Die Trachtenkapelle Rothaus wird in diesem Jahr 90 Jahre alt. Ein Geburtstag, der mit einem zweitägigen Waldfest vor dem Hüsli gefeiert wird. „Als junger Vereinschef freut es mich, dass dieser Musikverein auf eine so lange Geschichte zurückblicken kann“, betonte Vorsitzender Markus Stritt im Gespräch. Er geht davon aus, dass der Verein auch die nächsten neun Jahrzehnte meistern wird. So richtig Jubiläum feiern aber möchten die Verantwortlichen erst in zehn Jahren, wenn es heißt „100 Jahre Trachtenkapelle Rothaus“.

Mit Andreas Strittmatter (links) und Ruben Friederich spielen zwei Enkel von Gründungsmitgliedern aktiv bei der Trachtenkapelle Rothaus.
Mit Andreas Strittmatter (links) und Ruben Friederich spielen zwei Enkel von Gründungsmitgliedern aktiv bei der Trachtenkapelle Rothaus. | Bild: Wilfried Dieckmann

Auch wenn es sich beim 90. Geburtstag nicht um ein klassisches Jubiläum handelt, gefeiert wurde dennoch. Und zwar mit „Bratwurst, Bier und viel Blasmusik“ beim Rothauser Waldfest im Festzelt auf der Wiese vor dem Heimatmuseum Hüsli. Den musikalischen Auftakt übernahm der Geburtstagsverein unter Leitung von Dirigent Paul Maurer daselbst. Vize-Chefin Carina Greiner übernahm nicht nur die Moderation, sondern informierte die Besucher zwischen den Musikstücken auch über interessante Eckdaten der 90-jährigen Vereinsgeschichte.

Rückblick auf die Geschichte

Am 16. Dezember 1928 wurde der Musikverein Rothaus im ehemaligen Stüble des Kurhauses Rothaus (heute Brauereigasthof) gegründet. Bereits damals war in Rothaus Fremdenverkehr ein Thema. Unter anderem zählte um die Jahrhundertwende auch die Erbauerin des heutigen Heimatmuseums Hüsli, die Konzertsängerin Helene Siegfried, zu den Gästen. Um den Urlaubern Abwechslung und Unterhaltung in musikalischer Form zu bieten, entstand die Idee einer Blaskapelle.

Nach einem Aufruf durch Emil Faller, dem späteren Dirigenten des Musikvereins Rothaus, versammelten sich einige Musikfreunde, die bereits in kleineren Gruppen musizierten, um einen gemeinsamen Verein zu gründen. Hierbei wurde übrigens auch die Übernahme der Schirmherrschaft durch die Badische Staatsbrauerei Rothaus beschlossen. Der damalige Brauereidirektor Jäger wurde erster Vorsitzender, Braumeister Hammer sein Stellvertreter. Zu Beisitzern bestimmte die Versammlung Hauptlehrer Bosch aus Dürrenbühl, Hotelier Winter und Braumeister Schätzle.

Wie die stellvertretende Vorsitzende Carina Greiner augenzwinkernd informierte, gibt es heute in der Trachtenkapelle Rothaus natürlich keine aktiven Musiker aus der Gründerzeit mehr. Mit Andreas Strittmatter und Ruben Friedrich spielen jedoch zwei Enkel von Gründungsmitgliedern aktiv bei der Trachtenkapelle Rothaus. Und dies ist doch bemerkenswert.

Vereinschef Markus Stritt freute sich, dass er als junger Musiker einem so langjährigen Verein angehören und die Geschicke als Vorsitzender auch mitgestalten kann. Er ist sich sicher, dass die Trachtenkapelle Rothaus auch die kommenden neun Jahrzehnte meistern wird. Da es sich beim 90. Geburtstag um kein klassisches Jubiläum handelt, wurde auf eine große Feier mit Festakt verzichtet.

Großes Jubiläum wirft seine Schatten voraus

So richtig Jubiläum feiern aber möchten die Verantwortlichen in zehn Jahren, wenn es heißt „100 Jahre Trachtenkapelle Rothaus“. Nach dem Festauftakt am Wochenende durch die Aktiven der Trachtenkapelle Rothaus sorgte das „Trio Schnappschuss“ aus Lenzkirch mit fetziger Stimmungs-, Tanz- und Volksmusik für beste Unterhaltung. Die Musiker Markus Wolske, Clemens Haberstroh und Mike Raufer verstanden es, das Publikum zu begeistern und für eine „Wahnsinnsstimmung“ zu sorgen. Das Frühschoppenkonzert am Sonntag gestalteten schließlich die Musiker der Trachtenkapelle Hogschür, danach spielte die „Drei-Seen-Musik“ zur Unterhaltung auf.