Grafenhausen – Die Schwarzwaldgemeinde Grafenhausen kann auch nach mehreren Jahren gestiegener Tourismuszahlen ein weiteres Plus verzeichnen. Ayleen Kaiser von der HTG (Hochschwarzwald Tourismus GmbH), Chefin der Touristinfo beim Hüsli, stellte im Gemeinderat die aktuellen Übernachtungszahlen vor.

Demnach sind zwar mit 62 Betrieben acht weniger angemeldet als noch im Vorjahr. Allerdings ist die Zahl der Ankünfte in Grafenhausen abermals im Mittel um 2,7 Prozent auf 30 897 gestiegen. „Das ist zwar kein so großer Sprung mehr, aber seit 2016 haben wir damit eine Steigerung von 19,4 Prozent“, erläuterte Ayleen Kaiser. Wiederum ist die Steigerung bei den Betrieben, die die Hochschwarzwald-Card (HSWC) anbieten, hoch. Hier sind nochmals 5,2 Prozent mehr Reisende angekommen. Seit 2016 verzeichnen diese Betriebe ein Plus von gut 42 Prozent. Mit fast zehn Prozent Rückgang seit 2016 haben jedoch die Betriebe ohne HSWC Einbußen bei den Ankünften. Im vergangenen Jahr haben diese einen Rückgang von 2,2 Prozent verzeichnet.

Die Gesamtbilanz der Übernachtungen weist ein ähnliches Bild auf. Im Jahr 2017 gab es insgesamt 93 390 Übernachtungen in Grafenhausen. Damit konnte im Gesamtschnitt nochmals ein Plus von fast 2,4 Prozent erzielt werden. Allerdings sind auch hier die HSWC-Betriebe die Gewinner. Sie verzeichnen ein Plus von rund 4,4 Prozent, die Betriebe ohne das Angebot eine HSW-Card haben leichte Rückgänge um 0,3 Prozent.

Seit dem Jahr 2014 konnten mit neuen Konzepten somit die Übernachtungszahlen von rund 68 000 auf nun gut 93 000 gesteigert werden, wie Ayleen Kaiser in ihrem Vortrag darstellte. Allerdings wurde bereits bei früheren Vorstellungen der Tourismuszahlen klar, dass über die Erfolge hinaus auch die Erfassung der Übernachtungen verbessert wurde.

Die meisten Ankommenden übernachten demnach in Hotels, beliebt sind auch Ferienwohnungen und Pensionen. Eine Sonderrolle nimmt der Campingplatz ein. Dort gab es im vergangenen Jahr 4800 Übernachtungen von Touristen, die den Platz mit 7600 Dauercampern teilten. Interessant ist auch die Herkunft der Reisenden. Die meisten kommen aus Deutschland, insbesondere aus Baden-Württemberg. Bei den Gästen aus dem Ausland kommen die meisten Reisenden aus der Schweiz. Es reisen aber auch auffällig viele Menschen aus Israel in die Region.

„Insgesamt sind das doch beachtliche Erfolge“, freute sich Bürgermeister Christian Behringer. Einer Statistik des Landkreises, in dem alle Kommunen erfasst sind, entnahm er, dass lediglich Todtmoos, Bernau und Höchenschwand im Kreisvergleich besser dastehen. Auf Nachfrage von Gemeinderat Jörg Trefzer (CDU), erläuterte die Tourismusexpertin, dass man im laufenden Jahr verstärkt auf Gastgeber ohne HSW-Card zugehen wolle. „Wir fragen, ob sie mit unseren Materialien arbeiten wollen und schauen, wie wir sie zu mehr Zusammenarbeit motivieren können.“