Weihnachtlich geschmückt und mit Kerzen und Lichterketten erleuchtet präsentierte sich die Görwihler Pfarrkirche zur mittlerweile 13. Nacht der Musik. Mit der entzündeten ersten Kerze am Adventskranz und dem zugehörigen „Wir sagen euch an den ersten Advent“ begrüßte Pfarrer Stahlberger die Besucher und gab damit das Startzeichen für einen unterhaltsamen, äußerst abwechslungsreichen Abend mit dem Anlass gebührenden 13 auftretenden Gruppierungen. Moderiert wie organisiert wurde der Abend von der unermüdlich von Beginn an bei der Nacht der Musik im Einsatz befindlichen gesamten Familie Albiez.

Den Anfang machte mit 60 Musikern der Musikverein Alpenblick Willaringen, der mit schwungvollem Spiel und einer Mischung aus Weihnachtlichem und besinnlichen Songwriterstücken eine schöne Einstimmung präsentierte. Zum Auftritt der kleinen Künstler der Musikschule Görwihl füllten sich endgültig auch die letzten freien Plätze in der Kirche. Die Kirche blieb gefüllt bis zum letzten Programmpunkt, und auch der fliegende Wechsel klappte bei den auftretenden Gruppen genauso gut wie beim Publikum, so dass die fleißigen Helferinnen und Helfer im Pfarrsaal, wo man sich aufwärmen und etwas Kräftigendes zu sich nehmen konnte, immer gut zu tun hatten.

Ein durchgehend volles Haus hatten die 13 auftretenden Gruppen bei der Nacht der Musik in Görwihl, erstmals dabei war das Schlüchttal ...
Ein durchgehend volles Haus hatten die 13 auftretenden Gruppen bei der Nacht der Musik in Görwihl, erstmals dabei war das Schlüchttal Akkkordeon Orchester. | Bild: Karin Steinebrunner

Mit verschiedenen Flötengruppen, Klavier und Akkordeon verdienten sich die Musikschulkinder, die mit Ernsthaftigkeit und Spielfreude gleichermaßen dabei waren, einen herzlichen Applaus. Auch das Jugendorchester Oberhof Hänner punktete mit einer gekonnten Auswahl, die von „Macht hoch die Tür“ über Klassisches wie das Largo aus Dvoráks neunter Sinfonie und den „Türkischen Marsch“ von Mozart bis zum Abba-Hit reichte. Mit vollem, rundem Klang präsentierte sich der Sängerbund Frohsinn Görwihl in Verbindung mit dem Männergesangsverein aus Birkingen. Weltliche und geistliche Chormusik von Sibelius über Mendelssohn bis hin zum Kanon „Rock my Soul“ standen auf ihrem Programm.

Ein durchgehend volles Haus hatten die 13 auftretenden Gruppen bei der Nacht der Musik in Görwihl, wieder einmal seine große Bandbreite ...
Ein durchgehend volles Haus hatten die 13 auftretenden Gruppen bei der Nacht der Musik in Görwihl, wieder einmal seine große Bandbreite demonstrierte das Quintett „Safer Sax“. | Bild: Karin Steinebrunner

Mit weichem, harmonischem Sound warteten „Die Netten“ auf, hinter denen sich Klarinetten und Epinetten, die traditionellen Epinettes des Vosges, verbargen, die sowohl Folkloristisches als auch diverse Filmhits mitgebracht hatten. Der Kirchenchor Strittmatt begeisterte mit neuen, teils beschaulich oder innig, teils fröhlich schwungvoll vorgetragenen Kirchenliedern, unterstützt von Nelly Ziegler am E-Piano. Die Trachtenkapelle Niederwihl sorgte mit feierlich getragenen wie auch mit peppigen Stücken für Abwechslung, und die Mitglieder des Schlüchttal Akkordeon Orchesters, erstmals bei der Nacht der Musik dabei, überzeugten mit extrem kontrastreichem Spiel zwischen rockigen und zart romantischen Passagen. Zudem hatten sie für die Powerpoint-Präsentation, die jeden Programmpunkt des Abends auf die große Leinwand bannte, stimmungsvolle, eindringliche Landschaftsaufnahmen mitgebracht.

Ein durchgehend volles Haus hatten die 13 auftretenden Gruppen bei der Nacht der Musik in Görwihl, der Kirchenchor Strittmatt hatte ...
Ein durchgehend volles Haus hatten die 13 auftretenden Gruppen bei der Nacht der Musik in Görwihl, der Kirchenchor Strittmatt hatte moderne Kirchenlieder im Gepäck. | Bild: Karin Steinebrunner

Das zehnköpfige Blechbläserensemble „Holzlos Brass“, zusammengesetzt aus drei Spielern aus der Pfarrgemeinde sowie weiteren Mitgliedern aus dem Wiesental und aus Todtmoos, füllte den Kirchenraum mit einem Klang, der einem ganzen Orchesterapparat alle Ehre gemacht hätte. Noch eine Schippe drauf legte allerdings das rund 40-köpfige Jugendorchester-Projekt Ohrenauf, zusammengesetzt aus jungen Musikern aus Obersäckingen, Herrischried, Rickenbach, Schwörstadt und Niederhof, das sich unter der Leitung von Ralf Eckert und Gabi Behringer zusammengefunden hatte, mit grandios sinfonisch vorgetragenen Werken wie „Jubilations“ oder „Tears In Heaven“.

Ganz andere Töne schlug das Trio Herzklang mit seinen romantischen Eigenkompositionen an. Maria und Joachim Kohr, Gesang, Komposition und Piano, sowie Richard Villiger, Violine, erzählten mit Instrumentalstücken und Liedern von der Geburt eines Schmetterlings oder der Erinnerung an den Herbst, und sie trugen bekenntnishafte Balladen über das Leben vor. Das Quintett Safer Sax bot diese von der „Bohemian Rhapsody“ über „What A Wonderful World“ bis zur Händelarie in beeindruckender Weise dar. Den Abschluss machten Julia & Tomawho mit ihrer bei der Nacht der Musik schon bestens bekannten, die Natur beschreibenden und den Wunsch nach deren Unversehrtheit ausdrückenden, mit Indianerflöte umrahmten Lyrik.