Es geht um viel Geld. Im Rahmen der städtebaulichen Erneuerungsmaßnahme „Ortsmitte Grafenhausen“ sollen in den nächsten Jahren knapp vier Millionen Euro investiert werden, die mit 60 Prozent bezuschusst werden. Von dem Kuchen können sich nicht nur die Kommune, sondern auch alle Eigentümer der im Sanierungsgebiet liegenden Grundstücke und Gebäude ein gehöriges Stück abschneiden. Gaby Pietzschmann und Jasmin Rapphold stellten rund 80 Bürgern im Schwarzwaldhaus der Sinne den Ablauf des Verfahrens vor.

Die Besucher der Infoveranstaltung hatten an die Verantwortlichen viele Fragen, die beantwortet werden konnten.
Die Besucher der Infoveranstaltung hatten an die Verantwortlichen viele Fragen, die beantwortet werden konnten. | Bild: Wilfried Dieckmann

Wie Bürgermeister Christian Behringer informierte, wurde Grafenhausen im dritten Anlauf in das Programm der Städtebauförderung aufgenommen. Damit sei die Möglichkeit „für einen erfolgreichen Einstieg in einen langfristigen Sanierungs- und Aufwertungsprozess im festgelegten Gebiet in der Ortsmitte gegeben“. Der Gemeinderat hat mit dem Beschluss zur Einleitung der vorbereitenden Untersuchungen die rechtlichen Voraussetzungen für die nächsten Schritte im Sanierungsprozess geschaffen.

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Mit der Durchführung der Maßnahmen wurde die Steg Stadtentwicklungs GmbH beauftragt. Im Schwarzwaldhaus der Sinne (Vortragssaal) informierten die Planerinnen Gaby Pietzschmann und Jasmin Rapphold (Projektleiterin) über den derzeitigen Planungsstand und den weiteren Ablauf des Verfahrens, das sich über einen Zeitraum von nahezu zwölf Jahren erstrecken wird.

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„Erst 2030 ist das Finale angesagt“, betonte Gaby Pietzschmann, studierte Expertin in Sachen Raumentwicklung und Naturressourcenmanagement. Gemäß dem Antrag zur Aufnahme in das Programm der städtebaulichen Erneuerung und Entwicklung wurden zum Start knapp 3,4 Millionen Euro zuwendungsfähige Kosten beantragt, die von Bund und Land mit 60 Prozent Zuschussgeldern (2,031 Millionen Euro) gefördert werden. Mit dieser Summe ist aber das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht, da nach Angaben der Referentinnen noch weitere Fördermittel beantragt werden können. „Zusätzliche Fördergelder, die auch genehmigt werden“, betonte Jasmin Rapphold, Leiterin des Projektes. An der Informationsveranstaltung zeigten nahezu 80 Bürger Interesse.

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„Gebäudeerhalt ist oberstes Sanierungsziel“, hob Jasmin Rapphold hervor. Es geht im Kern um die Verbesserung der Wohn- und Arbeitsverhältnisse, Erhalt und Verbesserung der Infrastruktur wie Straßen und Grünflächen sowie nachhaltigen Umweltschutz. Bereits vor der förmlichen Festlegung des Sanierungsgebietes wurde vom Planungsbüro die Notwendigkeit der Sanierung mit anzustrebenden Sanierungszielen samt der dazugehörender Durchführbarkeit ermittelt. Private Maßnahmen können beispielsweise bei Gebäudemodernisierung mit bis zu 40 Prozent und maximal 40 000 Euro gefördert werden.

Keine exotischen Ausführungen

Die genaue Höhe der Zuschüsse wird der Gemeinderat festlegen, Neubauten werden nicht gefördert. Gemäß der Zielsetzung der Maßnahme sollten Bauherren „exotische Ausführungen“ jedoch vermeiden. Als Negativbeispiel nannte die Projektleiterin glänzende Dachziegel. Auch sollten bei der Farbauswahl zurückhaltende helle Farben bevorzugt werden. „Weniger ist mehr, Ortsbildtypisches sollte im Blickfeld stehen“, erklärte Jasmin Rapphold. Bei allen geplanten Maßnahmen sollte bereits im Vorfeld das beratende Gespräch mit den Experten der Stadtentwicklung Steg geführt werden.