„Auch wenn der Antrag Absagen erfahren hat, ich war immer davon überzeugt, dass Grafenhausen in das Programm aufgenommen wird“, betonte Bürgermeister Christian Behringer im Gespräch. Von Seiten der kleinen Schwarzwaldgemeinde wurden Anträge zur Aufnahme in ein Programm der städtebaulichen Erneuerung und Entwicklung, ausgearbeitet von der „STEG Stadtentwicklung GmbH“ Stuttgart, gestellt.

Nun wurde die Hartnäckigkeit belohnt: In den nächsten Jahren werden rund zwei Millionen Euro nach Grafenhausen fließen.

Erfreuliche Nachricht

Die erfreuliche Nachricht flatterte Ende März im Rathaus Grafenhausen ein. Im dritten Anlauf hat die Aufnahme ins Landessanierungsprogramm endlich geklappt. Kurzum: Grafenhausen wird in die Förderkulisse der Städtebauförderung aufgenommen. Wie auch immer das Programm heißt: Es handelt sich um zuwendungsfähige Gesamtkosten in Höhe von 3,39 Millionen Euro. Zur Finanzierung des Gesamtvolumens werden in den nächsten acht bis zehn Jahren 2,03 Millionen Euro von Bund und Land (rund 60 Prozent) an die Gemeinde Grafenhausen fließen. Die Kommune muss 1,35 Millionen Euro (rund 40 Prozent) aus eigenen Mitteln aufbringen. Zusätzlich wurde Grafenhausen mit der geplanten Maßnahme „Hagehus“ ins Bund-Länder-Programm „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“ (SIQ) aufgenommen. Von den angemeldeten Gesamtkosten in Höhe von 271 000 Euro werden 146 000 Euro an Zuschussgeldern gewährt: „Ein toller Erfolg für unsere Anträge“, stellte Projektleiterin Jasmin Rapphold von der STEG Stadtentwicklung fest.

Städtebauliche Maßnahmen

Auch wenn in Grafenhausen bisher keine Städtebaufördermittel des Landes oder des Bundes in Anspruch genommen worden sind, so wurden in den vergangenen drei Jahrzehnten dennoch zahlreiche private, gewerbliche und kommunale Maßnahmen im Rahmen des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum (ELR) realisiert. Dies waren unter anderem der Rathausplatz mit einem Zuschussvolumen in Höhe von rund zwei Millionen Euro. Auch die Erschließung des Gewerbegebiets mit rund zehn Hektar sowie dessen Erweiterung auf mittlerweile 16 Hektar erfolgte mit ELR Mitteln. Nicht nur die Kommune, auch Betriebe kamen in den Genuss von nicht unerheblichen Fördergeldern.

Ziele durch Neuordnungskonzept

Mit der Aufnahme in das Landessanierungsprogramm können mit einem Neuordnungskonzept städtebauliche Ziele realisiert werden. Neben der strukturellen Entwicklung ist die Schaffung von Wohnraum primäres Ziel. Mit dem Entwicklungsschwerpunkt Schlüchtseeweg, Ortsmitte mit Skulpturenpark, Areal „Altes Kaufhaus“ in der Ortsmitte sowie dem Entwicklungsschwerpunkt Schaffhauserstraße 37 bis 39 sollen städtebauliche Missstände beseitigt werden. Nach der erfolgten Grobanalyse für die Antragsstellung mit vorbereitenden Untersuchungen sowie der Beteiligung der Bürger beginnt nach der förmlichen Festlegung durch den Gemeinderat die Phase der Sanierung. Hierfür ist ein Zeitraum von acht bis zehn Jahren vorgesehen.