weitere Ratsmitglieder wie Linda Baschnagel und Peter Morath schlossen sich dieser Meinung an, während Gemeinderätin Barbara Bohl insbesondere die guten Eigenschaften der als trockenheitsresistent und sehr frosthart beschriebenen Linde in Erinnerung rief. „Der Duft ihrer Blüten ist betörend, zudem ist die Pflanze sehr insektenfreundlich“, hob sie weitere attraktive Attribute hervor, die für die Linde sprechen. Und aus ihrer Erfahrung heraus schilderte sie, dass der große Lindenbaum vor dem ehemaligen Doktorhaus in puncto fallendes Laub eigentlich nie einen größeren Arbeitsaufwand verursacht habe. Neben fünf Exemplaren entlang des Weges soll auch jeweils eine kleinkronige Linde zu beiden Seiten vor der Grotte gepflanzt werden.

Plädoyer für kälteresistenten Eisenholzbaum

„Die Mehlbeere sieht zu licht aus und macht viel Sauerei“, meinte Rätin Claudia Friedrich, als es im weiteren Verlauf der Sitzung um die Bepflanzung des Sitzbereiches ging. Darüber, dass ein Baum, der mit seinen Blüten und Beeren zwar eine gute Nährpflanze für Vögel und Insekten wäre, nicht gerade bei den Sitzgelegenheiten zu stehen kommen sollte, waren sich alle Ratsmitglieder einig. Stattdessen votierten sie für den höher wachsenden, sehr frostharten und dichter belaubten Eisenholzbaum, dessen Blätter sich laut Beschreibung im Herbst ebenfalls verfärben.