Gründonnerstag, Karfreitag und die Osternacht sind die intensivsten liturgischen Feiern des Kirchenjahrs – und dieses Jahr doch ganz anders. Um ein bewusstes Mitfeiern zu ermöglichen, wurden in der Kirchengemeinde im Hotzenwald neue Formate entwickelt, welche die Feierlichkeiten zu Ostern trotz der pandemiebedingten Beschränkungen erlaubten.

Mit einer Andacht in Rickenbach und einer Liturgiefeier in Görwihl begann am Gründonnerstag das diesjährige Triduum Sacrum: Die Drei Österlichen Tage vom Leiden und Sterben, von der Grabesruhe und der Auferstehung des Herrn gelten als ein Hochfest, das Höchste des Kirchenjahres. Den Auftakt der Veranstaltungen am Karfreitag machte der Kreuzweg von Giersbach hinauf zur Gugel. Mit den Worten „Letztes Jahr ging gar nichts“, begrüßte die Pastoralreferentin Regina Jaekel zusammen mit Isle Kohlbrenner die 30 Gläubigen. Jeder bekam das Heftchen „Der Kreuzweg der Liebe“. Bei herrlichem Wetter ging es mit Masken den steilen Berg hinauf. Alle konnten sich ein Bild machen, wie Jesu unter seinem Kreuz gelitten haben musste. Am Nachmittag gab es eine zweite Gruppe aus Segeten.

Letztes Jahr ging gar nichts: Am frühen Karfreitagmorgen konnten sich Isle Kohlbrenner und die Pastoralreferentin Regina Jaekel (Mitte hinten von links) zusammen mit 30 Gläubigen zum steilen Anstieg von Giersbach zur Gugel aufmachen, um an den 14 Stationen zu beteten, welche an die Leiden Jesu erinnern.
Letztes Jahr ging gar nichts: Am frühen Karfreitagmorgen konnten sich Isle Kohlbrenner und die Pastoralreferentin Regina Jaekel (Mitte hinten von links) zusammen mit 30 Gläubigen zum steilen Anstieg von Giersbach zur Gugel aufmachen, um an den 14 Stationen zu beteten, welche an die Leiden Jesu erinnern. | Bild: Hans-Jürgen Sackmann

Am späten Abend des Karsamstags begann der wichtigste Gottesdienst des Jahres: Die Feier der Osternacht, in der Christen die Auferstehung Jesu feiern. Auf die Zoom-Gottesdienste konnte verzichtet werden. Dafür wurden wie an Weihnachten an elf Kapellen die kleinen Liturgien „Draußen vor der Kapelle“ angeboten.

Draußen vor der Kapelle: Die kleinen Liturgien zur Osternacht wurde in elf Kapellen gefeiert. In Hottingen schmückte der Frauenkreis den Platz neben der Herz-Jesu-Kapelle.
Draußen vor der Kapelle: Die kleinen Liturgien zur Osternacht wurde in elf Kapellen gefeiert. In Hottingen schmückte der Frauenkreis den Platz neben der Herz-Jesu-Kapelle. | Bild: Hans-Jürgen Sackmann

Die Kapellen waren hell erleuchtet. Im Freien wurden an kleinen Feuern die Osterkerzen angezündet. Jeder Teilnehmer bekam eine Kerze, die an der Osterkerze anzündete wurden, und unter Glockengeläut versuchte alle, die Kerzen brennend mit nach Hause zu nehmen. Die Feier der Heiligen Osternacht fand in einer ganz anderen Form in der Görwihler Pfarrkirche statt. In der Kirche war es vollkommen dunkel. Das sonst übliche große Feuer der KJG vor der Pfarrkirche wurde durch ein kleines in der Kirche ersetzt. Daran wurde die Osterkerze entzündet und Ministranten reichten den Gottesdienstteilnehmer das Licht weiter. Langsam wurde es heller und immer wieder ertönte von Pfarrer Stahlberger der Ruf „Lumen Christi“ oder „Christus, das Licht“, auf welchen die Gläubigen mit „Deo gratias“ oder „Dank sei Gott“ antworteten.

Belohnt: Zu Beginn des Ostersonntagfestgottesdienstes überreichte Pfarrer Bernhard Stahlberger den jüngsten Gläubigen in der Niederwihler Pfarrkirche leckere Schoko-Osterhasen.
Belohnt: Zu Beginn des Ostersonntagfestgottesdienstes überreichte Pfarrer Bernhard Stahlberger den jüngsten Gläubigen in der Niederwihler Pfarrkirche leckere Schoko-Osterhasen. | Bild: Hans-Jürgen Sackmann

Um 8 Uhr läuteten alle Glocken lautstark in den Kirchen der Pfarrei St. Wendelin den Beginn der Osterzeit (der „heiligen fünfzig Tage“) ein. Zu Beginn des Festgottesdienstes in Niederwihl überreichte Bernhard Stahlberger den jüngsten Gläubigen in der Pfarrkirche leckere Schoko-Osterhasen. Weiter konnte sich jeder am Ausgang zusätzlich bedienen und den Daheimgebliebenen etwas Süßes mitbringen. Die Kirche war wie alle anderen auf dem Wald herrlich mit Frühlingsblumen geschmückt. Der österliche Glaube flammte auf, doch eine gute Umarmung wurde gänzlich vermisst.

Viele waren unterwegs: Am Osterwochenende konnten Jung und Alt auf dem Osterwanderweg der Frauengemeinschaft Segeten auch die liebevoll gemalten Bilderrätsel der jungen Künstler aus dem Ort bestaunen.
Viele waren unterwegs: Am Osterwochenende konnten Jung und Alt auf dem Osterwanderweg der Frauengemeinschaft Segeten auch die liebevoll gemalten Bilderrätsel der jungen Künstler aus dem Ort bestaunen. | Bild: Hans-Jürgen Sackmann

Etwas Besonders hatte sich die Frauengemeinschaft aus Segeten einfallen lassen – einen Osterwanderweg. Auf dem 2,4 Kilometer langen Rundkurs ging es an den liebevoll gemalten Bildern der Segeter Jugend vorbei. Am Ostermontag endeten mit einem evangelischen Gottesdienst in Herrischried und einer katholischen Messe in Strittmatt die Feierlichkeiten zu Ostern.