Beim Fußballverein Eintracht Wihl stehen die nächsten Schritte zum Hardtpark Wihl an. Der Verein möchte auf der Sportanlage in Oberwihl ein 100 mal 60 Meter großes Kunstrasenspielfeld errichten. Den entsprechenden Antrag genehmigte der Görwihler Gemeinderat vor einem Jahr, das Landratsamt Waldshut im August dieses Jahres. Offen ist noch die Änderung des Flächennutzungsplanes, die von der Gemeinde Görwihl ausgehen soll.

Ungewöhnliche Spendenaktion

Eintracht Wihl geht mit mehreren Arbeitsgruppen die selbst gestellte Herausforderung an. Deren Knackpunkt sind die Kosten: rund 750.000 Euro wird das Projekt in Oberwihl kosten. Abzüglich Zuschüsse von rund 100.000 Euro, unter anderem vom Badischen Sportbund, sowie Eigenleistungen im Wert von 185.000 Euro bleibt eine Finanzierungslücke von fast einer halbe Million Euro. Diese will der Verein mit einer ungewöhnlichen Spendenaktion verringern. „Wir wollen nicht einfach als Verein kommen und um Spenden bitten“, erklären Vereinsvorsitzender Marco Schlachter und der Verantwortliche des Finanzierungsteams und Teil der sportlichen Leitung, Peter Walenciak, „wir wollen es anders machen“.

Finanzierungsteam für Projekt

Anders heißt: Das extra für dieses Projekt aufgestellte Finanzierungsteam von Eintracht Wihl hat ein auf unterschiedlichen Spendenpakete basierendes System für Privatpersonen und Firmen entwickelt, das Gegenleistungen enthält. Ein Beispiel: Wer als Privatperson 120 Euro spendet, erhält dafür nicht einfach nur eine Spendenbescheinigung, sondern bekommt unter anderem eine kostenlose Dauerkarte für eine Saison. „Es kommt wieder etwas als Wertschätzung zurück“, erklären Marco Schlachter und Peter Walenciak. Mit dem ausgeklügelten System will der Verein ab dem 1. November in die Offensive starten, indem Vereinsmitglieder quasi Klinken putzen gehen. Rund 1000 Haushalte sollen angefragt werden, dazu regionale Firmen – Ausgang offen. Marco Schlachter ist sich bewusst, dass ein finanzielles Restrisiko für den Verein bleibt. „Das ist die größte Herausforderung für Eintracht Wihl“, weiß er. Andererseits verweist er auf den abgeschlossenen Bau des Sportheims in Oberwihl. „Das hat uns niemand zugetraut“, blickt er zurück, „wir haben es dennoch mit viel Eigenleistung geschafft“.

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Die Notwendigkeit eines Kunstrasenplatzes steht für ihn und Peter Walenciak außer Frage. Der Rasenplatz in Oberwihl ist für eine Belegung von 500 Stunden im Jahr ausgelegt. Effektiv kommt der Verein jedoch mit allen Abteilungen – Aktive, Damen, Jugend – auf circa 1200 Stunden. „Wir haben einen unabhängigen Sportanlagenplaner beauftragt“, berichtet Peter Walenciak, „mit dem Ergebnis, dass alles andere als ein Kunstrasen nicht weiterführt“.

Denn: „Wir haben eine extreme Belegung“, sagt er. Von der politischen Gemeinde Görwihl habe es regelmäßig positive Rückmeldungen gegeben. „Wir nehmen diese Signale von der Gemeinde ernst und wollen das Projekt weitertragen“, stellt Marco Schlachter klar. Unterstützung hat der Sportverein Görwihl, mit dem Eintracht Wihl eine Spielgemeinschaft im Aktiv- und Jugendbereich bildet, zugesagt. Der FC Herrischried komplettiert die SG Hotzenwald im Jugendbereich und ist ebenfalls Unterstützer des Projektes. In Oberwihl auf dem Hardtpark soll ein „Platz der Begegnung aller Altersklassen“ entstehen, hält Vorsitzender Marco Schlachter fest.

Das Vorhaben im Überblick

  • Der Hardtpark: Der Hardtpark, die Sportanlage von Eintracht Wihl, befindet sich in Oberwihl. Das Sportgelände befindet sich im Besitz der Gemeinde Görwihl. Laut Bürgermeister Carsten Quednow hat die Gemeinde ein zusätzliches Grundstück, auf dem ein Teil des Kunstrasenplatzes verlegt werden soll, erworben.
  • Das Projekt: Der Bau des Kunstrasenplatzes ist Teil einer Neukonzeption der Sportanlage in Oberwihl. Dieses umfasst ein Multifunktionsspielfeld sowie multifunktionale Nebenanlagen. Umbau und die Sanierung des Vereinsheims in Oberwihl wurden 2019 abgeschlossen. Der Bau eines Kunstrasenplatzes würde den sieben Jugend-, zwei Damen- und drei Herren- Aktivmannschaften trotz einer hohen Belegungsdichte einen Trainingsbetrieb auch in den Wintermonaten und in nassen Wetterperioden ermöglichen. Davon würde auch der Sportverein Görwihl, mit dem Eintracht Wihl seit einigen Jahren erfolgreich in der Jugendarbeit zusammenarbeitet, profitieren. Die zwei Vereine bilden bei den Damen- und Herren- Aktivmannschaften die Spielgemeinschaft SG Hotzenwald. Der FC Herrischried komplettiert die SG Hotzenwald im Jugendbereich.
  • Alle Informationen rund um das Projekt und bereits erreichte Meilensteine sind auf der eigens erstellten Homepage ersichtlich (www.hardtpark-wihl.de); Eintracht Wihl Homepage (www.eintracht-wihl.de); Facebook ( https://facebook.com/eintrachtwihl) und Instagram (https://www.instagram.com/eintrachtwihl/). (psc)