Die Gemeindeverbindungsstraße, die von der L 170 zwischen Rothaus und Steinasäge in Richtung Sommerau abzweigt, bleibt weiterhin gesperrt. Zwischenzeitlich wurde die Straßenböschung, die von einem Biberbau unterhöhlt ist, mittels eines Spezialbaggers untersucht: „Bei der Maßnahme wurden weitere Bibergänge unter dem Asphalt entdeckt“, so Grafenhausens Bürgermeister Christian Behringer.

Überr den Randstreifen werden die Radffahrer beim Bike-Giro geführt.
Überr den Randstreifen werden die Radffahrer beim Bike-Giro geführt. | Bild: Wilfried Dieckmann

An der Gemeindeverbindungsstraße haben die Biber ein Domizil. Diese Straße wurde von der Gemeinde Grafenhausen Ende Juni aus Sicherheitsgründen gesperrt, weil im Bereich des Hofes Ebersbach die Straße unmittelbar über dem vermuteten Biberbau eingebrochen war. Betroffen von der Sperrung sind nicht nur alle Straßennutzer, sondern auch das Gasthaus „Sommerau„, das bis auf weiteres nur über die Steinasäge zu erreichen ist.

Ein Spezialbagger war bei der Überprüfung im Einsatz.
Ein Spezialbagger war bei der Überprüfung im Einsatz. | Bild: Wilfried Dieckmann

Wann ein sicheres Befahren möglich sein wird, steht immer noch in den Sternen. Christian Behringer fühlt sich seitens des Regierungspräsidiums Freiburg (RP) allein gelassen. In einem Schreiben habe er das RP aufgefordert, die Situation nicht nur der Öffentlichkeit, sondern auch den Inhabern des Hotels „Sommerau„ zu erklären, die von der Sperrung in besonderem Maße betroffen sind.

Deutliche Worte an die RP-Seite

„Es ist aus meiner Sicht unglaublich, dass sich von RP-Seite kein Verantwortlicher dazu bewegen lässt, die Situation anzuschauen.“ Hat sich nach diesen deutlichen Worten ein verantwortlicher Entscheidungsträger in Grafenhausen blicken lassen? „Nein“, antwortete der Rathauschef. Das RP habe ihm mitgeteilt: es sei nicht nötig, dass ein Verantwortlicher des Referats 56 eine Begutachtung vor Ort vornehmen müsse.

Zwischenzeitlich habe es eine Begutachtung der Schäden durch die Biberbeauftragte Bettina Sättele und Florian Fischer von Landschaftsbau Fischer aus Bonndorf zu Wochenbeginn gegeben. Dabei sei auch ein Spezialbagger im Einsatz gewesen. So habe festgestellt werden können, wie weit die Bibergänge in die Straße gehen. Weiterhin habe das RP dem Bürgermeister mitgeteilt, dass bedingt durch den hohen Kostenrahmen keine Direktvergabe erfolgen könne.

Ein Ausschreibungsverfahren sei unerlässlich. Weiterhin habe ihm Tobias Kock vom RP mitgeteilt, dass bedingt durch artenschutzrechtliche Vorgaben ein Baubeginn erst Ende August möglich sei. Wie Christian Behringer hervorhob, schließe er von seiner Kritik an die übergeordneten Behörden die Biberbeauftragte Bettina Sättele ausdrücklich aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Der Auftrag sei nach Kenntnis des Bürgermeisters bereits erteilt, schon in der nächsten Woche soll es eine Begehung mit dem Unternehmen geben. Christian Behringer geht davon aus, dass es sich dabei um Sofortmaßnahmen handelt. Auch der Bauhofleiter aus Grafenhausen sei zwischenzeitlich von der Biberbeauftragten informiert worden.

Die Kosten würden gemäß der Gesetzeslage vom Regierungspräsidium übernommen. Jedenfalls bis auf den oberen Belag (Asphaltdecke). Dieser solle, so Christian Behringer, von der Gemeinde Grafenhausen getragen werden. Eine Aussage, die der Bürgermeister aber nicht versteht: „Entweder bin ich für die Kosten zuständig, dann auch für alles, oder ich bin nicht zuständig“. Er fügte an, dass im Naturschutzgesetz die Zuständigkeit klar geregelt sei, und da gebe es keine Zuständigkeit für die Gemeinde.