Seelsorge in Zeiten von Corona ist schwierig, dennoch bieten sich den Katholiken im Hotzenwald gerade vor Ostern einige Möglichkeiten, ihrem Bedürfnis nach Kirche und Besinnung nachzukommen.

Todtmoos

Zurzeit ist das Bedürfnis nach Seelsorge sehr groß. Die Gläubigen vermissen den Kirchgang“, erzählt Pater David vom Pauliner Kloster in Todtmoos. Die drei Patres des Klosters stehen daher rund um die Uhr für Anrufe zur Verfügung. Neben dieser telefonseelsorgerischen Tätigkeit bieten sie den Gläubigen aber auch die Möglichkeit für ein privates Gebet die Wallfahrtskirche zu besuchen. Sogar die Möglichkeit zur Beichte besteht. Pater David erzählt, dass dies am kommenden Freitag von 15 bis 16 Uhr, am Gründonnerstag von 19 bis 21 Uhr sowie Karfreitag und Karsamstag jeweils von 9 bis 11 Uhr möglich ist. Da sich aber zurzeit nur zwei Personen in der Kirche aufhalten dürfen, bitten die Patres darum, dass Besucher darauf achten und eventuell vor der Kirche warten.

Görwihl

Pfarrer Bernhard Stahlberger räumt ein, dass es eine ganz andere Zeit sei, auch für ihn. Auch er versuche sich, soweit möglich, in häuslichen Rückzug zu begeben. Für jemanden, der sonst ständig für die Menschen da ist und ihnen begegnet sicherlich nicht leicht. „Die Außentermine, die ich zurzeit noch wahrnehme, sind hauptsächlich Beerdigungen“, so Bernhard Stahlberger. Aber der Pfarrer ist dennoch für seine Gemeinde sicht- und hörbar, da er sich neuerdings per Videoaufzeichnung an seine Gläubigen wendet. Zu wichtigen religiösen Terminen spricht er über aktuelle Glaubensthemen und teilt seine Gedanken mit den Menschen. Ganz ungezwungen in ziviler Kleidung und aus seinem häuslichen Umfeld.

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Stahlberger weist darauf hin, dass auf der Internetseite der Pfarrei St. Wendelinus viele Angebote für die Gläubigen zu finden seien, auch Verknüpfungen zu den live übertragenen Sonntagsmessen aus dem Freiburger Münster und der Liebfrauenkirche in Waldshut. „Zu Gründonnerstag, Karfreitag und der Osternacht haben wir für die Gläubigen Hausliturgien vorbereitet“, fügt er an. Diese seien ebenfalls über die Homepage der Pfarrgemeinde zu finden und würden zusätzlich an den entsprechenden Tagen in den Kirchen ausgelegt. Diese Liturgien sollen die Gläubigen dabei unterstützen, das Osterfest zu Hause zu feiern. Offene Kirchen finden die Gläubigen in Görwihl, Niederwihl, Oberwihl, Rickenbach, Herrischried und Strittmatt.

Pandemie: Eine Strafe Gottes?

Eines ist mir noch wichtig: „Ich glaube nicht, dass es sich um eine Strafe Gottes handelt, was wir gerade erleben“, betont Bernhard Stahlberger, dies höre er zurzeit häufiger. „Dieser Virus ist ein Naturphänomen, nicht mehr und nicht weniger“, uns sei nicht mehr bewusst, dass auch wir dazu gehören und nicht über der Natur stünden, fügt er an. Die Situation, die viele beängstige, könne dazu genutzt werden, dass wir uns Gedanken machen. Gedanken über unsere Lebensweise und unseren grenzenlosen Konsum von Gütern, Mobilität und Zerstreuung.

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