Es ist unglaublich, was ein kleines Dorf auf die Beine stellen kann. Selbst bei unwirtlichen Wetterbedingungen mit Regen, starkem Wind und viel Schneematsch auf Straßen und Wegen. Die Rede ist von der Veranstaltung „Licht aus!“ in Balzhausen, für die zwar die Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG) verantwortlich zeichnete, die aber von den Bürgern mit Unterstützung der Gemeinde Grafenhausen gestaltet wurde. Um es gleich vorwegzunehmen: Die dritte Auflage kann als voller Erfolg gewertet werden.

Kein einfaches Unterfangen

Am Sonntagnachmittag hatte sich wohl so manch ein Interessierter die Frage gestellt: Bei dem miesen Wetter auf eine Freiluftveranstaltung nach Balzhausen gehen? Eine berechtigte Frage, die sich selbst der Schreiberling dieser Zeilen gestellt hatte. So war es schlussendlich ein nicht ganz einfaches Unterfangen, den bequemen Sessel der warmen Wohnstube zu verlassen, um bei unwirtlichsten Wetterbedingungen im Grafenhausener Ortsteil Balzhausen die Veranstaltung „Licht aus!“ aufzusuchen. Von Seiten der veranstaltenden HTG war geplant, das Licht auszuschalten, um Zeit für Besinnlichkeit und Ruhe zu haben.

Begeistert: Trotz schlechtem Wetter nahmen Groß und Klein an den Fackelwanderungen teil.
Begeistert: Trotz schlechtem Wetter nahmen Groß und Klein an den Fackelwanderungen teil. | Bild: Wilfried Dieckmann

Doch bevor im Dörfchen Balzhausen, das sich zum dritten Mal an der Aktion beteiligte, um 18 Uhr für zwei Stunden alle elektrischen Lichter ausgeschaltet wurden, stand zunächst eine Fackelsternwanderung auf dem Programm. Geplant war, dass ab der Touristinfo in Rothaus, dem Haus des Gastes in Faulenfürst und der Schule auf dem Dürrenbühl interessierte Besucher mit Fackeln in der Hand nach Balzhausen marschieren. Deshalb wurden die beiden Ortsverbindungsstraßen von Mitarbeitern des Bauhofs gesperrt und mit Umleitungsschildern versehen.

Balzhausen sollte so zur autofreien Zone werden. Und der Plan ging auf: Obwohl einige Besucher die Sperrung ignorierten, machten sich viele Wanderer jeglichen Alters auf den Weg und wurden in der Mitte des Dorfes am Parkplatz beim Gasthaus "Löwen" vom Vizechef der HTG, Volker Haselbacher, begrüßt.

Gut gelaunt: Volker Haselbacher, stellvertretender Geschäftsführer der Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG).
Gut gelaunt: Volker Haselbacher, stellvertretender Geschäftsführer der Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG). | Bild: Wilfried Dieckmann

In der Dunkelheit trugen Schwedenfeuer, Fackeln und Feuerschalen trotz Nieselregen zu einer heimelig erhellten Atmosphäre bei, und nicht nur Kinder freuten sich über das wärmende Lagerfeuer. Für die passende besinnliche Unterhaltung sorgte Musiker Dirk Schnieper, der einen trockenen Platz im Buswartehäuschen fand, auf Panflöte und Saxophon. Es bestand auch die Möglichkeit, dass sich die rund 60 Besucher in einer präparierten Garage des Gasthofs mit heißem Glühwein, Punsch oder Zäpfle aufwärmen konnten. Zur Stärkung, besonders für den Heimweg, wurde selbst hergestelltes Gebäck wie Hefezopf und Kuchen angeboten.

„Alle Bewohner der zwölf Häuser beteiligten sich an der Aktion und steuerten irgendetwas bei“, betonte Claudia Friedrich von der HTG im Gespräch. Als besonders erfreulich bezeichnete sie die Tatsache, dass sie nicht dreimal fragen musste: „Alle haben sich spontan und mit Begeisterung beteiligt“, freute sich Claudia Friedrich, auch in ihrer Funktion als Gemeinderätin.