„Heute ist ein besonderer Tag – es liegt!“ Mit diesen Worten leitete Pfarrer Bernhard Stahlberger am Sonntag den Gottesdienst ein, in dem das Görwihler Chartes-Labyrinth feierlich eingeweiht wurde. Lange hatten die Matten schon bereitgelegen, lange mussten die Gläubigen auf deren Verlegung warten, immer wieder wurde der Termin verschoben, weil die Kirche eine bestimmte Grundtemperatur haben musste, um zu gewährleisten, dass sich die ausgelegten Bahnen nicht nachträglich noch wellen würden.

Gleich mehrfach wurde das Labyrinth in diesem Einweihungsgottesdienst durchschritten. Zunächst aber durften vier Kinder unter dem Beifall der Anwesenden an den Seiten die symbolisch angebrachten Bänder durchschneiden und damit den Weg freigeben. Als Erste zogen daraufhin die Ministranten als Vertreter der Gemeinde in die Kirche ein und absolvierten den Weg ins Innere des Labyrinths, wobei das Glockengeläut sie begleitete, angefangen von der ersten erklingenden Glocke bis hin zum abschließenden Vollgeläute.

Zum Vater unser lud Pfarrer Bernhard Stahlberger ein, sich im Kreis um das Labyrinth zu versammeln.
Zum Vater unser lud Pfarrer Bernhard Stahlberger ein, sich im Kreis um das Labyrinth zu versammeln. | Bild: Karin Steinebrunner

Nach der Segnung des Labyrinths ging als Nächstes die Lektorin mit den Leuchter tragenden Ministranten zur Lesung des Evangeliums den Weg in die dessen Mitte, begleitet vom „Halleluja“ des Herz-Ensembles, das den Gottesdienst musikalisch mitgestaltete. Pfarrer Stahlberger sagte in seiner Predigt, dass Wege nicht immer geradeaus führten. Das Labyrinth zeige, dass Wendungen im Lebensweg keinen Irrweg beschrieben. So wünschte Stahlberger allen, sich dem Labyrinth des Lebens zu stellen.

Die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Dagmar Keck forderte in ihrem Grußwort die Gemeinde dazu auf, immer wieder neue Wege zu gehen. Das heiße aber nicht, Bewährtes nicht auch zu bewahren. So habe man schon seit dem 13. Jahrhundert das Labyrinth als symbolischen Wallfahrtsweg benutzt. Durch das Labyrinth solle die Gemeinde sich inspirieren lassen herauszufinden, wie der gemeinsame Weg aussehen werde, um die Kirchengemeinde lebendig zu erhalten. „Jeder von uns ist Kirche“, hieß es weiter, in diesem Sinne solle jeder das Labyrinth zu seinem eigenen Kraftweg machen,.

Stahlberger dankte seinem Pfarrgemeinderat für den Mut, das Labyrinth nach Görwihl zu bringen und sprach den Wunsch aus, dass es ein Weg zur inneren Mitte werden und dem ganzen Hotzenwald zum Segen gereichen solle. Zum gemeinsamen Vaterunser lud er dazu ein, an den Rand des Labyrinths zu treten, und zum feierlichen Auszug am Ende des Gottesdienstes legten alle, die an der Gestaltung dieser Messfeier beteiligt gewesen waren, den Weg von der Mitte des Labyrinths zu dessen Ausgang zurück.