Die Bürgerinnen und Bürger sind am 16. September in Grafenhausen aufgerufen, einen Bürgermeister zu wählen. Zwei Kandidaten bewerben sich um den Chefsessel im Rathaus. Welche Ideen haben sie für die Gemeinde? Beide Kandidaten sprachen im Rahmen einer Grafenhausen-Tour darüber. Die Stationen wählte jeder Kandidat selbst. Einzige Vorgabe: Fünf Themen mussten es sein.

  • Wege aufs Rathaus dank Bürgerkoffer komplett ersparen: „Alle reden heutzutage von barrierefrei und seniorengerecht, leider bleibt es oft bei den Worten“, meint Mario Isele und fügt an, dass er sich um Maßnahmen zur Lebensqualität auch für ältere und eingeschränkt lebende Menschen persönlich kümmern werde. Unter barrierefrei bzw. seniorengerecht verstehe er aber nicht nur abgeflachte Gehweg-Kanten oder stolperfreie Wege, sondern zum Beispiel auch eine entgegenkommende Verwaltung: Die Anschaffung eines „Bürgerkoffers“ etwa könnte älteren oder gesundheitlich eingeschränkten Mitbürgern den Weg aufs Rathaus komplett ersparen – denn mit dem Bürgerkoffer könnten Behördenangelegenheiten direkt vor Ort erledigt werden. Dank des Ärztehauses sei die medizinische Versorgung ausreichend sichergestellt. Es sei aber eine Frage der Zeit, bis „unsere Ärzte altershalber aufhören“. Isele werde deshalb schon früh damit beginnen, für Grafenhausen auch als Standort für Ärzte zu werben. Woran es derzeit fehle, seien Tagespflegeplätze. „Mein konkretes Ziel: die baldige Schaffung einer solchen Tagespflege mitten im Ort.“
  • Familienfreundliches Grafenhausen: Zu einem der wichtigsten Punkte nachhaltiger Kommunalentwicklung zählt für Mario Isele ein familien- und generationenfreundliches Gemeinwesen. Dies trage entscheidend dazu bei, die Attraktivität Grafenhausens zu stärken. Mit entsprechenden Maßnahmen möchte der Bürgermeisterkandidat dazu beitragen, Grafenhausen für die Zukunft zu stärken und weiter zu entwickeln. Sich in seiner Heimat wohlzufühlen, hängt nicht zuletzt mit Sicherheit und Berechenbarkeit sowie gleichzeitig Flexibilität zusammen – vor allem für junge Familien und Senioren. Beides zu sichern, soll für Bürgermeisterkandidat Mario Isele ein zentraler Punkt bei der Entwicklung eines familien- und generationenfreundlichen Leitbildes Grafenhausens werden.
<strong>Familienfreundlich:</strong> Mit Mario Isele setzt auf die hiesigen Schulen mit gesicherter Schulkindbetreuung.
Familienfreundlich: Mit Mario Isele setzt auf die hiesigen Schulen mit gesicherter Schulkindbetreuung. | Bild: Wilfried Dieckmann
  • Der Kindergarten als eine Art „Familienzentrum“ – warum nicht? „Mit individuell wählbaren Betreuungszeiten, flexiblen Ferienzeiten und/oder auch als erste Anlaufstelle bei Fragen der Kinderentwicklung und –gesundheit wie auch zum Familienleben selbst. Der Ort, an dem ihr Kind so viel Zeit verbringt, soll auch ein Ort sein, der viel Zeit für ihr Kind mitbringt“, so Isele. Ebenso können auch die hiesigen Schulen mit gesicherter Schulkindbetreuung, auch Ganztagesbetreuung vor und nach der Schule, wesentlich dazu beitragen. „Durch die Schaffung eines Jugendgemeinderats könnten wir den jungen Leuten die Chance geben, sich selbst einzubringen“, ist sich Mario Isele sicher.
  • Lebendiges Grafenhausen – schöner leben, besser wohnen: Um Grafenhausen lebendig zu halten, müssen nach Meinung von Mario Isele hier Menschen aller Generationen zuhause sein. Bezahlbarer Wohnraum aber sei inzwischen nicht nur in den Städten knapp. Daher bedürfe es kluger Planung, um vor allem Einheimischen bezahlbaren Wohnraum bieten zu können. „Dort leben zu können, wo man groß geworden ist, seine Heimat hat, ist für mich ein Grundrecht“, meinte der Kandidat beim Rundgang und kündigte an, dass junge Familien und Bauherren deshalb in seiner Person tatkräftige Unterstützung finden werden: sei es durch die Ausweisung von Baugebieten oder durch die Förderung beim Grundstückserwerb. Nach diesem Motto werde er sich für mehr bezahlbaren Wohnraum für Alleinstehende, junge Familien, auch für sozial schwache Menschen und ebenso für ’Rein’gschmeckte’ einsetzen. Und der Traum vom eigenen Häusle mit Garten und Kinderschaukel soll zügig, unkompliziert und finanzierbar Wirklichkeit werden können.
<strong>Wohnraum:</strong> Der Traum vom eigenen Häusle mit Garten und Kinderschaukel soll zügig Wirklichkeit werden können.
Wohnraum: Der Traum vom eigenen Häusle mit Garten und Kinderschaukel soll zügig Wirklichkeit werden können. | Bild: Wilfried Dieckmann
  • „Des Weiteren werde ich mich dafür einsetzen, dass vorhandener Wohnraum auch als solcher genutzt wird.“ Ein Mehrfamilienhaus mit monatelang geschlossenen Rollläden sei nicht akzeptabel. „Während Wohnraum fehlt, feiern solche kurzzeitig genutzten Zweitwohnsitze fröhlichen Leerstand; das darf nicht sein“, betonte Isele. Förderprogramme für Hauseigentümer könnten hier Anreize schaffen, leerstehenden Wohnraum regulär zu vermieten. Neu- oder Umbauten könnten mit staatlichen Zuschüssen oder günstigen Darlehen spürbar gefördert werden.
  • Ehrenamt – ein Segen für die Gemeinschaft: Für Mario Isele ist in Grafenhausen der ehrenamtliche Einsatz zahlreicher Bürgerinnen und Bürger der Motor, der das „Gemeindegetriebe“ am Laufen hält. Ein Einsatz, der nicht hoch genug geschätzt und honoriert werden könne. Es sei dieses Engagement, das die Dorfgemeinschaft zusammenhält und ihr soziales Gefüge stützt. „Ich selber bin seit meiner Kindheit in vielfältiger Weise ehrenamtlich aktiv, ich weiß aus bester Erfahrung, wovon ich spreche. Solidarität und ein offenes Ohr für das Ehrenamt und jedes bürgerschaftliche Engagement ist für mich daher eine Herzensangelegenheit“, so der Bürgermeisterkandidat.
<strong>Ehrenamt:</strong> Für Mario Isele ist das Engagement der Bürger der Motor, der das „Gemeindegetriebe“ am Laufen hält.
Ehrenamt: Für Mario Isele ist das Engagement der Bürger der Motor, der das „Gemeindegetriebe“ am Laufen hält. | Bild: Wilfried Dieckmann

Um das Grafenhausener Ehrenamt zu bewahren und auch für die Zukunft zu stärken, verspricht Mario Isele: „Ehrenamtliches Engagement in allen seinen Formen werde ich in bestmöglicher Weise unterstützen. Sehr gerne auch durch meine aktive Mitarbeit, zum Beispiel im Dorffest-Komitee.“

  • Tourismus und Wirtschaft fördern: „Wirtschaftsförderung werde ich im Fall meiner Wahl zur Chefsache erklären“, hob Mario Isele hervor. Er stellt sich dabei eine „sanfte Form“ vor, die in die Landschaft passt. Zur Umsetzung dieses Ziels sei zunächst eine aktive regionale Werbung für den Wirtschaftsstandort Grafenhausen unerlässlich. „Der hiesige Kur- und Gewerbeverein leistet bereits großartige Arbeit – einer meiner ersten Schritte wird es daher sein, die Mitgliedschaft in dessen Vorstand zu beantragen“, kündigte Isele an. Auch der Tourismus sei ein wichtiges wirtschaftliches Standbein. Behutsame Aktivitäten bildeten ein noch ungenutztes Potenzial: Hier warte der Skulpturenpark auf seine Wiederbelebung, der Dorfplatz auf ein kommunikatives Miteinander. Auch für das Schwarzwaldhaus der Sinne müsse die Werbetrommel gerührt werden.
<strong>Tourismus:</strong> Für Bürgermeisterkandidat Mario Isele ist auch der Tourismus ein wichtiges wirtschaftliches Standbein.
Tourismus: Für Bürgermeisterkandidat Mario Isele ist auch der Tourismus ein wichtiges wirtschaftliches Standbein. | Bild: Wilfried Dieckmann