Grafenhausen will sich an einer „fairen Welt“ beteiligen. Im Klartext bedeutet dies, dass sich Grafenhausen zu einer „Fair-Trade-Gemeinde“ entwickeln will.

Kaffeeplausch mit gutem Gewissen

Um diesen Weg erfolgreich zu beschreiten, hat sich jetzte eine Steuerungsgruppe unter Leitung von Wilfried Dieckmann gegründet. Im Rahmen des Naturparkmarktes haben die Mitglieder am Stand des Nabu zum ersten Mal mit der Bevölkerung diskutiert, hierbei konnte auch fair gehandelter Kaffee probiert werden.

Bürgermeister Behringer gibt Takt vor

In der Tat: Die Gemeinde Grafenhausen befindet sich auf dem Weg in eine faire Welt. Wie Bürgermeister Christian Behringer bereits Mitte April im Rahmen einer Gemeinderatssitzung mitteilte, strebt die Verwaltung den Titel „Fair-Trade-Gemeinde“ an.

Um dieses Ansinnen auf den Weg zu bringen, wurde eine sogenannte Steuerungsgruppe als leitendes und organisierendes Organ gebildet. Dieses Gremium hat die Aufgabe, aktiv das Bewusstsein für den fairen Handel in der Bevölkerung zu wecken.

Viele Grafenhausener machen mit

Mitglieder der Steuerungsgruppe sind Christian Behringer, Anita Müller-Berthold (Kur- und Gewerbeverein), Wilfried Dieckmann (Journalist), Birgit Schöler (Vorsitzende des evangelischen Kirchengemeinderates), Wolfgang Duttlinger (Vorsitzender des katholischen Pfarrgemeinderates), Fabian Duttlinger (Student) und Florian Jungbluth (Gemeindeverwaltung). Im Rahmen der ersten Sitzung wurde Wilfried Dieckmann zum Sprecher der Steuerungsgruppe gewählt.

Um sich als Fair-Trade-Gemeinde zertifizieren zu können, müssen jedoch einige Voraussetzungen erfüllt sein. „Dazu gehört beispielsweise eine intensive Öffentlichkeitsarbeit. Denn nur so kann die Bevölkerung in das Boot fairer Handel einsteigen“, betonte Wilfried Dieckmann.

Mit auf die spannende Reise gehen müssen auch der Handel sowie die gastronomischen Betriebe, die fair gehandelte Produkte dauerhaft ins Sortiment aufnehmen sollten.

Gastronomen und Händler mit dabei

Mit dabei sind bereits das Gasthaus Haringer Hof und die beiden Edeka-Märkte des Ortes, die verschiedene fair gehandelte Produkte wie Kaffee, Tee, Zucker oder Schnittblumen anbieten.

Als Pionier kann die evangelische Kirchengemeinde genannt werden, die bereits seit vielen Jahren entsprechenden Kaffee anbietet. Schulen und Kindergärten haben bereits signalisiert, sich intensiver mit dem Thema „fairer Handel“ zu beschäftigen.

Im Rathaus werden verschiedene Kaffeesorten getestet und intern bewertet.

Fairer Lohn für die Erzeuger

Die Frage, warum Grafenhausen Fair-Trade-Gemeinde werden will, wurde von der Steuerungsgruppe klar und deutlich beantwortet: „Produzenten, insbesondere die Bauern in den Produktionsländern von Kaffee, Tee, Bananen und weiteren alltäglichen Artikeln, sollen eine faire Entlohnung und Anerkennung erhalten.

Hier sollte Grafenhausen Verantwortung übernehmen.“ Dies soll aber nicht nur für importierte, sondern auch für regionale Produkte der heimischen Landwirtschaft gelten.