Grafenhausen André Tschorn vom Feriendorf Grafenhausen: "Wir sind sehr zufrieden"

Seit der Ersteigerung der Häuser des Feriendorfs Grafenhausen wird der Betrieb von Familie Tschorn geführt. André Tschorn ist der Sprecher des Betriebs. Er freut sich über die steigenden Übernachtungszahlen und verrät im Interview wie es mit dem Feriendorf weitergehen soll.

Herr Tschorn, das Feriendorf hier bei Grafenhausen-Rothaus erfreut sich wachsender Beliebtheit. Es hat nun Irritationen gegeben wegen des Bebauungsplans, der noch nicht erstellt werden kann. Warum nicht?

Die Planungen waren noch nicht ganz fertig. Sie sind von unserer Seite her noch nicht abgeschlossen. Wegen möglicher Erweiterungen musste einiges noch abgeklärt werden. Dabei ging es unter anderem um einen Wohnmobilstellplatz. Dafür wollten wir das Grundstück südlich erwerben oder pachten. Mittlerweile hat man festgestellt, dass man an dieser Stelle die Alpensicht verbauen würde, die man von der schönen Terrasse und dem Biergarten am Dorfstüble hat. Unter anderem deshalb sind die Planungen ins Stocken geraten. Zudem war Sommerbetrieb. Weil wir ein Familienbetrieb sind, sind wir zeitlich gar nicht dazu gekommen, eine schnelle Alternativplanung vorzulegen.

Wie hat sich das Feriendorf seit dem Kauf Ihres Sohnes Simon und dem Betrieb durch die ganze Familie entwickelt?

Anfang 2015 haben wir die ersten Häuser fertig gehabt. An Weihnachten und Silvester sind drei Häuser belegt worden. Dann gab es einen kleinen Stopp, bis wir wussten, in welche Richtung wir weitermachen wollen, wobei gleich klar war, dass man recht viel investieren muss. Im Laufe des Jahres 2015 haben wir mit den Sanierungsarbeiten richtig begonnen. Wir haben einen Großteil der Häuser komplett ausgehöhlt, haben die Bäder neu gemacht, bei den Schlafzimmern die Wände rausgerissen, andere eingezogen, damit man jeden Bedarf abdecken kann – denn wir haben Häuser für zwei bis acht Personen.

2015 hatten wir dann acht Häuser fertig. Im Sommer haben wir auch die ersten Häuser an Feriengäste vermietet und haben mit den Baumaßnahmen wieder gestoppt, weil man nicht gerne Ferien macht, wo gebaut wird. Im Herbst konnten wir weiter sanieren und zum Jahreswechsel 2015/2016 waren dann 18 Häuser fertig. Bis heute haben wir rund 1,5 Millionen Euro investiert.

Hier im Haupthaus betreiben Sie sogar eine Wirtschaft, das Dorfstüble. Die Gastronomie wurde erst betrieben von einem anderen Wirt. Warum haben Sie diese übernommen?

Es war ja gleich klar, dass zu einem Feriendorf eine Gaststätte gehört. Unser Ziel ist nicht nur die Abdeckung für längerfristige Feriengäste zu schaffen, die wochenweise hier sind, sondern auch für Kurzzeiturlauber, die Frühstück oder Halbpension haben wollen. Deshalb haben wir damals einen Gastwirt mit einbezogen. Das ist leider schief gegangen. Daraufhin haben wir die Gaststätte selbst umgebaut. Im Februar 2016 konnten wir eröffnen und seither läuft das recht gut. Das Hauptgebäude soll auch so bleiben, dass es als Zentrale oder Rezeption dient. Wir betreiben alles als Familienbetrieb und haben mit Wolfgang Kutscher einen sehr guten Koch. In der Hauptsaison haben wir zusätzlich vier Saisonkräfte.

In welche Richtung soll sich das Feriendorf weiter entwickeln?

Grundsätzlich ist es so, dass wir vergrößern wollen, aber wir müssen nicht. Das Feriendorf hat mit 23 Häusern jetzt einen Bestand von rund 140 Betten. Das ist schon ein recht groß für einen Familienbetrieb, wie wir das sind. Wir haben zusätzlich einige Langzeitmieter, die für ein festes Einkommen stehen. Es ist damit auch belegt, also auch in den Nebenzeiten nie ein totes Feriendorf. Für eine Erweiterung muss es so sein, dass man mit der Gemeinde und anderen Betrieben der Umgebung den Schulterschluss suchen muss. Ich denke da an die Brauerei als ganz großes Zugpferd, aber auch an das Hotel Park-Residenz.

Also Sie können vergrößern, müssen aber nicht. Was ist denn Ihr Wunsch?

Wir wollen auf dem jetzigen Grundstück, das wir derzeit im Erbbaurecht gepachtet haben, 20 Wohnmobilstellplätze errichten. Wir wollen Hexenhäuschen aufstellen, in denen Fahrradfahrer untergebracht oder Wanderer auch einmal nur eine Nacht bleiben können. Wir denken auch an Gruppenhäuser, weil wir sehr viele Anfragen von Jugendhilfen und Schulen haben.

Die Häuser gehören ja Ihrer Familie, es war aber wohl auch angedacht, dass Sie den Grund kaufen. Wollen Sie das weiterhin?

Wir sind nicht vom Kauf abgerückt. Das wäre ein Missverständnis. Im Moment wollen wir es nicht kaufen und wollen das so bestehen lassen, wie es ist, bis man weiß, was man hier und auch in der Umgebung machen kann, dafür haben wir vielfältige Ideen. Aber wenn man einen Plan hat, ist dieser noch lange nicht genehmigt. Selbst wenn die Gemeinde diesen Plan gut heißen würde, kann eine andere Behörde dagegen schießen.

Wie sehen denn derzeit die Übernachtungszahlen aus?

Die sind von Null ab, wo wir die Häuser des Feriendorfs übernommen haben, natürlich enorm gestiegen. Vergangenes Jahr hatten wir eine Auslastung von 70 Prozent im Sommer. Im Juli und August dieses Jahres waren wir voll ausgebucht. Die Nebenzeiten erfahren auch eine Steigerung. Also wir sind bisher schon sehr zufrieden mit der Geschäftsentwicklung.

Fragen: Gudrun Deinzer

Familienunternehmen

André Tschorn fungiert als Sprecher und Manager des Gastbetriebs im Feriendorf. Dieses war vor einigen Jahren noch verwaist und ist mit der Familie Tschorn aus dem Dornröschenschlaf erweckt worden. Simon Tschorn hat im Herbst 2014 die Häuser ersteigert, die auf Gemeindegrund in Erbbaurecht errichtet worden waren. Simon Tschorn hat noch eine Vollzeitstelle in der Schweiz, ist aber neben Bruder Maik Tschorn Geschäftsführer der Ferien und Freizeitpark Grafenhausen GmbH, die Betreibergesellschaft des Feriendorfs. Die Innengestaltung des „Dorfstüble“ hat die Mutter übernommen und alle Familienmitglieder verrichten jede anfallende Arbeit, vom Küchendienst bis hin zur Endreinigung der Ferienhäuser.

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