Die Freude und das Fest der Liebe standen im zweiten Jahr der Pandemie im Mittelpunkt der Feierlichkeiten zu Weihnachten auf dem Hotzenwald. Bei vielen Veranstaltungen wurde die Ökumene zelebriert und gelebt. Die vielen kleinen Liturgien „Draußen vor den Kapellen“ fanden am Heiligabend wieder großen Anklang bei den Gläubigen. Über hundert Kerzenflammen funkelten in wunderschönen Schalen und tauchten am Heiligabend den Kirchenraum in Görwihl in eine ganz besondere ruhende Atmosphäre. Es gab dem Labyrinth eine unglaublich starke Ausstrahlung.

Willkommen zur Christmette: Der Adventskranz war erloschen und Pfarrer Bernhard Stahlberger hielt seine Predigt zum festlichen Abschluss ...
Willkommen zur Christmette: Der Adventskranz war erloschen und Pfarrer Bernhard Stahlberger hielt seine Predigt zum festlichen Abschluss am Heiligen Abend umringt von 108 brennenden Kerzen in den bunten Schalen, geschaffen von Rosemarie Vollmer aus Gondelsheim. | Bild: Hans-Jürgen Sackmann

Den Auftakt der Feierlichkeiten am Heiligabend macht schon fast traditionell die ökumenische Krippenfeier im Klausenhof in Großherrischwand. Im Gegensatz zum letzten Jahr, wo die Heilige Familie Unterschlupf bei strömenden Regen im warmen trocken Backhaus gesucht hatte, war dieses Jahr bei fast einen halben Meter Schnee an kein Krippenspiel zu denken. Pastoralreferentin Regina Jaekel und Pfarrer Martin Rathgeber konnten über 100 Gläubigen auf dem mühevoll geräumten Platz vor der Lindauer Säge begrüßen. Sie zeigten sich erfinderisch und luden Jung und Alt zu einem Mitmachsprechspiel im Chor ein. Hüpfend im Schnee bekamen die Kleinen den Segen. Zum Abschluss sang die „große Runde“ gemeinsam mit Luka Testa an der Trompete und Ralf Huber am Flügelhorn das wohl bekannteste Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“.

„Große Runde“: Mit großer Freude konnten Pastoralreferentin Regina Jaekel und Pfarrer Martin Rathgeber auf dem mühevoll vom ...
„Große Runde“: Mit großer Freude konnten Pastoralreferentin Regina Jaekel und Pfarrer Martin Rathgeber auf dem mühevoll vom Schnee geräumten Platz vor der Lindauer Säge des Klausenhofs nebst den vielen jungen Familien auch ältere Gläubige begrüßen. | Bild: Hans-Jürgen Sackmann

Claudia Weiß, Alma Rudloff und Katrin Waßmer luden zur ökumenischen Feier unter freiem Himmel vor der Maria Empfängnis Kapelle in Egg ein. Nach der Geschichte vom kleinen Stern bekam jedes Kind vom Kapellenteam des Bürgervereines einen wunderschönen, selbst gebastelten Stern überreicht. Alma Rudloff hatte ihre liebe Mühe beim Austeilen des Friedenslichts, wollte sie doch die Kerzen brennend übergeben. Vom Tal hörte man leise die Glocken läuten und am „windigen Egg“ verabschiedeten sich die Gläubigen der beiden Konfessionen auch mit dem schönsten Weihnachtslied von Joseph Mohr und Franz Xaver Guber.

Windiges Egg: Bei der ökumenischen Feier unter freiem Himmel vor der Maria Empfängnis Kapelle in Egg hatte Alma Rudloff ihre liebe Mühe ...
Windiges Egg: Bei der ökumenischen Feier unter freiem Himmel vor der Maria Empfängnis Kapelle in Egg hatte Alma Rudloff ihre liebe Mühe beim Austeilen des Friedenslichts. Sie wollte doch den Kindern die Kerzen brennend übergeben. | Bild: Hans-Jürgen Sackmann

Dicht stand man und schwierig war es, die Abstände einzuhalten bei der kleinen Liturgie „Draußen vor der Kapelle“ in Rotzigen. So konnte Ramona und Martin Eckert über 70 Gläubige vor der hell erleuchteten Agathakapelle begrüßen. Musikalisch wurde die Andacht von vier Musikern der Trachtenkapelle Hartschwand-Rotzingen untermalt.

Dieses Jahr war der KJG wieder erlaubt mitzumachen und mit „Acting, Acting bei Dreharbeiten“ inszenierte KJD Görwihl ein etwas modernes Krippenspiel. Die „Älteren“ wussten bei I wish you a merry Christmas auf ihren Saxofonen zu gefallen. Die ökumenische Christvesper fand in der Rickenbacher Pfarrkirche St. Gordian und Epimach statt und wurde gemeinsam von der Pastoralreferentin Regina Jaekel und Pfarrer Martin Rathgeber gestaltet.

Bewährtes Konzept: Zur kleinen Liturgie „Draußen vor der Kapelle“ konnte Ramona und Martin Eckert über 70 Gläubige in ...
Bewährtes Konzept: Zur kleinen Liturgie „Draußen vor der Kapelle“ konnte Ramona und Martin Eckert über 70 Gläubige in Rotzingen zur kleinen Liturgie Andacht am Heiligabend begrüßen. | Bild: Hans-Jürgen Sackmann

Mit der Christmette in Pfarrkirche St. Bartholomäus in Görwihl fanden die Gottesdienste ihren festlichen Abschluss am Heiligabend in der katholischen Kirchengemeinde St. Wendelin. Der Adventskranz war erloschen und Pfarrer Bernhard Stahlberger hielt seine Predigt umringt von 108 brennenden Kerzen in den bunten Schalen, geschaffen von Rosemarie Vollmer aus Gondelsheim. Aus ihren Händen stammen auch die Pläne für neue Kinder- und Josefglockenzier in Herrischried. Die viele kleinen Lichter brannten stellvertretend für die Gemeindemitglieder, ja dem ganzen Erdkreis. Pfarrer Bernhard Stahlberger wünschte frohe Weihnacht, er lud für die ihn auch frühe Hirtenmesse am 1. Weihnachtsfeiertag ein und bat alle, menschlich zu bleiben. Die Kerzen in ihre schmucken Schalen brannten noch die ganze Nacht hindurch.

Fest der Liebe: Beim evangelischen Weihnachtsgottesdienst in Herrischried, gehalten von Pfarrer Martin Rathgeber, stand im zweiten Jahr ...
Fest der Liebe: Beim evangelischen Weihnachtsgottesdienst in Herrischried, gehalten von Pfarrer Martin Rathgeber, stand im zweiten Jahr der Pandemie die Fröhlichkeit im Mittelpunkt. | Bild: Hans-Jürgen Sackmann

Am Hochfest der Geburt des Herrn stand beim evangelischen Weihnachtsgottesdienst in Herrischried bei Pfarrer Martin Rathgeber im zweiten Jahr der Pandemie die Fröhlichkeit im Mittelpunkt. Für ihn ist es ein Fest der Liebe und nichts ist selbstverständlich. Sehr freute er sich über das „Weihnachtorchester“ auf der Empore. Gemeinsam mit der Gemeinde wurde der Gottesdienst mit dem nicht weiniger beliebten Weihnachtslied O du fröhliche von Johannes Daniel Falk und Heinrich Holzschuher nach einer alten Melodie aus Sizilien angestimmt. Noch wurde nicht schmetternd aus dem vollen Hals gesungen, aber schon wieder etwas lauter unter der Maske hervor.

Den Abschluss der vielen dezentralen Feiern bildete der Festgottesdienst in Niederwihl am Stephanstag.

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