Das Jahr 2018 bescherte Grafenhausen rückläufige Übernachtungszahlen. Auch wenn es sich nur um rund 300 nicht belegte Betten handelt, so ist der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre dennoch unterbrochen. Auch Häuser mit der Hochschwarzwald-Card (HSWC) mussten Einbußen hinnehmen. Ayleen Kaiser, Leiterin der Touristinfo in Rothaus, stellte das Zahlenwerk im Gemeinderat vor.

Hotels im deutlichen Plus

Wie die Leiterin der Touristinfo informierte, hat sich die Aufenthaltsdauer der Gäste von 3,02 Tagen auf 2,88 Tage noch einmal verringert. Dafür haben sich die Ankunftszahlen von 36 099 auf nunmehr 37 532 erhöht. Insgesamt gibt es in Grafenhausen 62 angemeldete Vermietungsbetriebe (davon haben zehn Betriebe die Hochschwarzwald-Card), die insgesamt eine Auslastung von 30,5 Prozent aufweisen. Auch in Sachen Hochschwarzwald-Card hat es in Grafenhausen Einbußen gegeben.

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Zum ersten Mal gab es mehr Gästeankünfte in Häusern, die keine Card anbieten. Ayleen Kaiser begründete dies damit, dass sich die Betriebsform des ehemaligen „Parkhotel Residenz Rothaus“ in die heutige „Schwarzwald Lodge Rothaus“ nicht nur namentlich, sondern auch konzeptionell geändert hat. Da das neue Konzept des Betreibers auf Gruppen ausgerichtet wurde, macht die Card nach Angaben von Kaiser wenig Sinn, weil Gruppen generell von Rabatten bei Eintritten profitieren.

Ayleen Kaiser ist Leiterin der Touristinfo Rothauser Land.
Ayleen Kaiser ist Leiterin der Touristinfo Rothauser Land. | Bild: Werner Steinhart

Es habe mehrere Gespräche mit dem Hotelbetreiber gegeben, der nach Kaisers Worten die Hochschwarzwald-Card grundsätzlich begrüßt, sie passe aber nicht in sein Konzept. Die „Schwarzwald Lodge“ ist auch von der bisherigen Betriebsart Gasthof in den Bereich Hotel gewechselt und verzeichnet nach Angaben der Tourismuschefin eine enorme Steigerung der Gästezahlen. Gegenüber dem Vorjahr mit 49 229 Übernachtungen konnten die Hotels insgesamt die Zahlen 2018 auf 50 348 steigern.

Spanien im Aufwind

Aus welchen Bundesländern die Gäste nach Grafenhausen kommen, ist nach Aussage der Tourismuschefin nur schwer zu ermitteln, da es sich bei der Anmeldung um keine Pflichtangabe handelt. Der Hauptanteil dürfte aber aus Baden-Württemberg stammen, gefolgt von Nordrein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Bayern und den ostdeutschen Bundesländern.

Bei den Herkunftsländern dominiert mit großem Abstand die Schweiz. Es folgt Israel, obwohl hier eine rückläufige Tendenz zu erkennen ist. „Von israelischen Gästen haben wir lange profitiert. Nun aber scheint der Markt am Abklingen zu sein, die Gäste orientieren sich verstärkt in Richtung China“, erklärte Ayleen Kaiser. Im Aufwind sind aber Gäste aus Spanien, auf die sich die Gastgeber einstellen können. Hier fehle es aber noch insgesamt an Infomaterial oder Speisekarten auf Spanisch.

Kuckucksnester

Aus dem Gemeinderat wurde nach dem Erfolg bei den Ferienwohnungen „Kuckucksnest“ gefragt. Bei den Kuckucksnestern handelt es sich um in die Jahre gekommene Ferienwohnungen und Apartments im Schwarzwald, die von der HTG aufwendig modernisiert und neu gestaltet werden. Durch ihr außergewöhnliches Design heben sich die neu geschaffenen Luxus-Ferienwohnungen nach den Worten von Ayleen Kaiser deutlich von anderen Urlaubsunterkünften ab.

Jedes Appartement und jede Ferienwohnung verfüge über den individuellen Kuckucksnester-Stil und biete eine luxuriöse Unterkunft für einen entspannten Urlaub. Es wäre wünschenswert, wenn auch in Grafenhausen Vermieter, die nicht mehr so aktiv im Geschäft seien, Wohnungen für den Umbau zur Verfügung stellten. Vermietung und Reinigung übernimmt die HTG, der jeweilige Vermieter erhält eine Provision.