Wenn sich im Rahmen einer Städtepartnerschaft Menschen treffen, dann kann von einer Freundschaft gesprochen werden, die mit Leben erfüllt ist. Dies wurde auch wieder beim Festakt zum 45-jährigen Bestehen der Jumelage zwischen Grafenhausen und Combrit/Ste. Marine in allen Ansprachen deutlich. Zur Freude der Franzosen gab es noch ein besonderes Gastgeschenk der Natur: genügend Schnee zum Bauen einer bretonischen Schneefrau – einer echten Bigoudenne.

<strong>Genügend Schnee</strong> zum Bauen einer bretonischen Schneefrau – einer echten Bigoudenne – gab es von Frau Holle.
Genügend Schnee zum Bauen einer bretonischen Schneefrau – einer echten Bigoudenne – gab es von Frau Holle. | Bild: Wilfried Dieckmann

Das zweitägige Partnerschaftsfest startete unter dem Motto „Freundschaft ist ein Geschenk“ in der Schwarzwaldhalle mit einem Folkloretanzabend, zu dem die gesamte Bevölkerung eingeladen war. Unter Anleitung der Folkloregruppe Bagad und der Volkstanzgruppe Grafenhausen konnten bretonische und Schwarzwälder Tänze ausprobiert werden. Nach dem offiziellen Festakt am Sonntag stand die Spieleolympiade für jedermann im Mittelpunkt.

<strong>Viele Klänge: </strong>Musikalisch umrahmt wurde der Festakt vom Musikverein Grafenhausen, unterstützt von der Folkloregruppe Bagad mit Dudelsack und Bombarde.
Viele Klänge: Musikalisch umrahmt wurde der Festakt vom Musikverein Grafenhausen, unterstützt von der Folkloregruppe Bagad mit Dudelsack und Bombarde. | Bild: Wilfried Dieckmann

Einen nicht geplanten Programmpunkt für die bretonischen Freunde hatte Frau Holle mit kräftigem Schneefall beigesteuert. „Das ist das schönste Geschenk zum Jubiläum“, betonte der ehemalige Komiteechef Jo Chevalier. Musikalisch umrahmt wurde die Jubelfeier vom Musikverein Grafenhausen, unterstützt von der Folkloregruppe Bagad mit Bombarde und Dudelsack.

<strong>Festlicher Beginn: </strong>Mit einer Gesangseinlage über ihre Heimat Breizh, der bretonischen Nationalhymne, wurde der Festakt eröffnet.
Festlicher Beginn: Mit einer Gesangseinlage über ihre Heimat Breizh, der bretonischen Nationalhymne, wurde der Festakt eröffnet. | Bild: Wilfried Dieckmann

Bürgermeister Christian Behringer erinnerte in seiner Festansprache an die Gründung der Partnerschaft vor 45 Jahren: „Aus dem ursprünglichen Pflänzchen ist eine große, schöne Pflanze geworden“, betonte er. Als Zeitzeugen nannte er die damaligen Gemeinderatsmitglieder Reinhard Isele, Franz Lutz und Ernst Matt, die vor 45 Jahren die Geburtsstunde der Jumelage einläuteten. Weiterhin erwähnte Behringer den früheren Combriter Rektor Jean-Claude Le Drezen, der sich stets für den Schüleraustausch eingesetzt hatte.

Erinnerungen an eine Projektidee

Im Gespräch mit dieser Zeitung erinnerte sich der Vollbluteuropäer an die mehrjährigen Bemühungen für das Projekt „Europa-Klasse“, das er mit dem damaligen Grafenhausener Lehrer Oswald Seifried auf Universitätsebene in Paris vorstellte. „Gescheitert war die Projektidee damals nicht nur an den politischen Ansichten anderer europäischer Länder, sondern auch an den Kirchen, die mehr Einfluss forderten“, erinnerte sich Le Drezen.

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Bürgermeisterstellvertreter Henri Stéphan entschuldigte in seinem Grußwort den Combriter Rathauschef Jacques Beaufils und gratulierte Christian Behringer zu seiner Wiederwahl. Er dankte allen Gastfamilien und Freiwilligen, die „unsere Partnerschaft am Leben halten“. Es sei erfreulich, dass Schüler aus Combriter Schulen in den vergangenen Jahren verstärkt nach Grafenhausen gekommen seien. „Die Zukunft unserer Jumelage hängt von der Jugend ab“, betonte Stéphan.

Zusammenarbeit über Schüleraustausch hinaus

„Was für eine tolle Idee war es doch, die Partnerschaftsurkunde am 27. Oktober vor 45 Jahren zu unterzeichnen“, freute sich Jean-Michel Pavec, Chef des französischen Partnerschaftskomitees. Es sei wichtig, dass sich junge Menschen an diesem Austausch beteiligen: „Unsere Aufgabe ist es, beispielsweise eine engere Zusammenarbeit in Form von Berufspraktika während oder nach dem Studium anzubieten“, betonte Pavec und fügte an, dass es wichtig sei, die Jungen dazu zu ermutigen. Über den unerwarteten Besuch der französischen Abgeordneten Liliana Tanguy werden wir noch berichten.