Am vergangenen Dienstagabend fand die erste nicht öffentliche Jagdgenossenschaftssitzung seit 2004 mit den Jagdgenossen der Gemeinde Görwihl statt. Darüber informierten Christiane Maier vom Ordnungsamt und Bürgermeister Carsten Quednow in einem Pressegespräch am Freitag.

Nach der Gemeindereform gelang es der Verwaltung über individuelle Pachtverlängerungen die neun Jagdbezirke so zu synchronisieren, dass alle Verträge zum 31. März 2022 auslaufen. Mit einer Genossenschaftssitzung und minimalen Verwaltungsaufwand können neu alle neun Bezirke gemeinsam zum 1. April 2022 verpachtet werden, und zwar auf sechs Jahre.

Bürgermeister Carsten Quednow konnte 22 Jagdgenossen in der Hotzenwaldhalle begrüßen, die mit 427 Hektaren knapp zehn Prozent der bejagdbaren Grundflächen vertraten. Im Vorfeld hatte Firma Tillig Geomatics aus Dogern das Jagdkataster, das Verzeichnis aller Jagdbezirke sowie deren Grundstückseigentümer bereinigt. Von 5000 Hektaren sind 4517 bejagdbar. Die Austauschflächen mit anderen Gemeinden blieben nahezu unverändert und in Strittmatt-Nord besitzt das Land Baden-Württemberg einen großen Eigenjagdbezirk im ehemaligen Kirchspielwald. Bei der Überarbeitung wurde der Bezirk Görwihl in West (525 Hektar) und Ost (569 Hektar) aufgeteilt, da sich kleiner Reviere besser bejagen lassen und einfacher zu verpachten sind.

Der Versammlung lag eine von der Verwaltung ausgearbeiteten Mustersatzung vor, die auf Basis des Gemeindetags Baden-Württemberg entwickelt wurde. Darin treten die Mitglieder der Jagdgenossenschaft in Paragraph 10 ihre Befugnisse an den Gemeinderat ab. Damit übernimmt die Gemeinde alle Verpflichtungen wie Einberufung und Leitung der Versammlungen, die Kassengeschäfte, die Verpachtung der Jagdbezirke, den Abschussplan, den Schriftverkehr und die Führung des Jagdkatasters.

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Wie bisher schon in Görwihl gelebt und in den Waldentwicklungstypen (WET) empfohlen, wird kein Abschussplan erstellt, stattdessen soll regelmäßig ein Verbissgutachten zwischen Jäger und Förster besprochen werden. In Paraphen 16 werden die Wildschadensverhütungsmaßnahmen definiert. Der Umfang und die Maßnahmen werden neu vom zuständigen Forstamt im Benehmen mit dem Waldbesitzer und Jagdpächter definiert. Die Materialkosten trägt der Jagdpächter.

Das Büro Tillig und die Verwaltung haben in die Vorbereitung der Sitzung etwa ein halbes Jahr Arbeit investiert. Nach einer kurzen Beratung wurde mit 92 Prozent die neue Satzung und die neue Abgrenzung der Jagdbezirke beschlossen. Somit ist der Weg frei für das Hauptamt und die Pachtverträge können auf Jahresende neu ausgeschrieben werden.