Zum 30-jährigen Bestehen der Hans-Müller-Gruppe aus Bulgenbach richteten die Mitglieder des Mittelaltervereins ein Feldlager beim Dorfstüble in Grafenhausen ein. Ausgiebig feierten sie mit Freunden und Gästen. Nachdem sich 1979 anlässlich der 900 Jahr-Feier in Grafenhausen die historische Hans-Müller-Gruppe aus Bulgenbach für den Festumzug zum ersten Mal formiert hatte, dauerte es noch weitere zehn Jahre bis 1989 zur Vereinsgründung.

Handarbeit war auch im Feldlager gefragt.
Handarbeit war auch im Feldlager gefragt.

1989 wurden auch eigene Gewänder angeschafft, man nahm an Festumzügen in der Umgebung teil. Kamen die Mitglieder zu Beginn der Vereinsgeschichte aus Bulgenbach und Grafenhausen, so sind inzwischen sogar Mitglieder vom Bodensee mit dabei. 23 Aktive zählt der Verein zurzeit. „Inzwischen gibt es viel mehr Mittelalterveranstaltungen als zu Beginn unserer Vereinszeit“, berichtete Vorsitzender Jürgen Isele. Zum Jubiläum hat die Gruppe bewusst kein großes Event veranstaltet. „Wir wollten mit Freunden und Gästen und dann mit Besuchern im mittelalterlichen Feldlagerflair feiern.“

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So wurde Tage vor dem Ereignis mit den Aufbauarbeiten für das Feldlager auf der Wiese beim Dorfstüble in Grafenhausen begonnen. Möglichst nah an der Realität versuchen die Mittelaltervereine diese Lager zu gestalten. Zelte mit Holzstangen, selbst gezimmerte Bänke und Tische, das Essen über einem Lagerfeuer zubereitet, Gewänder nach historischen Vorbildern sowie viele Gerätschaften und Waffennachbauten sorgten für das entsprechende Ambiente. Vier befreundete Vereine waren ebenfalls zum Feiern gekommen: „De Buure 1524“ aus Gröningen, die „Uesenberger Landsknechte & Wegelagerer“, der „Seehaufen“ vom Bodensee und die „Rottweiler historische Bürgerwehr“, die ihre Kanoniere geschickt hatte.

Zünftiges Festmahl

Beim Festmahl mit rund 80 Personen ging es zünftig zu. Die neue Fahne des Vereins, für die jetzt Fähnrich Thomas Weißenberger und sein Stellvertreter Fahnenjunker Markus Weißenberger verantwortlich sind, wurde eingeweiht. Die Kanonenböller durften natürlich auch nicht fehlen. Aus den liebevoll gepflegten Nachbauten historischer Kanonen wurden zu fester Stunde Böllerschüsse abgefeuert, was natürlich bei den Kindern der Besucher des Festes gut ankam.

Spiel und Spaß bei Wettkämpfen

Spiel und Spaß gab es bei internen Wettkämpfen wie Wagenradziehen oder Leiterwagen-Staffellauf, und sorgten für beste Laune bei den Festteilnehmern. Zum Lagerleben gehören Regeln. So musste sich der Anführer des „Seehaufens“ wegen Völlerei und Verleiten zum Trinken vor dem Feldlagergericht verantworten. Stilgerecht an den Pranger gestellt, erwartete der Delinquent sein Urteil. Das Urteil war hart: Die Marketenderinnen, die zur Nacht mit den betrunkenen Kerlen ihre Mühe hatten, durften über den Übeltäter herfallen. Unter Gejohle wurde er kräftig eingepudert.