• Landessanierungsprogramm: Gemeinsam mit dem Gemeinderat hat Bürgermeister Christian Behringer bereits 2016 und 2017 Anträge auf Aufnahme in das Landessanierungsprogramm (städtebauliche Erneuerungsmaßnahme Ortsmitte) gestellt, die aber nicht berücksichtigt wurden.

Vor zwei Monaten waren nun Vertreter des Wirtschaftsministeriums und des Regierungspräsidiums in Grafenhausen, um sich die geplanten Sanierungsmaßnahmen vor Ort anzuschauen. „Aus Sicht der Verwaltung und des beauftragten Planungsbüros kann dies als positives Signal gewertet werden“, hob Behringer beim Ortsrundgang hervor. Im Landessanierungsprogramm steckt für Grafenhausen nämlich ein nicht unbedeutendes Entwicklungspotenzial: Kommunale Gebäude wie das Rathaus oder das denkmalgeschützte Hagehus sowie Straßen und Plätze, die innerhalb des Sanierungsgebietes (etwa 14 Hektar) liegen, werden nämlich mit satten Zuschüssen gefördert. Bei Investitionskosten in Höhe von rund drei Millionen werden rund 1,8 Millionen Euro aus dem Sanierungsprogramm an die Gemeinde Grafenhausen zurückfließen.

  • Neue Arbeits- und Bauplätze: „Die Schaffung von Arbeitsplätzen und Bauplätzen hat eine hohe Priorität“, betonte Christian Behringer beim Rundgang durch den Ort. So werden im Gewerbegebiet Signauer Schachen derzeit mehrere Grundstücke bebaut. Dank dieser Tatsache entstehen rund 50 neue Arbeitsplätze. Auf dem letzten verfügbaren Gemeindegrundstück lagert derzeit sämtliches Material für die Breitbandversorgung im gesamten Gemeindegebiet. Eine Erweiterung des Gewerbegebietes in Richtung Signau (7,7 Hektar) wurde bereits beschlossen.
<strong>Gewerbegebiet:</strong> Ab Frühjahr stehen rund 18 Bauplätze zur Verfügung. „Zwölf Reservierungen sind bereits vorhanden“, so Behringer.
Gewerbegebiet: Ab Frühjahr stehen rund 18 Bauplätze zur Verfügung. „Zwölf Reservierungen sind bereits vorhanden“, so Behringer. | Bild: Wilfried Dieckmann

„Um Grafenhausen kontinuierlich weiterzuentwickeln, ist dies auch dringend notwendig“, meinte Behringer. Bei der Umsetzung stellt er sich eine schrittweise Bebauung vor, da die Flächen zur Zeit noch landwirtschaftlich genutzt werden. Außerdem seien hier Gespräche mit den betroffenen Landwirten und dem Nabu erforderlich. Derzeit befindet sich das Neubaugebiet Kälberweide II in der Offenlage. Ab Frühjahr 2019 stehen rund 18 Bauplätze zur Verfügung. „Zwölf Reservierungen sind bereits vorhanden“, freute sich der Rathauschef. Auch in seiner zweiten Amtszeit werde er sich dafür einsetzen, dass wie bisher moderate Preise (Quadratmeterpreis möglichst unter 100 Euro) festgesetzt werden. „Selbstverständlich wird auch in diesem Baugebiet der Kinderbonus von fünf Euro für das erste Kind und 8 Euro für das zweite Kind pro Quadratmeter gewährt“, hob Christian Behringer hervor.

  • Schulstandort Grafenhausen: „Der Erhalt der Werkrealschule hat elementare Bedeutung“, stellt Christian Behringer im Gespräch fest. Nach Aussagen von Schulamt und Regierungspräsidium habe die Schlüchttal-Schule Bestandsschutz, da es sich um die einzige noch verbliebene Werkrealschule im östlichen Kreisgebiet handele. Im Klartext: Auch wenn die Anmeldezahlen in der Klasse 5 einmal unter 16 Schülerinnen und Schüler sinken würden, bleibt, so Behringer, die für die Region wichtige Schulart erhalten. Es gilt auch, zusammen mit der neuen Rektorin Rotraud Neubauer, die Schule in Richtung Naturparkschule weiterzuentwickeln.
<strong>Schulstandort:</strong> Die verlässliche Grundschule ist für Behringer ein Zeichen dafür, Grafenhausen als kinderfreundlich zu bezeichnen.
Schulstandort: Die verlässliche Grundschule ist für Behringer ein Zeichen dafür, Grafenhausen als kinderfreundlich zu bezeichnen. | Bild: Wilfried Dieckmann

„Da ich als amtierender Bürgermeister unter anderem auch Mitglied im Gesamtvorstand Naturpark Südschwarzwald bin, werde ich darauf ein besonderes Augenmerk legen“, unterstreicht der Kandidat. Angesichts der vielen Angebote wie beispielsweise die verlässliche Grundschule könne Grafenhausen ohne Wenn und Aber als kinderfreundliche Kommune bezeichnet werden. Dazu trage auch der Kindergarten mit elterngerechten Angeboten bei. Genannt sei die Einführung der Ganztagstagesbetreuung für Ü 3 ab September, die vom Kindergarten auf Wunsch der kommunalen Verwaltung eingeführt wird. Hochkarätige Betreuung gibt es aber nicht zum Nulltarif: „Die politische Gemeinde trägt 89 Prozent der um die Kindergartenbeiträge reduzierten Gesamtkosten, elf Prozent die Kirchengemeinde. Auf dem Erreichten auszuruhen ist nicht angesagt, es gilt auch weiterhin, zukunftsorientierte Angebote anzubieten“, so Christian Behringer.

  • Erhalt der hausärztlichen Versorgung: „Das neue Ärztehaus ist ein weiterer Baustein in der sehr guten Infrastruktur Grafenhausens“, stellte Behringer auf dem Rundgang fest. Landtagsabgeordneter Reinhold Pix habe bei der Einweihung nicht ohne Grund von einem Leuchtturmprojekt mit Ausstrahlung in die Region gesprochen.
<strong>Ärztehaus:</strong> Im neuen Ärztehaus sieht Christian Behringer einen weiteren Baustein für eine gute Infrastruktur in Grafenhausen.
Ärztehaus: Im neuen Ärztehaus sieht Christian Behringer einen weiteren Baustein für eine gute Infrastruktur in Grafenhausen. | Bild: Wilfried Dieckmann

Dennoch gilt es für den Bürgermeister schon jetzt den Blick nach vorne zu richten, um die Hausarztversorgung auch in Zukunft sicherzustellen. Er ist sich sicher, dass dies mit den örtlichen Ärzten auch gemeinsam gelingen wird. Als Bürgermeister und Chef der Verwaltung habe er mit den Verantwortlichen der übergeordneten Behörden Gespräche hinsichtlich der Einrichtung eines Hubschrauber-Landeplatzes in unmittelbarer Nähe des nagelneuen Ärztehauses geführt. Außerdem müsse zusammen mit dem Gemeinderat und der Bürgerschaft auch das wichtige Thema „Tagespflege“ in Grafenhausen angegangen und bei Bedarf schnell umgesetzt werden.

  • Nahwärme aus regenerativer Energie: Als Schwergewichte in den nächsten Jahren bezeichnete Bürgermeisterkandidat Christian Behringer den Ausbau der Breitbandversorgung und der Nahwärme. Schwergewichte, die sich auch im kommunalen Haushalt niederschlagen.

In diesem Jahr erfolgte der Startschuss, um die Ortsteile Mettenberg und Staufen mit Glasfaser zu versorgen. Ebenfalls wird die Verbindung zur zentralen Schaltanlage, dem sogenannten POP beim Skulpturenpark erstellt. Parallel dazu wird das kreisweite Backbone-Netz verlegt. Die Kosten für das Ortsnetz im gesamten Gemeindegebiet belaufen sich auf rund 4,7 Millionen Euro (Zuschüsse rund 75 Prozent). „Ziel ist, dass der Ausbau im gesamten Gemeindegebiet bis Ende 2020 abgeschlossen ist“, informierte Christian Behringer. Auch die Nahwärmeversorgung soll weiterentwickelt werden. Neben dem Feuerwehrgerätehaus wird zur Unterstützung ein zweites Heizgebäude entstehen.

<strong>Nahwärme:</strong> Neben dem Feuerwehrgerätehaus wird zur Unterstützung ein zweites Heizgebäude entstehen.
Nahwärme: Neben dem Feuerwehrgerätehaus wird zur Unterstützung ein zweites Heizgebäude entstehen. | Bild: Wilfried Dieckmann