Noch vor zwei Jahren war die Welt bei der Trachtenkapelle Niederwihl eine andere: „Wir haben 60 Anlässe gehabt“, berichtete Dirigent Karlheinz Huber damals, „das heißt, wir haben uns mehr als einmal pro Woche getroffen.“ Ein Jahr später: totaler Stillstand. Corona machte allem einen Strich durch die Rechnung.

Entsprechend kurz fiel dieses Jahr bei der Hauptversammlung der Jahresrückblick aus. „Für 2020 hatte sich die Trachtenkapelle viel vorgenommen“, berichtete Protokollführerin Isabell Dannenberger. Doch am 6. März 2020 war die letzte Probe für eine lange Zeit.

Einziges Licht in der Dunkelheit: Die Trachtenkapelle konnte mit Katja Strittmatter eine neue Dirigentin gewinnen. Ihr Vorgänger Karlheinz Huber konnte nach 26 Jahren musikalischer Leitung den Taktstock nahtlos weitergeben. „Wenn ein neuer Start kommt, sind wir gut versorgt, was die Dirigentin betrifft“, freute sich Vorsitzende Natalie Basler. Und: „Trotz Corona haben wir viele Pläne“, sagte sie. Konkret: Kommenden Sonntag, 3. Oktober, will die Trachtenkapelle eine Mini-Ausgabe des Erntedankfestes in Form eines Open-Air im Pfarrgarten durchführen – je nach Wetter natürlich. Nach dem Gottesdienst um 10 Uhr mit der Hotzenwald Bauernkapelle Görwihl sollen befreundete Vereine aufspielen.

Katja Strittmatter berichtete, dass seit Juli wieder geprobt wird. Sie bat um Verständnis, „wenn es nicht grad so läuft, wie es sollte“. Schließlich sei die TK Niederwihl der erste Verein, den sie dirigiere. Die Trachtenkapelle sei gut besetzt, fand sie. Ihr Tipp: „Wenn man gute Musik machen will, muss man daheim üben.“ Ihr Ziel: „Tolle Musik machen und das Publikum begeistern.“

Bürgermeister Carsten Quednow empfahl dem Verein: „Schaut, dass ihr das Kameradschaftliche am Laufen haltet.“ Die Teilwahlen gingen zügig vonstatten. Harald Fehr, Anja Watzinger und Manuel Watzinger wurden in ihren Ämtern bestätigt.