Der Ortsverein Görwihl des Deutschen Roten Kreuzes will die Erstversorgung von Menschen in Not forcieren. Um die 13 ehrenamtlich tätigen Helfer-vor-Ort, auch First Responder genannt, mit funktionstüchtigen automatisierten externen Defibrillatoren (AED) ausstatten zu können, müssen durch den DRK-Ortsverein mindestens 16 neue Geräte beschafft werden. Hinzu kommt die Ausstattung eines Helfers mit Kleidung, Hilfsmittel und Meldeempfänger. „Wir rechnen dafür mit Kosten zwischen 15.000 bis 20.000 Euro“, erklärt DRK-Bereitschaftsleiterin Melanie Biehler, zuständig für die Helfer vor Ort. Hinzu würden noch weitere Kosten für die Ausbildung und Qualifizierung der Helfer kommen.

Keine öffentlichen Mittel

Der Haken ist: „Für diese notwendige Ersatzbeschaffung gibt es derzeit leider keine anderen öffentlichen Mittel oder Fördergelder“, so Biehler, „deshalb sind wir auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen“. Der DRK Ortsverein Görwihl – er ist in der Gemeinde Görwihl und im vorderen Dachsberg im Einsatz – wird demnächst einen entsprechenden Spendenaufruf in den Haushalten verteilen. „Es ist eine Anschaffung nicht für uns, sondern für die Bevölkerung, für die Allgemeinheit“, stellt Melanie Biehler klar. Die Finanzierung der lebensrettenden Ausrüstung würde der Ortsverein unter „normalen“ Umständen zum Teil selbst stemmen können. Aber: Corona hat alle Pläne durchkreuzt. Martinimarkt und Weihnachtsmarkt fallen dieses Jahr aus, „somit fallen auch die Einnahmen weg“, sagt Biehler. Den Spendenaufruf haben sie, Bürgermeister Carsten Quednow (auch Vorsitzender des Ortsvereins) sowie DRK-Geschäftsführerin Anita Ebner unterzeichnet.

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Zur Ausstattung eines Helfer-vor-Ort gehört die Notfallausrüstung, welche unter anderem ein Blutdruck –und Blutzuckermessgerät, Verbandsmaterial sowie einen Beatmungsbeutel enthält. Besonders wichtig aber ist der AED, mit dessen Hilfe sofortige Reanimationsmaßnahmen eingeleitet werden können. Häufig kommt dieser zur Herz-Lungen-Wiederbelebung bei einem Herzstillstand mit Kammerflimmern zum Einsatz. „Man geht davon aus, dass mit jeder Minute, in der ein Kammerflimmern nicht mit einer Herz-Lungen-Wiederbelebung behandelt wird, die Chancen für eine erfolgreiche Genesung um zehn Prozent sinken“, berichtet Melanie Biehler. Nach sechs bis acht Minuten treten schwere irreversible Schäden am Hirn auf, verursacht durch fehlende Sauerstoff- und Glukoseversorgung.

Ergänzung in der Rettungskette

Aber durch die notfallmedizinische Erstversorgung und damit einer Verkürzung der Hilfsfrist können Patienten selbst nach einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall genesen. Die Helfer-vor-Ort sind also eine Ergänzung in der Rettungskette und leisten wichtige Erste Hilfe, bevor der Rettungsdienst eintrifft. „Besonders hier im ländlichen Raum zählt jede Minute, bis der Rettungsdienst am Einsatzort eintrifft“, weiß Melanie Biehler. Insbesondere dann, wenn sich der in Segeten stationierte Rettungswagen bereits in einem Einsatz befindet und ein Rettungswagen aus Bad Säckingen oder Waldshut angefordert werden muss. „Wir überbrücken dann die Zeit bis zum Eintreffen des angeforderten Rettungsmittels mit qualifizierten basismedizinischen Maßnahmen“, so Biehler.

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