Ist für den Ortsteil Hartschwand ein neuer Mobilfunkmast in Planung? Diese Vermutung kursiert seit einigen Wochen in der Gemeinde Görwihl. In der jüngsten öffentlichen Sitzung des Gemeinderates wollte Urs Rossig unter dem Tagesordnungspunkt „Bürgerfragen“ mehr darüber wissen. Rossig sprach von einem „möglicherweise geplanten Mobilfunkturm in Hartschwand“ und fragte: „Wie läuft das ab?“ Bürgermeister Carsten Quednow entgegnete: „Das können wir nicht beantworten.“ Er habe schon mehrfach bei einem Netzbetreiber angefragt, „bis jetzt ist leider keine Antwort eingegangen“. Laut Quednow seien die großen Netzbetreiber vom Bund verpflichtet worden, eine flächendeckende Mobilfunk-Versorgung herzustellen.

Der Plan

Die Deutsche Telekom AG plant in Hartschwand die Errichtung eines Mobilfunkstandortes. Dies bestätigte am Mittwoch Telekom-Pressesprecher Hubertus Kischkewitz auf Anfrage dieser Zeitung. Kischkewitz stellte klar: „Ein geeigneter Standort wird aktuell gesucht. Wir stehen diesbezüglich mit der Gemeinde in Kontakt.“ Und: „Es geht um die Schließung einer Lücke im Netz. Versorgungsziel sind die umliegenden Orte und Weiler sowie Verbindungsstraßen, welche aktuell nicht oder nur unzureichend mit Mobilfunkdiensten versorgt werden.“ Dies sind laut Kischkewitz unter anderem: Hartschwand, Rotzingen, Burg, Strittmatt.

Das Sachstand

Über einen Zeitplan machte er keine Angaben. „Aufgrund der frühen Planungsphase können wir aktuell keine konkrete Prognose abgeben“, teilte er mit. Die Ausgangslage aus baurechtlicher Sicht stellte er so dar: „Im Außenbereich gelten Mobilfunkanlagen zwar als privilegierte Bauvorhaben. Eine Baugenehmigung kann aber durchaus notwendig werden. Das hängt vom konkreten Standort ab. Im Falle eines Mastbaus beispielsweise von dessen Gesamthöhe.“

Die Netzabdeckung

Bürgermeister Quednow erklärte im Gemeinderat, dass die großen Netzbetreiber vom Bund verpflichtet sind, eine flächendeckende Mobilfunk-Versorgung herzustellen. Konkret bedeutet dies: Funklöcher, vor allem im ländlichen Raum, sollen geschlossen werden. „Da gibt es noch weiße Flecken, die nicht versorgt sind“, sagte Quednow. Dazu erklärte Hubertus Kischkewitz: „Es besteht die Auflage der Versorgung von nicht oder nur unzureichend mit Mobilfunkdiensten versorgter Gebiete.“ Zur Rolle der Gemeinde Görwihl in puncto Standortsuche sagte Carsten Quednow: „Aktiv ist die Gemeinde Görwihl nicht an einer Suche beteiligt. Wir haben einen neutralen Auftrag.“

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Es gebe Anfragen von besorgten Bürgern, „aber auch Anfragen von Bürgern, die es wollen“, merkte er an. Quednow hatte in der jüngsten Gemeinderatssitzung im April bekannt gegeben, dass das Gewann Einschlag bei Hartschwand in Richtung Strittmatt als Suchgebiet für einen möglichen Standort eines 5G-Funkmastes von einem Netzbetreiber ausgewählt wurde. Weitere Informationen habe die Verwaltung nicht, erklärte er. Ein Bauantrag würde nicht vorliegen, so Quednow, auch würde sich die Gemeinde nicht an einer Standortsuche beteiligen.

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Die Betreiber von Mobilfunknetzen – Deutsche Telekom (D1-Netz), Vodafone (D2) und Telefónica Deutschland (O2, E-Netz) – zeigen auf ihren Netzabdeckungskarten die Bereiche, in denen 5G-Technik verfügbar ist. Darunter befinden sich Hartschwand und Rotzingen im 5G-Netz der Telekom. Erst im Schwarzenbachtal zwischen Hartschwand und Lindau und weiter bis Ibach besteht keine 5G-Verfügbarkeit. 5G bezeichnet die fünfte Generation des Mobilfunks. Diese Technik ermöglicht eine deutlich schnellere Datenübertragung als andere Standards. Von der Telekom, die in der Gemeinderatssitzung mit dem möglichen Mobilfunkmast bei Hartschwand in Verbindung gebracht wurde, war auf Anfrage dieser Zeitung keine Auskunft zu erhalten.

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Urs Rossig machte am Tag nach der Sitzung auf einen von der Umweltmedizinerin Barbara Dohmen aus Murg-Hänner unterzeichneten Brief des Ärztearbeitskreises digitale Medien Stuttgart an Verkehrsminister Andreas Scheuer von 2018 aufmerksam. Darin heißt es, dass 5G „ohne Nachweis einer Gesundheitsverträglichkeit nicht eingeführt werden darf“.