Norbert Lüttin, Gemeinderat und Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes Görwihl, bemerkte gestern auf Anfrage dieser Zeitung: „Das Wahlergebnis in Görwihl kann für die CDU nach den deutlichen Stimmenverlusten nicht zufriedenstellend sein.“ Trotzdem sei Görwihl im Vergleich zu anderen Gemeinden nach wie vor eine Hochburg für die Union, hält Lüttin fest.

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Und: „In einem intensiven Wahlkampf hatten wir viel Gegenwind wegen politischen und personellen Entscheidungen an der Parteispitze“, blickte er zurück. Das Ergebnis sei daher keine Überraschung. Trotzdem: „Wir freuen uns, dass Felix Schreiner sein Direktmandat erfolgreich verteidigen konnte“, sagte Norbert Lüttin. Felix Schreiner musste zwar im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 Einbußen hinnehmen, schaffte aber den erneuten Einzug in den Bundestag. Weitgehend zufrieden äußerten sich die Vertreter der Grünen. Gemeinderat Roland Mutter sagte: „Für die Grünen ist dies ein sehr gutes Ergebnis. Auf Bundesebene haben die Grünen prozentual gesehen von allen Parteien die meisten Zuwächse und liegen jetzt auf Platz Drei. Auch in der Gemeinde Görwihl liegen wir auf Platz Drei.“

Wie geht es weiter?

Nach jetzigem Stand werde es wahrscheinlich auf ein Bündnis von drei starken demokratischen Parteien hinauslaufen, vermutete Roland Mutter. „Ob es nun schlussendlich ein Jamaica-Bündnis oder eine Ampel wird, müssen wir abwarten“, fügte er hinzu. Roland Mutter weiter: „Ich bin jedenfalls zuversichtlich, dass wir bald eine neue gute Regierung haben, die sich stark für die Einhaltung der Klimaziele einsetzen wird.“ Schließlich Johannes Herrmann, auch er Gemeinderat aus der Fraktion der Grünen: „Das Ergebnis hat mich nicht überrascht“, erklärte er, „der Bundestrend spiegelt sich wider“. Und: „Schade, es wäre mehr drin gelegen. Wir haben zugewonnen und doch verloren“, so Johannes Herrmann. Dass der Ausgang der Bundestagswahl für die Grünen nicht den Erwartungen entsprach, führte er auf „Fehler der Kandidatin“ zurück. Profitiert habe die SPD, diese habe „Stimmen von der CDU geholt“. Die Wahlbeteiligung in der Gemeinde Görwihl wertete er als „ein gutes Zeichen für die Demokratie“. Johannes Herrmann mit Blick auf die anstehenden Aufgaben: „Beim Klimaschutz besteht Handlungsbedarf.“