Eine Gemeinde sei keine Bank, und könne folglich nicht einfach Kredite gewähren. Und: Um bei der Sicherung der medizinischen Versorgung erfolgreich sein zu können, müssen die Kommunen im Kreis an einem Strang ziehen. Mit diesen deutlichen Maßgaben nimmt das Landratsamt Waldshut Stellung zu den Vorwürfen von verschiedenen Stellen der Gemeinde, der Kreis habe durch Blockadehaltung die Übernahme einer Arztpraxis durch einen auswärtigen Mediziner verhindert.

Die Kreisverwaltung argumentiert nun, dass die Gesetzeslage einer Gemeinde wenig Spielraum lasse, was etwa die Gewährung von Anreizen betrifft, um einen Arzt zur Übernahme einer Praxis zu bewegen. Das heißt konkret: „Eine finanzielle Unterstützung (Darlehen) durch die Gemeinde ist nicht mit dem geltenden Gemeindewirtschaftsrecht in Einklang zu bringen“, heißt es in der Erwiderung des Landratsamts.

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Da im Grunde die ganze Region das Problem habe, dass nur wenige Mediziner an der Arbeit im ländlichen Raum interessiert seien, arbeiteten alle möglichen Stellen in der Kommunalen Gesundheitskonferenz zusammen. Es handle sich um ein breit angelegtes Netzwerk aus Gemeinden, Ärzteschaft im Landkreis, Landratsamt und Klinikum Hochrhein. Sichtbarstes Ergebnis sei die Kampagne „Patient Hochrhein – Der Landkreis Waldshut sucht medizinische Unterstützung“, mit der gezielt medizinisches Fachpersonal in die Region geholt werden solle. „Dahinter steht ein professionelles Konzept und eine intensive, individuelle Betreuung der Interessenten.“

Diese Zusammenarbeit erleichtere es, potentiellen Interessenten sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich die bestmögliche Lösung zu bieten. Zwei Mitarbeiterinnen im Gesundheitsamt kümmern sich um die Koordination, so das Landratsamt weiter. Diese professionelle Betreuung hat Erfolg: Innerhalb eines Jahres konnten über 20 konkrete Anfragen bearbeitet werden. Acht Ärzte konnten sogar bereits für den Landkreis Waldshut gewonnen werden.

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Die qualifizierte Nachfolgeregelung in Görwihl müsse nun gemeinsam mit den bisherigen Praxisinhabern, der kassenärztlichen Vereinigung und der Gemeinde erarbeitet werden. Das Gesundheitsamt werde dies unterstützen und begleiten.

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