Dank einer großzügigen Spende soll die kleine Kapelle auf dem Friedhof in Grafenhausen noch in diesem Jahr, sowohl im Innen- als auch im Außenbereich, restauriert werden. Für diese Maßnahme wird Marlene Rühle gemäß den Kostenberechnungen von Architekt Ralf Kaiser 150 000 Euro in die Hand nehmen: „Sollte dieser Betrag nicht reichen, werde ich auch die zusätzlichen Kosten übernehmen“, betonte die Fabrikantin im Rahmen eines Vor-Ort-Termins mit Bürgermeister Christian Behringer, Pfarrer Thomas Schwarz und dem Architekten.

Die Friedhofskapelle in Grafenhausen soll innen und außen saniert werden.
Die Friedhofskapelle in Grafenhausen soll innen und außen saniert werden. | Bild: Wilfried Dieckmann

Die unter Denkmalschutz stehende neugotische Friedhofskapelle aus dem Jahr 1905, die im Volksmund schlicht und einfach als „Grotte“ bezeichnet wird, hat zwischenzeitlich nicht nur einige Schönheitsfehler. Wie Architekt Ralf Kaiser im Rahmen einer Vorort-Besprechung mit Marlene Rühle, Pfarrer Thomas Schwarz und Bürgermeister Christian Behringer erläuterte, soll das Gebäude insgesamt „aufgefrischt“ werden. Hinzu kommen Putzarbeiten, zudem sind einige Firstziegel defekt. Im Inneren der Kapelle sollen auch einige Umgestaltungen erfolgen. Grundlegend soll es aber der eindringenden Feuchtigkeit aus dem Fundament, die ins Mauerwerk zieht und Schäden verursacht, an den Kragen gehen. „Ein Überstreichen reicht nicht“, betonte der Architekt. Rund um die Kapelle muss bis in den Fundamentbereich aufgegraben, abgedichtet und Regen- oder Oberflächenwasser mittels Drainagen abgeleitet werden. Alle Maßnahmen wurden bereits vom Denkmalamt abgesegnet, inklusive des zusätzlichen Reliefs von einem Steinmetzmeister aus Stegen, das im Außenbereich an der Fassade angebracht werden soll.

Neue Kapelle ursprünglich vorgesehen

Ursprünglich wollte die Fabrikantin eine neue Kapelle in der Nähe des Betriebsgeländes der Firma Rühle im Gewerbegebiet zwischen Grafenhausen und Rothaus bauen. Da aber der bevorzugte Standort am Waldrand nicht mehr zum Betriebsgelände gehört, wurde der Plan zu den Akten gelegt. Wie Marlene Rühle berichtete, brachte ihr Sohn Claus die Sanierung der Friedhofskapelle in die Diskussion ein. „Eine Idee, die ich sofort aufgegriffen habe“, so die Seniorchefin des Betriebes. Als Grund für die Maßnahme nannte sie Dankbarkeit dafür, dass ihr alles so gut gelungen und sie im Ort so gut aufgenommen worden sei: „Es ist nicht selbstverständlich, dass ich in Grafenhausen einen Betrieb dieser Größe aufbauen konnte, somit will ich ein Stück an die Allgemeinheit zurückgeben“, erklärte Marlene Rühle.

Aufwertung des Gebäudes

„Die Sanierung bedeutet eine enorme Aufwertung des Gebäudes“, stellte Pfarrer Thomas Schwarz mit Freude fest. Auch wenn Hofkapellen außerhalb der Kommunen eine Tradition haben, so sei es auch für ihn als Mann der Kirche zu begrüßen, wenn bereits bestehende Kapellen durch Sanierung erhalten werden. Bei einem Neubau müssten auch die Folgekosten einkalkuliert werden. Er könnte sich durchaus vorstellen, dass nach der Sanierung in dem kleinen Gotteshaus insbesondere im Sommer Rosenkranz-Andachten oder Ähnliches stattfinden könnten. „Die Landschaft zwischen Kirche, dem geplanten Ruhebereich auf dem Friedhof und der Kapelle kann sich zu einer neuen Einheit entwickeln“, meinte Schwarz. Wie Bürgermeister Christian Behringer betonte, wird die geplante Sanierung der Kapelle, die sich – wie auch der Friedhof selbst – im Eigentum der Kommune befindet, auch von der politischen Gemeinde begrüßt. Der Rathauschef rief weiterhin die gute Zusammenarbeit mit der Firma Rühle in Erinnerung und nannte beispielsweise den direkten Glasfaseranschluss vor etwa drei Jahren, der in Kooperation realisiert werden konnte.

Diese Steinplatte soll in die Außenfassade integriert werden.
Diese Steinplatte soll in die Außenfassade integriert werden. | Bild: Wilfried Dieckmann